Demenz: Stationäre Langzeitpflege
In der stationären Langzeitpflege sollen Menschen mit Demenz eine Betreuung und Behandlung erhalten, die sich an ihren individuellen Bedürfnissen orientiert, ihre Würde wahrt und ihre Angehörigen als wertvolle Ressource einbezieht.
Demenz und gesundheitliche Vorausplanung
Pflegeheime bieten vielfältige Angebote zur Langzeitpflege und -betreuung, um die Lebensqualität und Würde von Menschen mit Demenz zu erhalten. Sie unterstützen Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen in allen Lebenslagen bis zum Lebensende.
Ein zentrales Element zur Erreichung dieses Ziels ist die gesundheitliche Vorausplanung (GVP). Im Frühstadium einer Demenz gilt es, den Willen der betroffenen Person zu ermittelt und festzuhalten. Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten und die Urteilsfähigkeit eingeschränkt, müssen geeignete Wege gefunden werden, um die Betroffenen dennoch einzubeziehen.
Die Nationale Plattform Demenz setzt sich dafür ein, GVP frühzeitig in den Behandlungs- und Betreuungsprozess von Menschen mit Demenz zu integrieren. Eine neue Broschüre dient dazu, die GVP in Institutionen der stationären Langzeitpflege zu integrieren. Die Wegleitung richtet sich an alle Berufsgruppen in Alters- und Pflegeheimen und soll dabei helfen, gemeinsam mit den Bewohnenden festzulegen, wie sie im Falle einer Urteilsunfähigkeit behandelt und betreut werden möchten.
Siehe auch Forumsveranstaltung 2025: Nationale Plattform Demenz: Vernetzung und Veranstaltungen.
DemCare: Empfehlungen Langzeitpflege
Die Broschüre «Begleitung, Betreuung, Pflege und Behandlung von Personen mit Demenz – Empfehlungen für Langzeitinstitutionen» wurde im Rahmen der Nationalen Demenzstrategie 2014-2019 erstellt und ist nach wie vor von zentraler Bedeutung für die Arbeit mit Menschen mit Demenz. Seit 2024 tragen die Empfehlungen den griffigeren Namen «DemCare».
Zur Erinnerung: Das DemCare-Konzept wurde 2013 in den Pflegezentren der Stadt Zürich (heute: Gesundheitszentren für das Alter) als Qualitätskriterien für die Betreuung von Menschen mit Demenz entwickelt und bildete die Grundlage für die vorliegenden Empfehlungen.
Möchten Sie bei der Implementierung von DemCare mithelfen?
CURAVIVA hat im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) die Meinung von Praxisvertreterinnen und -vertretern aus Langzeitpflegeinstitutionen eingeholt, um fördernde und hindernde Faktoren für die Umsetzung der Empfehlungen in der Praxis besser zu erkennen. Gemeinsam wurden Möglichkeiten erarbeitet, wie die Empfehlungen in die Institutionen gelangen und dort nachhaltig umgesetzt werden können.
Assessments in der Langzeitpflege
Die fachgerechte Beurteilung von Menschen mit Demenz ist entscheidend für eine bedarfsgerechte Pflege und Betreuung. Dieses Handbuch für Fachleute bietet einen Überblick über den Einsatz demenzspezifischer Assessments in der Langzeitpflege. Es stellt bewährte Instrumente vor, erläutert deren Anwendung im Pflegealltag und gibt Hinweise zur Integration in bestehende Pflegeprozesse.
Empfehlungen zum Umgang mit BPSD
Die Empfehlungen zum Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Symptomen der Demenz (BPSD) wurden 2024 aktualisiert. Die Publikation und weitere Informationen finden Sie hier: Demenz: Ambulantes Betreuungssetting.
Diagnostikempfehlungen Demenz
Der Verein Swiss Memory Clinics hat die Empfehlungen für die Diagnostik von Demenz aktualisiert. Die Publikation und weitere Informationen finden Sie hier: Demenz: Ambulantes Betreuungssetting.
Therapieempfehlungen Demenz
Auf Grundlage internationaler Empfehlungen hat der Verein Swiss Memory Clinics Therapieempfehlungen für die Schweiz erarbeitet. Sie finden die Broschüre hier: Demenz: Ambulantes Betreuungssetting.
Weitere umgesetzte Arbeiten
In Zusammenarbeit mit der Plattform Palliative Care gab das BAG 2020 eine Studie in Auftrag, um zu prüfen, ob es Instrumente zur gesundheitlichen Vorausplanung gibt, die speziell für Personen mit eingeschränkter Urteilsfähigkeit entwickelt wurden.
Der Lehrstuhl für Geriatrische Palliative Care des Universitätsspitals Lausanne (CHUV) wurde mit dieser Arbeit beauftragt. Der Schlussbericht zeigt die vorhandenen Instrumente auf und kommt zum Ergebnis, dass diese trotz eines klaren Bedarfs nur selten existieren und wenig genutzt werden.
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