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Schweiz – USA: Gesundheitsthemen

Die Schweiz und die USA haben Mitte November 2025 eine Absichtserklärung abgeschlossen, welche die Schweiz Ende Juni 2026 bekräftigt hat. Das BAG beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und setzt sich mit anderen Bundesstellen dafür ein, den Standort Schweiz zu stärken, um der Bevölkerung weiterhin einen guten Zugang zu Medikamenten zu sichern.

Die USA erheben auf viele Import-Güter Zölle. Der pauschale Zusatz-Zoll für die Schweiz wurde gestützt auf die Absichtserklärung rückwirkend auf den 14. November 2025 von 39 auf 15 Prozent gesenkt. Nach Aufhebung der länderspezifischen Zusatzzölle durch den Obersten Gerichtshof der USA im Februar 2026 führte der amerikanische Präsident neue Zusatzzölle auf anderer gesetzlicher Grundlage ein. Der Bundesrat will die Zollerleichterungen mit einem Handelsabkommen verstetigen. Am 14. Januar 2026 hat er das entsprechende Verhandlungsmandat verabschiedet.

Für pharmazeutische Produkte wurden am 3. April 2026 auf Basis einer sogenannten 232-Untersuchung – einer Prüfung, ob Importe die nationale Sicherheit gefährden – von den USA Zusatzzölle angekündigt. Für Pharmazeutika aus der Schweiz halten sich die USA mit einem länderspezifischen Zusatzzollsatz von maximal 15 Prozent an ihre Zusage im Rahmen der gemeinsamen Absichtserklärung vom November 2025. Generika bleiben weiterhin von den US-Zusatzzöllen ausgenommen. Des weiteren gelten Ausnahmen für Firmen, die Investitionszusagen gemacht oder eine Vereinbarung mit den US-Behörden getroffen haben (z.B. Roche und Novartis).

Die Einführung von Zusatzzöllen ist eine zusätzliche Belastung für die exportierende Schweizer Pharmaindustrie und hat negative Konsequenzen auf die Versorgungssicherheit und Innovationskraft.

US-Medikamentenpreise und Folgen für die Schweiz

Gleichzeitig gibt es in den USA Bestrebungen, mittels der sogenannten Most-Favored-Nation-Politik (MFN) die Preise für Medikamente zu regulieren. Preismodelle für verschiedene Sozialversicherungsprojekte (GENEROUS; GLOBE; GUARD) wurden publiziert. Die Umsetzung und die Auswirkungen der Massnahmen der USA sind weiterhin mit grosser Unsicherheit behaftet. Zudem hat die US-Regierung Vereinbarungen mit 17 grossen Pharmaunternehmen abgeschlossen, darunter auch mit schweizerischen. Der Bundesrat kennt den Inhalt der Vereinbarungen nicht im Detail. Es sollen vor allem neue Arzneimittel betroffen sein, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen. Die Vereinbarungen sehen vor, dass die Preise in der Schweiz neben anderen Ländern im Auslandpreisvergleich der USA berücksichtigt werden. Das heisst, dass die Preise der berücksichtigten Länder den Preis in den USA mitbestimmen können. Für die Pharmaindustrie sind diese Massnahmen eine Herausforderung, weil sie in den USA einen signifikanten Anteil ihrer Umsätze erzielt.

Der Bund beobachtet aufmerksam, welche weiteren Auswirkungen die Entwicklungen für die Schweiz haben. Zusammen mit anderen Bundesstellen setzt sich das BAG dafür ein, die Rahmbedingungen für die biomedizinische Forschung und Produktion in der Schweiz weiter zu stärken. Das WBF und das EDI haben die Arbeitsgruppe «Lifesciences-Standort» eingesetzt. In dieser Arbeitsgruppe werden unter anderem auch Lösungen besprochen, die dazu führen sollen, dass für die Bevölkerung auch im Kontext der US-Politik ein guter Zugang zu neuen, innovativen Medikamenten bestehen bleibt und dass die Prämienzahlenden möglichst nicht zusätzlich belastet werden.

Das BAG treibt parallel folgende Massnahmen voran:

  • Zugang zu Medikamenten: Das BAG ist im Austausch mit der Pharmaindustrie, damit die bereits guten Prozesse der Aufnahme in die Spezialitätenliste und die Preisfestsetzung weiter beschleunigt und modernisiert werden können. Bereits 2025 wurden erste Massnahmen umgesetzt. Um die Versorgung mit Arzneimitteln weiter zu verbessern, den Zugang zu innovativen Therapien zu fördern und Kosten zu dämpfen, hat das Parlament zudem ein Paket verabschiedet, bei dem es nun um die Umsetzung geht. Die Vernehmlassung dazu ist seit dem 26. Mai 2026 abgeschlossen. Siehe auch: Medikamentenpreise / Umsetzung Kostendämpfungspakets 2
  • Humanforschungsgesetz: Eine Revision bezweckt, die rechtlichen Grundlagen an technologische Fortschritte anzupassen, die effiziente Nutzung von Daten und Proben zu verbessern und die Vollzugsorganisation zu optimieren, um die Einreiche- und Bewilligungsverfahren für Projekte zu vereinfachen. Das kommt der forschenden Industrie und der akademischen Forschung zugute: die Regelung der Humanforschung in der Schweiz
  • Heilmittelgesetz: Dieses wird laufend revidiert, damit es dem technologischen Wandel Rechnung trägt und den Zugang zu innovativen Therapien verbessert, z.B. mit einem transparenten rechtlichen Rahmen für Arzneimittel für neuartige Therapien (Advanced Therapy Medicinal Products ATMP): Teilrevision des Heilmittelgesetzes
  • Gesundheitsdaten: Im Rahmen von DigiSanté, dem Programm des Bundes zur digitalen Transformation im Gesundheitswesen, wird die für die Forschung wichtige Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten verbessert. Nebst der technischen Infrastruktur geht es um Standards, Gesetzgebung und Gouvernanz sowie Vorgaben, wie Daten zu anonymisieren sind. Ein besserer Zugang zu standardisierten Gesundheitsdaten ist eine Investition in den Innovations- und Forschungsplatz Schweiz.
  • Medizinaltechnik: Der Bundesrat hat im Frühling 2025 entscheiden, die Grundlagen zu schaffen, um Medizinprodukte, die auf dem US-Markt verfügbar sind, auf den Schweizer Markt zu bringen, wenn sie unsere Anforderungen an die Patientensicherheit erfüllen. Die Schweiz beabsichtigt, die Verordnung bis zum dritten Quartal 2027 anzupassen. Eine gute Versorgung mit Medizinprodukten ist zentral für die Schweizer Bevölkerung. Dazu gehören Implantate, Produkte zur Injektion, Infusion, Transfusion und Dialyse, Dentalprodukte, Labordiagnostika sowie In-vitro-Diagnostika. Siehe auch: Medizinprodukte

Zur Verbesserung der Rahmenbedingungen braucht es eine Gesamtsicht. Das BAG arbeitet zusammen mit den betroffenen Akteuren daran, den Medikamenten-Zugang weiter zu verbessern. Standortpolitik kann aber nicht über höhere Medikamentenpreise gemacht werden. Die Schweiz hat bei den Medikamenten bereits die höchsten Preise und Kosten in Europa. Und da in der Schweiz die meisten Medikamente von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung und somit einer Sozialversicherung vergütet werden, die von der Bevölkerung über Prämien finanziert wird, würden höhere Preise auch höhere Krankenkassen-Prämien bedeuten – in einer Situation, da die Prämienlast unserer Bevölkerung schon sehr hoch ist. Das BAG setzt sich aber mit den erwähnten anderen Massnahmen dafür ein, dass die Rahmenbedingungen für die Pharmaindustrie gestärkt werden.

Bundespräsident Guy Parmelin (WBF) und Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider (EDI) haben Mitte Januar 2026 die Arbeitsgruppe «Lifesciences-Standort» eingesetzt. Diese wird prüfen, wie bestmögliche Rahmenbedingungen für die Lifesciences und die pharmazeutische Industrie in der Schweiz geschaffen werden können: Arbeitsgruppe zur Sicherstellung bestmöglicher Rahmenbedingungen für die Lifesciences in der Schweiz

Weitere Informationen

Bundesamt für Gesundheit BAG

Abteilung Kommunikation und Kampagnen
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern