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Rahmenbedingungen im Bereich der Antibiotika

Rahmenbedingungen und Anreize werden auf politischer, gesetzlicher und finanzieller Ebene so überarbeitet und angepasst, dass Antibiotika verantwortungsvoll eingesetzt werden und auch in Zukunft wirksame Substanzen zur Verfügung stehen.

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News

Verfügbarkeit neuer antibakterieller Substanzen in der Schweiz: Wo stehen wir im Vergleich zum Ausland?

10.07.2024 - Neue antibakterielle Substanzen können Leben retten. Zwischen 2010 und 2020 wurden in den USA, in Kanada, Europa und Japan insgesamt 18 neue antibakterielle Substanzen erstmals zugelassen und in mindestens einem Land auf den Markt gebracht. Jedoch zeigt eine Analyse, dass viele dieser neuen Substanzen, selbst in einkommensstarken Ländern, nur zeitverzögert oder gar nicht auf den Markt kommen – so auch in der Schweiz.

Einzelabgabe von Antibiotika

Durch die bedarfsgerechte Abgabe von Antibiotika an Patientinnen und Patienten kann der unsachgemässe Einsatz von Antibiotika reduziert werden.

Teilrevision des Epidemiengesetzes

Der Bundesrat möchte die Rahmenbedingungen für die Bewältigung künftiger Pandemien verbessern. Deshalb läuft derzeit ein Prozess zur Revision des Epidemiengesetzes.

Neue Massnahmen zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen und nosokomialen Infektionen bilden dabei einen Schwerpunkt. Der One-Health-Aspekt, der sich auf die Wechselbeziehung zwischen menschlicher Gesundheit, Tiergesundheit und Umwelt konzentriert, wird ebenfalls verstärkt. Der Bundesrat hat die Botschaft zur Revision des Epidemiengesetzes an seiner Sitzung vom 20. August 2025 ans Parlament überwiesen.

Das revidierte EpG sieht vor, dass der Bund den Antibiotikaverbrauch beispielsweise in den Spitälern erhebt. So kann die Wirkung von Massnahmen, die in Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten entwickelt worden sind, überprüft und allenfalls angepasst werden. Wenn Resistenzen gegen Antibiotika die Gesundheit der Patientinnen und Patienten oder des Personals gefährden oder die Qualität der Behandlungen beeinträchtigen, kann der Bundesrat den Spitälern und anderen öffentlichen oder privaten Gesundheitseinrichtungen verschiedene Massnahmen auferlegen.

Die Revision des EpG ermöglicht es auch, mit finanziellen Anreizen die Bereitstellung von Antibiotika zu fördern. So kann die Forschung und Entwicklung an neuen, wirksamen Antibiotika gestärkt und ihre Verfügbarkeit in der Schweiz sichergestellt werden.

Verfügbarkeit von Antibiotika fördern

Die Entwicklung und der Zugang zu bestehenden und neuen Antibiotika soll in der Schweiz und auf globaler Ebene unterstützt werden.

Verfügbarkeit von Antibiotika in der Schweiz

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) stellt basierend auf dem Landesversorgungsgesetz die Verfügbarkeit von verschiedenen Antibiotikaklassen in der Schweiz sicher. In den letzten Jahren kam es – unter anderem bedingt durch globale Lieferengpässe und verschärft durch die Covid-19-Pandemie – vermehrt zu Versorgungsstörungen mit Antibiotika und anderen Medikamenten. Das BAG hat deshalb eine Reihe von Optimierungsmassnahmen im Versorgungsbericht 2022 vorgeschlagen. Trotz bereits ergriffener Massnahmen bleibt die Arzneimittelversorgung angespannt. Der Bund realisiert nun weitere Massnahmen zur Stärkung der Arzneimittelversorgung.

Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika auf globaler Ebene

Vor dem Hintergrund der global zunehmenden Resistenzen zeigt sich ein dringender Bedarf für die Entwicklung neuer Antibiotika. Lösungsansätze dafür werden weltweit gemeinsam von verschiedenen Regierungen, internationalen Organisationen und Akteuren der Pharmaindustrie gesucht. Zur Entwicklung neuer Antibiotika und Diagnostika kofinanziert die Schweiz verschiedene internationale Produktentwicklungspartnerschaften. Unterstützt werden die Global Antibiotic Resistance Research and Development Partnership (GARDP), welche neue Antibiotika entwickelt und diese weltweit verfügbar macht, und die Foundation for Innovative New Diagnostics (FIND), welche die Entwicklung und den Zugang zu Diagnostika im Bereich AMR fördert.

Eine 2024 veröffentlichte Analyse zeigt, dass neue Antibiotika in der Schweiz nur zeitverzögert oder gar nicht auf den Markt kommen. Zur Verbesserung des Marktzugangs werden alternative Anreizmodelle für Antibiotika für die Schweiz (Pull-Incentives) geprüft. Dazu wird ein Pilotprojekt des Vereins Round Table Antibiotika Schweiz unterstützt. Ziel des Projekts ist es, ein Anreizmodell für die Pilotierung in der Schweiz zu erarbeiten und Implementierungsoptionen zu beschreiben und zu bewerten. Im März 2024 wurde hierzu ein White Paper veröffentlicht.

Weitere Informationen

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4. Februar 2025

Strategie NOSO: Spital- und Pflegeheiminfektionen reduzieren

Die Zahl der Spital- und Pflegeheiminfektionen in der Schweiz soll sinken. Dies ist das Ziel der nationalen Strategie zur Überwachung, Verhütung und Bekämpfung von healthcare-assoziierten Infektionen (Strategie NOSO).

Bundesamt für Gesundheit BAG

Abteilung Übertragbare Krankheiten
Sektion Infektionskontrolle und Bekämpfungsmassnahmen
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern