Demenz: Datengrundlagen
In der Schweiz werden bislang keine umfassenden systematischen Daten zur Demenz erhoben. Solche Informationen sind jedoch wichtig, um bestehende Lücken im Versorgungssystem zu erkennen und gezielt zu schliessen.
Bessere Versorgung für Menschen mit Demenz
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 19. November 2025 den Bericht in Erfüllung des Postulats 22.3867 «Betreuung von Menschen mit Demenz. Finanzierung verbessern» verabschiedet.
Die Zahl der Menschen mit Demenz wird in der Schweiz steigen. Dem Bundesrat ist es deshalb wichtig, die Gesundheitsversorgung und relevante sozialpolitische Instrumente noch mehr auf Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen auszurichten. Der Bericht zeigt auf, in welchen Bereichen die Finanzierung und die Versorgung verbessert werden können.
Behandlungsverläufe von Demenzpatientinnen und -patienten
In der Schweiz gibt es keine systematische Datenerhebung zu Demenz. Das Obsan hat daher im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) eine Bestandesaufnahme der vorhandenen Gesundheitsstatistiken zu Patientinnen und Patienten mit Demenz durchgeführt.
Die Ergebnisse sind ermutigend: Es ist möglich, diese Patientinnen und Patienten in den bestehenden Datenbanken zu identifizieren und die Daten in hoher Qualität zu verknüpfen. So können typische Behandlungsverläufe rekonstruiert und analysiert werden.
Die Studie zeigt zudem, dass die Inanspruchnahme des Versorgungssystems durch Menschen mit Demenz stark variiert. So besteht beispielsweise ein Zusammenhang zwischen Geschlecht und Behandlungsverlauf. Behandlungsverläufe, die mindestens einen Aufenthalt in der stationären Psychiatrie umfassen, weisen ein spezifisches Profil auf.
Psychopharmaka in der Demenzbehandlung
Im Auftrag des BAG hat das Obsan den Einsatz von Antidementiva und anderen Psychopharmaka bei älteren Menschen in der Schweiz untersucht. Der entsprechende Bericht im Obsan Bulletin beleuchtet den Gebrauch von Antidementiva, Antipsychotika, Antidepressiva und Benzodiazepinen in verschiedenen Versorgungssettings.
Dabei stehen folgende Fragen im Fokus:
- Wie haben sich die bezogenen Mengen über die Jahre entwickelt?
- Wer bezieht die Medikamente und wer verschreibt sie?
Auch die Situation in Pflegeheimen wird analysiert:
- Erhalten Menschen mit Demenz häufiger Antipsychotika, Antidepressiva und Benzodiazepine als Menschen ohne Demenz?
Erhebung zur Demenzversorgung in den Kantonen
Der Bericht «Versorgungsstrukturen und -angebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in den Kantonen» gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Demenzversorgung und deren Umsetzung in den Kantonen.
Die Daten stammen aus einer elektronischen Befragung der Kantone sowie der regionalen Sektionen von Alzheimer Schweiz. Ergebnisse liegen für alle 26 Kantone und für 20 der 21 Sektionen von Alzheimer Schweiz vor.
Faktenblätter zu Demenzindikatoren
Faktenblättern liegen zu folgenden Indikatoren vor:
- Prävalenzschätzungen
- Sterbefälle
- Spitalpatient/innen mit Demenzdiagnose
- Kosten der Demenzerkrankungen
- Schätzungen zur Anzahl Demenzbetroffener in der Spitex
Die Faktenblätter und weitere Informationen finden Sie hier: Zahlen und Fakten zu Demenz.
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