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Prävention in der Gesundheitsversorgung

Nichtübertragbare Krankheiten nehmen zu. Um sie einzudämmen, braucht es einen angepassten Ansatz in der Gesundheitsversorgung: Von der rein kurativen Behandlung bereits Erkrankter hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung, die Prävention einschliesst, um Krankheiten zu verhindern oder zu verzögern.

Über ein Drittel der Schweizer Bevölkerung leidet an einer nichtübertragbaren Krankheit (Non-Communicable Diseases, NCDs) wie Krebs oder Diabetes. Ein gesunder Lebensstil und die Kenntnisse darüber können solche Krankheiten vermindern oder gar dafür sorgen, dass sie gar nicht erst auftreten.

Gesundheitsfachpersonen geniessen ein hohes Vertrauen und ihre Ratschläge haben eine grosse Glaubwürdigkeit. Sie eignen sich darum ideal, um kranke Menschen oder solche mit erhöhtem Risiko zu begleiten und zu beraten, wie sie ihre Gesundheit verbessern können.

Schnittstellen verbessern und Ausbildung verstärken

Erkrankungsrisiken vermindern, den Krankheitsverlauf mindern, die Lebensqualität sowie Autonomie verbessern, den Behandlungsbedarf zu vermindern und Kosten senken – das alles wird durch Prävention in der Gesundheitsversorgung (PGV) ermöglicht. Damit sich die Wirkung voll entfalten kann, müssen Gesundheitsförderung und Prävention zu einem selbstverständlichen Bestandteil jeder Behandlung werden.

Da Menschen auf unterschiedliche Weise mit dem Gesundheitssystem in Berührung kommen, ist es wichtig, Gesundheitsförderung und Prävention über die gesamte Gesundheitsversorgung und -beratung zu etablieren. Interprofessionelle Gesundheitsteams oder elektronische Hilfsmittel erleichtern dabei die Aufgaben- und Rollenteilung und verbessern die Zusammenarbeit zwischen Fachpersonen und deren Institutionen.

Auch die Aus-, Weiter- und Fortbildungen der verschiedenen Berufsgruppen entlang der medizinischen Versorgungskette werden angepasst und präventive Aspekte stärker einbezogen. Im Zentrum der vermittelten Inhalte stehen Kurse zur Selbstmanagementförderung, motivierende Gesprächsführung sowie die Stärkung der interprofessionellen Zusammenarbeit.

Den Patienten/die Patientin aktiv einbinden und ins Zentrum stellen

Die Prävention soll noch mehr von den Patientinnen und Patienten aus gedacht werden: Ihre Bedürfnisse sollen im Zentrum stehen, sie sollen stärker in den Behandlungsprozess einbezogen werden und mit dem Arzt oder der Ärztin Ziele vereinbaren. Die Selbstmanagement-Förderung stärkt Patientinnen und Patienten und die Eigenverantwortung im Umgang mit der Gesundheit.

Nutzung von Daten und Apps

Daten und Apps können die Kommunikation zwischen Patienten/Patientinnen und Leistungserbringern erleichtern und präventiv wirken. Das elektronische Gesundheitsdossier (E-GD) sowie Gesundheits-Apps erleichtern die Umsetzung, Koordination, Auswertung und Evaluation präventiver Massnahmen sowie ein rasches Eingreifen bei einem Notfall (z.B. bei Diabetes-Kranken). Wichtig sind dabei Vertrauenswürdigkeit und ein sicherer Umgang mit Daten.

PGV - ein Ausblick: Grundversorgung stärken

Der Bundesrat hat zusammen mit den Kantonen, Gemeinden sowie weiteren Stakeholdern die "Agenda Grundversorgung" erarbeitet und 2025 vorgestellt. Sie zielt darauf ab, allen Menschen in der Schweiz einen ausreichenden und qualitativ hochwertigen Zugang zur Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Dabei wird einen Schwerpunkt auf Präventionsmassnahmen inkl. PGV gelegt. Der Bundesrat wird 2026 entsprechende Umsetzungsschritte festlegen.

PGV weiter stärken

Im Bericht in Erfüllung der Postulate Wasserfallen und Maret hat der Bundesrat das Potenzial von PGV, der wachsenden Krankheitslast entgegenzuwirken und das Gesundheitssystem zu entlasten, skizziert sowie die Rollen verschiedener Akteure in diesem Bereich geklärt. Er hat dementsprechend Massnahmen vorgeschlagen, um PGV weiter zu stärken:

  • Stärkung der Koordination auf nationaler Ebene mit Unterstützung der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz.
  • Förderung der Integration von PGV in die kantonale Gesundheitsversorgung.
  • Ausbau regionaler Anlaufstellen, die den Zugang zu Prävention und Gesundheitsversorgung erleichtern und die Koordination zwischen medizinischen und sozialen Leistungen verbessern.
  • Weiterentwicklung hybrider Finanzierungsmodelle, die PGV-Massnahmen in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Versicherungen abdecken.
  • Prüfung der Einbindung zusätzlicher präventiver Inhalte in die Aus- und Weiter- und Fortbildung von Gesundheitsfachpersonen.

Umsetzung von Prävention in der Gesundheitsversorgung

Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz (GFCH) ist auf nationaler Ebene für die Umsetzung von Prävention in der Gesundheitsversorgung zuständig. GFCH spricht jährlich projektgebundene Förderbeiträge im Umfang von mehreren Millionen Franken und koordiniert entsprechende Massnahmen und Projekte gemäss ihrem gesetzlichen Auftrag mit den Kantonen.

Weitere Informationen

Weiterführende Themen

Bundesamt für Gesundheit BAG

Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern