Empfehlung für die Covid-19-Impfung
Erfolgte Anpassungen vom 28.09.2026
Folgende Anpassungen der Covid-19-Impfempfehlung für die Saison 2026/2027 wurden gegenüber der Vorgängerversion vom 16.09.2024 durch BAG und EKIF vorgenommen:
Empfohlener Impfzeitpunkt für die saisonale Impfung (Einzeldosis): der bisherige empfohlene Zeitpunkt Herbst/Winter (idealerweise zwischen Mitte Oktober und Dezember) wurde aufgrund der veränderten epidemiologischen Entwicklung ab Saison 2024/2025 (siehe unten) folgendermassen angepasst:
- Die Impfung wird im Herbst (ab September) empfohlen. Eine noch nicht erfolgte Impfung soll während der Saison nachgeholt werden.
Schwangere: Die Covid-19-Impfung wird nicht mehr allen Schwangeren empfohlen.
- Schwangeren ohne Grunderkrankung wird die Impfung nur dann empfohlen, wenn sie nach einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung als medizinisch indiziert erachtet wird.
- Für Schwangere mit einer Grunderkrankung gilt neu die WHO-Definition von chronischen Erkrankungen, welche das Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung erhöhen.
Personen < 16 Jahre mit schwerer Immundefizienz (noch ungeimpft oder nach Stammzelltransplantation):
- Eine Grundimmunisierung mit 3 respektive 4 Dosen wird neu nicht mehr empfohlen.
Die vollständige «Empfehlung für die Covid-19-Impfung (Update 2026)» mit wissenschaftlicher Begründung finden Sie unter folgendem Link (als PDF):…….
Covid-19-Impfempfehlung in Kürze
Epidemiologische Entwicklung ab Saison 2024/2025
In der Schweiz hat sich in den vergangenen zwei Jahren ein saisonales Muster der SARS-CoV-2-Zirkulation gezeigt, mit einem Anstieg im Spätsommer und einem Höhepunkt im Spätherbst bzw. noch vor Jahresende (siehe BAG-Jahresbericht respiratorische Viren 2024/2025 [1] sowie 2025/2026 [2], Publikation erfolgt in Kürze). In Deutschland wurden die saisonalen Höhepunkte der Covid-19-Hospitalisierungen im Jahre 2024 und 2025 im Oktober resp. Mitte Dezember beobachtet [3]. Wann in der Schweiz der Höhepunkt der Hospitalisationen im Jahr 2024 und 2025 auftrat, ist noch unbekannt. Es stehen jeweils keine aktuellen Covid-19-Hospitalisationsdaten über die letzten zwei Jahre zur Verfügung. Es wird angenommen, dass der Höhepunkt in einem ähnlichen Zeitfenster wie zuletzt in Deutschland aufgetreten ist. Demzufolge wird der empfohlene Impfzeitpunkt auf Herbst (ab September) angepasst (bisher Herbst/Winter, idealerweise zwischen Mitte Oktober und Dezember).
Impfzielgruppen
Das BAG und die EKIF empfehlen die Impfung gegen Covid-19 für folgende Personengruppen:
- Allen Personen ≥ 65 Jahren als ergänzende Impfung zum individuellen Schutz vor dem altersbedingt erhöhten Risiko eines schweren Verlaufs;
- Personen ≥ 16 Jahren mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf aufgrund einer
- bestimmten Grunderkrankung (siehe Kategorienliste, Anhang 1 oder
- aufgrund von Trisomie 21;
- Schwangere mit einer Grunderkrankung gemäss WHO-Definition, welche das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf erhöht: Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, chronische Nierenerkrankungen, chronische Lebererkrankungen, Diabetes mellitus, Adipositas, neurologische Erkrankungen und Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen [4].;
- Schwangere ohne Grunderkrankung nur, wenn die Impfung nach einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung als medizinisch indiziert erachtet wird.
Allen anderen Personen wird keine Impfung gegen Covid-19 empfohlen, da bei Personen ohne Risikofaktoren kaum ein Risiko für eine schwere Erkrankung besteht. Das Gesundheitsfachpersonal kann sich gegen Covid-19 impfen lassen, ohne dass das BAG und die EKIF eine Empfehlung für diese Personengruppe aussprechen.
Impfzeitpunkt, Impfschema und empfohlene Impfstoffe
- Eine saisonale Impfung mit einer Impfdosis wird im Herbst empfohlen (ab September). Eine noch nicht erfolgte Impfung soll während der Saison nachgeholt werden.
- Für Personen ≥ 16 Jahre mit schwerer Immundefizienz sind für die saisonale Impfung spezielle Empfehlungen bezüglich der Wahl des Impfzeitpunktes zu beachten (siehe Kapitel «Personen mit schwerer Immundefizienz (ohne Stammzelltransplantation)»5.1).
- Die jährliche Impfung wird unabhängig von der Anzahl bereits erhaltener Covid-19-Impfdosen sowie durchgemachter SARS-CoV-2-Infektionen empfohlen.
- Ein Abstand von sechs Monaten zur letzten Covid-19-Impfdosis oder bestätigten SARS-CoV-2-Infektion soll eingehalten werden.
- Als Impfstoff wird für die saisonale Impfung (Einzeldosis) präferenziell ein an zirkulierende SARS-CoV-2-Virusvarianten angepasster mRNA-Impfstoff empfohlen. Die aktuell verfügbaren Covid-19-mRNA-Impfstoffe Comirnaty® und Spikevax® werden gleichwertig empfohlen.
- Besonderes Impfschema für Personen ≥ 16 Jahre nach Stammzelltransplantation (SZT): unabhängig vom Immunstatus wird nach einer SZT eine Grundimmunisierung mit einem «3+1»-Impfschema empfohlen (Details, siehe Kapitel «Personen nach Stammzelltransplantation» 5.3). Die aktuell verfügbaren mRNA-Impfstoffe werden gleichwertig empfohlen mit Ausnahme für 16-29-Jährige nach SZT (Comirnaty® weiterhin empfohlen).
Covid-19-mRNA-Impfstoffe
Empfohlene Impfstoffe
Die EKIF und das BAG empfehlen, dass für die Impfung präferenziell saisonal angepasste mRNA-Impfstoffe verwendet werden, um den bestmöglichen Schutz gegen schwere Covid-19 Verläufe für die aktuelle Saison zu gewährleisten. Es wird erwartet, dass jeweils auf den Herbst hin Impfstoffe an die Varianten des SARS-CoV-2 Virus angepasst werden, von welchen angenommen wird, dass sie oder von ihnen abstammende Varianten in der Schweiz prädominant sein werden.
In Abhängigkeit der Anzahl empfohlener Impfdosen und des Alters gilt aktuell folgende Impfstoffempfehlung:
- Saisonale Einzeldosis (alle ≥ 16 Jahre): Spikevax® oder Comirnaty® (gleichwertig empfohlen)
- Grundimmunisierung («3+1»-Impfschema) nach Stammzelltransplantation:
- ≥ 30-Jährige: Spikevax® oder Comirnaty® (gleichwertig empfohlen)
- 16–29-Jährige: Comirnaty®.
Zugelassene und (noch) verfügbare mRNA-Impfstoffe ab Alter 12 Jahre (Stand September 2026)
- Comirnaty® XFG (Zulassung seit Sommer 2026): Dieser Impfstoff enthält pro Dosis 30 μg Nukleosid-modifizierte mRNA, welche für das Spike-Protein der SARS-CoV-2 Subvariante XFG kodiert. Von Swissmedic zugelassen ist die primäre Impfserie (Grundimmunisierung) mit zwei Dosen sowie die Auffrischimpfung (mind. sechs Monate nach der letzten Covid-19-Impfstoff-D2.3osis) für Personen ab 12 Jahren. Stark immungeschwächte Personen von ≥ 12 Jahren können im Einklang mit den nationalen Empfehlungen weitere Dosen Comirnaty XFG erhalten.
- Spikevax® XFG (Zulassung seit Sommer 2026): Dieser Impfstoff enthält pro Dosis 50 μg Nukleosid-modifizierte mRNA, die für das Spike-Protein der SARS-CoV-2-Variante XFG kodiert. Von Swissmedic zugelassen ist eine Impfdosis (mind. drei Monate nach der letzten Dosis eines Covid-19-Impfstoffes) bei Personen ≥ 12 Jahren mit oder ohne vorhergehende Impfung. Für immungeschwächte Personen von ≥ 12 Jahren (mit oder ohne vorhergehende Impfung) ist die Auffrischimpfung mittels einer oder mehrerer Dosen mindestens zwei Monate nach der letzten Dosis eines Covid-19-Impfstoffes zugelassen.
- Comirnaty® LP.8.1 (Zulassung seit August 2025, nur noch für kurze Zeit erhältlich): Dieser Impfstoff enthält pro Dosis 30 μg Nukleosid-modifizierte mRNA, welche für das Spike-Protein der SARS-CoV-2 Subvariante LP.8.1 kodiert (Impfantigen-Variante für die Saison 2025/2026). Informationen zur Zulassung, siehe oben.
In der Schweiz ist für Kinder < 12 Jahre aktuell kein Covid-19-Impfstoff zugelassen.
Kontraindikationen
- Anaphylaxie oder allergische Allgemeinreaktion: Eine bekannte oder wahrscheinliche Sensibilisierung vom Soforttyp auf Inhaltsstoffe des Impfstoffes: Polyethylenglykol (PEG, Macrogol) oder Tromethamin/Trometamol (TRIS) stellen zumindest eine relative Kontraindikation zur Verabreichung des Impfstoffes dar (Informationen zu den Inhaltsstoffen siehe entsprechende Fachinformation). Personen mit entsprechender Anamnese oder Verdacht wie auch Personen mit schwerer Anaphylaxie (Grad III/IV) mit unklarem oder noch nicht abgeklärtem Auslöser oder idiopathischer Anaphylaxie wird eine Abklärung und Beratung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Allergologie und klinische Immunologie empfohlen.
Vorsichtsmassnahmen
- Myokarditis/Perikarditis nach einer Impfdosis: Experten empfehlen in diesem Fall, weitere Impfdosen aufzuschieben [43]. Die Verabreichung einer weiteren Impfdosis kann nach Beratung durch die Fachärztin oder den Facharzt mit persönlicher Risiko-Nutzen Analyse in Betracht gezogen werden. Dabei soll das persönliche Risiko einer schweren akuten Covid-19-Infektion und das SARS-CoV-2-Expositionsrisiko berücksichtigt werden.
- Bei akuter fieberhafter Erkrankung soll die Impfung verschoben werden.
- Für den Fall einer allergischen Reaktion sollte geschultes Gesundheitspersonal mit direktem Zugriff auf eine Notfallausrüstung inklusive Adrenalin verfügbar sein sowie eine Überwachung von mindestens 15 Minuten direkt nach der Verabreichung am Impfort gewährleistet werden. Wenn die erste Dosis gut toleriert wurde, ist eine Überwachung von fünf Minuten nach den weiteren Dosen ausreichend.
- Vor der ersten Impfdosis: Bei Personen mit bekannter Anaphylaxie auf andere Impfstoffe, schweren akuten Allergien oder kutaner oder systemischer Mastozytose in der Anamnese: Vorabklärungen gemäss Kapitel 6 der «Richtlinien und Empfehlungen für die Impfung gegen Covid-19» (Stand 02.10.2023) [35].
- Vor weiteren Impfdosen: Aktiv klären, ob es nach früheren Dosen zu UIE gekommen ist.
- Es ist kein Minimalabstand zwischen einer Covid-19-Impfung und der Verabreichung von anderen Impfungen nötig (wie bei allen Nicht-Lebendimpfstoffen). So ist auch die gleichzeitige Verabreichung der Influenza-Impfung möglich.
Personen mit schwerer Immundefizienz (ohne Stammzelltransplantation)
Zu den Personen ≥ 16 Jahre mit einem erhöhten Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs gehören auch Personen mit einer schweren Schwäche des Abwehrsystems (schwere Immundefizienz). Die Immunschwäche kann sowohl angeboren, erworben oder durch Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, bedingt sein (z. B. Chemotherapien, Behandlung von Autoimmunerkrankungen oder nach Transplantationen eines soliden Organs). Diese Personen haben ein deutlich höheres Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung als andere Personen gleichen Alters haben und die Immunantwort auf die Impfung kann eingeschränkt sein. Dies ist für die Wahl des Impfzeitpunktes zu beachten.
Kinder und Jugendliche mit schwerer Immundefizienz werden unabhängig vom Impfstatus nicht mehr zu den Personen mit erhöhtem Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung gezählt. Gemäss Expertenmeinung und Feedback von den grossen pädiatrischen Kliniken in der Schweiz werden schwere Covid-19-Verläufe in dieser Personengruppe nur noch sehr selten beobachtet.
Definition von schwerer Immundefizienz (ohne SZT)
Als schwer immundefizient gelten Personen ≥ 16 Jahre, welche während der SARS-CoV-2 Saison an einer der folgenden Erkrankungen leiden oder unter einer der folgenden schwer immunsupprimierenden Behandlungen stehen:
- B-Zell-depletierende Therapie (z. B. Rituximab, Ocrelizumab, Cyclophosphamid)
- Hochdosis-Chemotherapie
- Kortikosteroidtherapie ≥20 mg Prednisonäquivalente/Tag während > 2 Wochen
- Kombinationstherapie verschiedener immunsupprimierender Medikamente
- weitere Therapien, die zu einer schweren Immunsuppression führen (z. B. Mycophenolat, Ciclosporin, Januskinase-Inhibitoren u. ä.)
sowie
- Personen vor oder nach Transplantation eines soliden Organs
- Personen mit einem angeborenen Immundefekt mit eingeschränkter B- und T-Zell-Funktion (z. B. Common Variable Immunodeficiency CVID, isolierte CD4-Lymphozytopenie u. ä.)
- Patientinnen und Patienten mit HIV-Infektion und CD4+-Zellen < 200/µL
- Patientinnen und Patienten unter Dialyse (Hämodialyse und Peritonealdialyse)
- Patientinnen und Patienten mit weiteren Erkrankungen, die mit einer vergleichbar schweren Immundefizienz einhergehen.
Wahl des Impfzeitpunkts bei schwerer Immundefizienz (ohne SZT)
Für die saisonale Covid-19-Impfung mit einer Impfdosis gelten die gleichen Empfehlungen wie auch für andere Impfungen bei Personen mit einer schweren Immundefizienz (siehe separat vom Impfplan publizierte Empfehlungen):
- Impfungen sollten vorzugsweise während einer stabilen Phase der Erkrankung durchgeführt werden. Generell sollte die Immunsuppression zum Zeitpunkt der Impfung so gering wie möglich sein, sofern dies die Behandlung der Erkrankung zulässt.
- Ist bei einer Person eine immunsuppressive Therapie oder die Intensivierung einer bestehenden immunsuppressiven Therapie geplant, soll die Impfung möglichst vor Beginn der Therapie durchgeführt werden. Es muss kein minimales zeitliches Intervall zwischen Impfung und Therapie eingehalten werden, da es sich nicht um einen Lebendimpfstoff handelt.
- Bei vorübergehender schwerer Immunsuppression oder bei B-Zell-depletierenden Therapien ist der ideale Zeitpunkt der Impfung unter Abwägung des Infektionsrisikos und der erwartbaren Impfantwort mit der behandelnden Spezialistin oder dem behandelnden Spezialisten festzulegen. Wenn möglich, sollte die Impfung bei Therapien, welche die B-Zellen depletieren, nicht zu einem Zeitpunkt verabreicht werden, in dem die B-Zellen depletiert sind. Die Impfung kann jedoch auch bei Personen unter B-Zelldepletion einen partiellen Schutz vor schwerem Covid-19-Verlauf bewirken, da eine T-Zell-Antwort aufgebaut werden kann [66–68].
Monoklonale Antikörper zur passiven Immunisierung
Für schwer immundefiziente Patientinnen und Patienten soll bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 unabhängig vom Impfstatus eine frühzeitige Therapie mit direkt wirkenden Virostatika (DAA, direct acting antivirals) geprüft werden. Monoklonale Antikörper wurden in früheren Phasen der Pandemie bei ausgewählten schwer immundefizienten Personen zur Therapie bzw. Prophylaxe eingesetzt; aufgrund fehlender Wirksamkeit gegen die aktuell zirkulierenden Varianten steht derzeit jedoch kein entsprechend wirksamer monoklonaler Antikörper zur Verfügung und ihr Einsatz wird nicht empfohlen.
Personen nach Stammzelltransplantation
Die Indikation zur Impfung gegen Covid-19 von Personen nach autologer oder allogener Stammzelltransplantation erfolgt durch das oder in Absprache mit dem jeweiligen Transplantationszentrum. Die folgenden Empfehlungen sind angelehnt an die Einschätzung der European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) von Januar 2022 [69] und an eine aktuellere Literaturübersicht [70].
Personen im Alter von ≥ 6 Monaten bis < 16 Jahren, welche eine SZT erhalten haben, wird keine Grundimmunisierung gegen Covid-19 mehr empfohlen. Gemäss Einschätzung der EKIF hat sich die Krankheitslast für diese Zielgruppe mit den Omikron-Virusvarianten deutlich reduziert. Covid-19 bedingte Hospitalisationen werden bei Kindern und Jugendlichen nach Stammzelltransplantation nur noch selten in der Schweiz beobachtet. Für die Altersgruppe ≥ 6 Monaten bis < 12 Jahre steht zusätzlich kein zugelassener Covid-19-Impfstoff mehr zur Verfügung.
Impfschema und Impfzeitpunkt nach Stammzelltransplantation
Nach einer Stammzelltransplantation gilt für Personen ≥ 16 Jahre folgende Empfehlung:
- Eine Grundimmunisierung wird unabhängig davon empfohlen, ob die Person vor der Transplantation an Covid-19 erkrankte oder geimpft wurde.
- Impfschema zur Grundimmunisierung («3+1»-Schema): drei Impfdosen im Minimalabstand von je 4 Wochen zwischen den einzelnen Dosen und eine Auffrischimpfung nach sechs Monaten.
- Impfzeitpunkt: Die Impfung soll 3–6 Monate nach der Stammzelltransplantation erfolgen. Die Impfung löst eine bessere Immunantwort aus, wenn sie in einem grösseren zeitlichen Abstand zur Transplantation erfolgt (sechs Monate).
- Variantenangepasste mRNA-Impfstoffe für die Grundimmunisierung nach SZT:
- Für Personen ≥ 30 Jahre werden die aktuell verfügbaren Impfstoffe Comirnaty® oder Spikevax® gleichwertig empfohlen.
- Für 16–29-Jährige wird die Verwendung des variantenangepassten Impfstoffes Comirnaty® empfohlen.
- Ein Minimalabstand zwischen einer Covid-19-mRNA-Impfung und der Verabreichung von anderen Impfungen ist nicht erforderlich.
- Serologie: Da das Immungedächtnis nach einer Stammzelltransplantation nicht mehr vorhanden ist, wird keine Serologie zur Bestimmung des Impfschemas empfohlen. Nach der dritten Impfdosis kann mittels einer Serologie abgeschätzt werden, ob eine Impfantwort aufgebaut wurde.
- Jährliche Impfung: Solange die Immundefizienz weiter besteht, wird die saisonale Impfung mit einer Impfdosis empfohlen, wie sie auch für andere Personen mit erhöhtem Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung gilt (siehe Kapitel 1).
Die Impfung soll verzögert erfolgen bei:
- schwerer Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) Grad III – IV
- Gabe von Anti-CD20-Antikörpern oder anderer B-Zell-Depletion in den letzten sechs Monaten, wenn ausserhalb der SARS-CoV2 Saison (Herbst/Winter)
- Personen mit Chimeric Antigen Receptor (CAR)-T-Zell-Therapie und B-Zell-Aplasie früher als sechs Monate nach der Therapie
- kürzlicher Therapie mit Antithymoglobulin (ATG) oder Alemtuzumab.
Der ideale Zeitpunkt bei diesen spezifischen Situationen soll in enger Zusammenarbeit mit dem betreuenden Spezialärztinnen und Spezialärzten erfolgen.
Weitere Informationen
Referenzen
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