Mpox
Das Mpox-Virus (ehemals «Affenpocken» oder monkeypox genannt) wird meist durch engen, vorwiegend sexuellen Kontakt übertragen. In der Regel verläuft die Krankheit mild. Eine Impfung ist verfügbar.
Erreger und Übertragung
Das Mpox-Virus gehört zur Gattung der Orthopoxviren. Das Mpox-Virus wird in zwei unterschiedliche Kladen eingeteilt: Klade I und Klade II.
Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt in erster Linie über direkten Haut- und Schleimhautkontakt sowie über Kontakt mit infiziertem Sekret von einem oder mehreren Bläschen oder Läsionen auf der Haut- oder Schleimhaut der erkrankten Person, insbesondere über sexuelle Kontakte.
Mpox-Viren können auch über den Schorf, über Atemwegssekrete und Körperflüssigkeiten, sowie bei infizierten Schwangeren über die Plazenta auf den Fötus übertragen werden. Nicht gesichert ist derzeit, ob das Mpox-Virus durch Sperma, Vaginalsekret, Urin oder Stuhl verbreitet werden kann.
Krankheitsbild
Die ersten Symptome treten in der Regel 5 bis 13 Tage nach engem Kontakt mit einer infizierten Person auf. Die Inkubationszeit kann jedoch zwischen 1 und 21 Tagen liegen. Die Ausprägung der Symptome ist individuell unterschiedlich.
In einigen Fällen treten nur einzelne und schwach ausgeprägte Symptome auf. Oft ist der Hautausschlag unauffällig, mit nur wenigen oder einzelnen Bläschen oder Pusteln. Die Bläschen oder Pusteln (Läsionen) können Schmerzen verursachen, jucken und sich in verschiedenen Entwicklungsstadien zeigen. Zudem können grippale Symptome (wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf-Muskel- Rückenschmerzen und Halsschmerzen), sowie Symptome in der Genital- und Analregion (wie Schmerzen, Blutungen und Entzündungen) auftreten.
Eine infizierte Person ist wahrscheinlich ansteckend nach Auftreten der ersten Symptome bis zum Ende des Hautausschlags, also bis die letzten Hautkrusten abgefallen sind.
In der Regel heilt die Erkrankung von selbst und ohne schwerwiegende Langzeitfolgen aus. Immungeschwächte Personen sowie Säuglinge, Kinder und Schwangere scheinen ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf zu haben.
Tritt eine Erkrankung auf, werden hauptsächlich die Krankheitssymptome behandelt.
Verbreitung und Häufigkeit
Das natürliche Reservoir des Mpox-Virus ist bislang nicht geklärt. In den betroffenen Regionen Afrikas können sich verschiedene Kleinsäuger, insbesondere bestimmte Nagetierarten, mit dem Virus infizieren und es auf den Menschen übertragen. Seit der Identifizierung des ersten Falls beim Menschen im Jahr 1970 wurden in mehreren Ländern Zentral- und Westafrikas regelmässig sporadische oder mehrere Fälle beobachtet. Ausserhalb dieser Regionen wurden ausser einem Ausbruch 2003 in den USA nur Einzelfälle nach Reisen in die Risikogebiete beobachtet.
Im Sommer 2022 wurden erstmals weltweit und auch in der Schweiz aussergewöhnlich viele Mpox Klade-II-Infektionen festgestellt. Die Klade Ib, die zunächst ausschliesslich in Afrika beobachtet worden war, wurde ab 2024 auch ausserhalb Afrikas, insbesondere in Europa, nachgewiesen. In der Schweiz wurde sie erstmals 2025 identifiziert. Seit Herbst 2022 ist die Zahl der gemeldeten Fälle (alle Kladen zusammengenommen) in der Schweiz und im übrigen Europa deutlich zurückgegangen. Es werden jedoch weiterhin sporadische Fälle und punktuell vorübergehende Anstiege der Fallzahlen beobachtet. In der Schweiz und im übrigen Europa wurde beobachtet, dass besonders (aber nicht ausschliesslich) Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), sowie trans Personen mit wechselnden männlichen Sexualpartnern vom Mpox-Virus betroffen sind. Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung ist gering.
Vorbeugung
Personen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko können sich grundsätzlich durch eine Verhaltensanpassung vor einer Übertragung schützen. Dazu gehört den Kontakt mit infizierten Personen zu vermeiden.
Daneben kann der Impfstoff (Jynneos® von Bavarian Nordic) vorbeugend verabreicht werden. Nach aktueller Kenntnis ist der verfügbare Impfstoff (Jynneos®) gegen die in der Schweiz vorkommenden Mpox-Viruskladen (Klade I und Klade II) wirksam und gilt als sicher. Personen mit einer vollständigen Mpox-Impfung oder einer durchgemachten Mpox-Infektion (Klade II) dürften auch vor Mpox der Klade I geschützt sein. Durchbruchinfektionen sind jedoch möglich.
Die Impfung wird Personen mit beruflichem Expositionsrisiko (z. B. Laborpersonal) sowie MSM und trans Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern empfohlen.
Nach einem Risikokontakt mit einem bestätigten oder mutmasslichen Mpox-Fall wird eine Impfung als Postexpositionsprophylaxe empfohlen. Die Impfung sollte dann innerhalb von 4 Tagen, spätestens jedoch bis 14 Tage nach der Exposition verabreicht werden.
Bei anhaltendem Expositionsrisiko wird eine einmalige Auffrischimpfung frühestens zwei Jahre nach der Grundimmunisierung empfohlen.
Wer sich impfen lassen will, findet weitere Informationen auf www.impfen-schweiz.ch und soll sich zuvor von einer spezialisierten ärztlichen Fachperson beraten lassen.
Die Kantone sind für die Organisation und die Durchführung der Impfung zuständig und legen fest, wo man sich impfen lassen kann. Informationen zu Impfmöglichkeiten und spezialisierte ärztliche Fachpersonen finden Sie bei den kantonalen Gesundheitsbehörden.
Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen und Impfstoffen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) finden Sie auf der BAG-Webseite Kostenübernahme bei Impfungen. Das Merkblatt zur Finanzierung der Mpox-Impfung enthält zudem weiterführende Informationen zum Zugang zum Impfstoff, zu den Anforderungen an die Leistungserbringer und zum Abrechnungsprozess.
Und für alle Menschen, die Sex haben, gilt:
«Machen Sie Ihren Safer-Sex-Check auf www.lovelife.ch.»
Empfehlung bei Reisen nach Afrika
Eine Ansteckung mit dem Mpox-Virus kann entweder durch den Kontakt mit Tieren, die das Virus in sich tragen, insbesondere Nagetieren, oder durch den Kontakt mit infizierten Personen erfolgen.
Bei Einhaltung der Präventionsmassnahmen (z. B. Vermeidung des Kontakts mit Wildtieren sowie mit potenziell infizierten Personen) ist das Risiko, sich bei einem Aufenthalt in den von der aktuellen Epidemie betroffenen Gebieten mit dem Virus anzustecken, weiterhin sehr gering. Enge körperliche und vor allem sexuelle Kontakte erhöhen das Risiko jedoch stark. Es ist daher ratsam, solche Situationen möglichst zu meiden.
Weitere Informationen und spezifische Hinweise wurden vom Expertenkomitee für Reisemedizin (ECTM) zusammengestellt und sind unter www.healthytravel.ch (Stichwortsuche "Mpox") zu finden. Insbesondere Mitarbeitenden von Hilfsorganisationen, die im Rahmen von humanitären Einsätzen in Risikogebieten bei ihrer Tätigkeit dem Virus ausgesetzt sein können, wird empfohlen, sich gemäss den aktuellen Empfehlungen impfen zu lassen.
Reiseimpfungen werden von der Obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) grundsätzlich nicht vergütet. Im Falle einer beruflichen Indikation erfolgt die Kostenübernahme durch den Arbeitgeber
Informationen zu den kantonalen Gesundheitsbehörden oder Anlaufstellen
Weitere Information finden Sie auch auf:
Home | Aids-Hilfe Schweiz
Home | Dr. Gay - Deutsch (drgay.ch)
www.healthytravel.ch > Stichwortsuche «Mpox»
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