Nationale Plattform Demenz: Vernetzung und Veranstaltungen
Die Nationale Plattform Demenz organisiert jährlich öffentlich zugängliche Webinare zu aktuellen Themen und Forumsveranstaltungen für ihre Mitglieder. Ziel ist es, den Wissensaustausch zwischen Fachpersonen und Organisationen zu fördern. Darüber hinaus ist die Plattform Partnerin der Nationalen Demenzkonferenz.
Webinare
Die Nationale Plattform Demenz organisiert jährlich ein Webinar zu einem spezifischen Thema. Die Webinare stehen allen Interessierten offen und bieten Raum für den Austausch mit anderen Akteuren sowie mit Expertinnen und Experten im Bereich Demenz.
Forumsveranstaltungen
Die jährlichen Forumsveranstaltungen sind den Forumsmitgliedern vorbehalten. Sie bieten die Möglichkeit, sich zu vernetzen, aktuelle Themen zu diskutieren und eigene Projekte oder Aktivitäten vorzustellen. Auf diese Weise wird der schweizweite Erfahrungsaustausch auf nationaler Ebene gefördert.
Nationale Demenzkonferenz
Die Nationale Plattform Demenz ist zudem Partnerin der Nationalen Demenzkonferenz. Diese wird jährlich von Alzheimer Schweiz und Public Health Schweiz organisiert und richtet sich an Forschende, Fachpersonen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich, Behörden sowie Betroffene und Angehörige.
Aktuelle Veranstaltungen
Nächstes Webinar
Das nächste Webinar findet am 15. September 2026 von 14.00 bis 15.30 Uhr statt. Weitere Informationen folgen.
Nächste Forumsveranstaltung
Die nächste Forumsveranstaltung findet am 13. November 2026 statt. Weitere Informationen erhalten die Forumsmitglieder zu gegebener Zeit.
Vergangene Webinare
Nach einer thematischen Einführung durch Dr. med. Rafael Meyer präsentierte Prof. Dr. med. Julius Popp die aktualisierten Diagnostikempfehlungen für die Schweiz, erarbeitet unter der Leitung des Vereins Swiss Memory Clinics.
Dabei stellte Herr Popp die in der Schweiz anerkannten Empfehlungen zur Standardanamnese und zur möglichen Zusatzdiagnostik bei Demenzerkrankungen vor. Er hob die Bedeutung aktuellerForschungsergebnisse hervor, etwa im Bereich blutbasierter Biomarker, und erläuterte, wie diese künftig zu einer effizienteren und zugleich präziseren Diagnostik beitragen könnten.
Als Ausblick skizzierte er Möglichkeiten, die diagnostischen Verfahren gezielter auf spezifische Personengruppen und deren Bedürfnisse abzustimmen.
Die Publikation zu den Diagnostikempfehlungen finden Sie unter dem Schwerpunktthema Ambulantes Betreuungssetting: Demenz: Ambulantes Betreuungssetting.
Nach einer thematischen Einführung durch Dr. med. Ansgar Felbecker stellte Prof. Dr. med. Stefan Klöppel die neuen Therapieempfehlungen in der Schweiz vor, die unter der Leitung des Vereins Swiss Memory Clinics (SMC) erarbeitet wurden.
Herr Klöppel stellte verschiedene Behandlungsoptionen im Bereich der Primärversorgung vor, darunter die kognitive Rehabilitation und die Physiotherapie. Er betonte die wichtige Rolle von sogenannten Dementia Care Managern, die dazu beitragen können, eine Heimeinweisung zu verzögern. Zudem wurden aktuelle Herausforderungen wie die Finanzierung und der Fachkräftemangel thematisiert, aber auch neue Chancen, wie der Einsatz von Sensortechnik in der stationären Alterspsychiatrie beleuchtet.
Die überarbeiteten Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Verhaltens- und psychischen Symptomen bei Demenz (BPSD) wurden vorgestellt. Diese betonen die Wichtigkeit nichtmedikamentöser Interventionen wie etwa milieutherapeutische Massnahmen oder Psychoedukation, die auf klinischer Erfahrung basieren und vorrangig eingesetzt werden sollten.
Darüber hinaus wurden die Grundsätze und Herausforderungen des medikamentösen Einsatzes bei BPSD diskutiert, insbesondere im Hinblick auf Nutzen-Risiko-Abwägungen und das Problem der Polymedikation.
Die Ergebnisse eines Forschungsprojekts zur Demenzdiagnostik in den Schweizer Kantonen wurden präsentiert. Das Projekt wurde im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Gesundheitsversorgung» (NFP 74) durchgeführt. Ziel war es, ein umfassendes Bild der Demenzdiagnostik in den Kantonen zu gewinnen. Es zeigte sich, dass Früherkennung und Diagnose auch den Einbezug des Sozialbereichs und der Langzeitpflege erfordern.
Im Zentrum standen die Herausforderungen im Umgang mit Personen, die sowohl an Demenz als auch an einer Abhängigkeitsproblematik leiden – sei es in der stationären Pflege, in der Psychiatrie oder im Bereich Palliative Care. Dabei wurden strukturelle Schwächen in der Versorgung aufgezeigt und die Bedeutung spezifischer Konzepte für diese besonders vulnerable Zielgruppe hervorgehoben.
Erstmals fand eine gemeinsame Veranstaltung der Plattformen Palliative Care und Demenz statt, denn das Thema gesundheitliche Vorausplanung (GVP) betrifft beide Bereiche. GVP bedeutet, die eigenen Werte und Vorstellungen zur Behandlung und Betreuung bei Krankheit, Unfall oder Pflegebedürftigkeit zu reflektieren und mitzuteilen. Im Falle einer Urteilsunfähigkeit werden diese so für andere greifbar, etwa in Form einer Patientenverfügung. GVP schafft Sicherheit, unabhängig von Alter oder Gesundheitszustand. Für Menschen mit Demenz ist dies besonders wichtig, da ihre Entscheidungsfähigkeit im Verlauf der Erkrankung schrittweise abnimmt. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig Gedanken zu machen.
Der Vormittag widmete sich den nationalen Aktivitäten zur GVP. Dabei wurden laufende Projekte der Arbeitsgruppe GVP vorgestellt. Ergänzt wurde dies durch praxisnahe Einblicke zur erfolgreichen Umsetzung der GVP in Pflegeheimen.
Am Nachmittag boten verschiedene Parallelsessions vertiefte Einblicke in die GVP, etwa zur GVP bei Menschen mit Demenz, zu Qualitätskriterien von Patientenverfügungen sowie zur Sensibilisierung und Information der Bevölkerung. Im Kantonsworkshop hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich über die Umsetzung der GVP in ihren jeweiligen Kantonen auszutauschen und voneinander zu lernen.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Begriffen Autonomie und Würde als zentrale Werte ärztlicher und pflegerischer Praxis. Dabei wurde deutlich, dass diese Konzepte nur im respektvollen Miteinander und im echten Dialog lebendig und wirksam werden können.
Gemeinsam mit dem Verein mosa!k wurde ein kantonales Vorhaben zur nachhaltigen Finanzierung der Langzeitpflege erörtert. Am Nachmittag war die Veranstaltung öffentlich zugänglich, und das Nationale Forum Alter und Migration brachte die Perspektive von Menschen mit Demenz im Migrationskontext ein.
Diskutiert wurden aktuelle Ergebnisse zur Demenzversorgung in der Schweiz, neue Empfehlungen im Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten (BPSD) sowie laufende Studien und Entwicklungen zu Medikamenten.
Die Forumsveranstaltung stand unter der Leitfrage: «Was können wir tun, um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren betreuenden Angehörigen zu verbessern?».
Anhand von Praxisbeispielen aus der Sammlung von Gesundheitsprojekten (www.bag-blueprint.ch) wurde verdeutlicht, wie dies in der Praxis gelingen kann.
Zudem wurde aufgezeigt, dass sich auch die Lebensqualität von Menschen mit Demenz in Heimen steigern lässt. Zentrale Erfolgsfaktoren sind Zeit und die konsequente Umsetzung vorhandenen Wissens.
Ein Ausschnitt des Kinodokumentarfilms «Tiger und Büffel» sowie die anschliessende Diskussion mit dem Regisseur und einem betreuenden Angehörigen ermöglichten einen Perspektivenwechsel und rundeten das Programm ab: Tiger und Büffel – Der Kinodokumentarfilm.
Die zweite Veranstaltung zum Thema «Demenz und Lebensqualität» wurde online durchgeführt.
Dabei wurden zentrale Aspekte der Lebensqualität von Menschen mit Demenz sowie entsprechende Interventionen vorgestellt. Im Plenum wurde darüber diskutiert, welche Anforderungen die Forumsmitglieder an eine Sammlung von Praxisbeispielen stellen würden. Eine solche Sammlung ist inzwischen auf der Webseite bag-blueprint.ch verfügbar.
An der ersten Forumsveranstaltung der Nationalen Plattform Demenz wurden die Prioritäten der Plattform festgelegt. In vier Workshops zu den Themen «Datengrundlagen», «Vulnerable Personen», «Stationäre Langzeitpflege» und «Ambulantes Betreuungssetting» brachten die Mitglieder zahlreiche neue Impulse ein.
Wissen und Erfahrungen aus Projekten und Initiativen sind wertvolle Ressourcen. Die Webseite www.bag-blueprint.ch bündelt Praxisbeispiele, die aufzeigen, wie Interventionen die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren betreuenden Angehörigen stärken können.
Die Sammlung umfasst neben Demenz auch weitere Gesundheitsthemen. Sie richtet sich an Fachpersonen und Multiplikatoren aus den Bereichen Gesundheit, Sozialem, Bildung und Verwaltung sowie an alle Interessierten. Die Beispiele sollen als Inspiration dienen – ganz im Sinne des Namens blueprint.
Haben auch Sie ein Projekt, das Sie teilen möchten? Dann erfassen Sie es hier: Projekt erfassen.
Newsletter
Möchten Sie über Aktuelles zu den Arbeiten der Plattform und zum Thema Demenz informiert werden? Dann melden Sie sich für den Newsletter der Sektion Weiterentwicklung Gesundheitsversorgung an, der von allen Interessierten abonniert werden kann: Die Newsletters des BAG.