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Kooperation im Bereich Antibiotikaresistenzen

Die Zusammenarbeit der betroffenen Akteure auf politischer, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene wird national und international gemäss dem One-Health-Ansatz gefördert und bereichsübergreifend koordiniert.

Logo Strategie Antibiotikaresistenzen

News

Rückblick auf einen Meilenstein: Hochrangiges Treffen der UNO zu Antibiotikaresistenzen

11.11.2024 - Am 26. September 2024 fand das hochrangige Treffen der UNO-Generalversammlung zu Antibiotikaresistenzen am Hauptsitz der Organisation in New York statt. Das BAG war Teil der Schweizer Delegation unter der Leitung von Thomas Gürber, stellvertretendem Staatssekretär im EDA. Damit trafen sich die Staats- und Regierungschefs der Welt zum zweiten Mal auf dieser Ebene, um sich mit der globalen Bedrohung durch Infektionen von resistenten Erregern zu befassen.

Neue Impulse für die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen

13.11.2023 - Welche Schwerpunkte soll die nationale Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) in den kommenden Jahren setzen? Diese Frage diskutierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen. Die Inputs aus dem Workshop fliessen in den One Health-Aktionsplan 2024 – 27 ein.

Bereichsübergreifende Strategiekoordination

Ein Koordinationsorgan zur Strategieumsetzung mit Vertretungen von Bund und Kantonen stellt die bereichsübergreifende Umsetzung der Strategie StAR im Sinne eines One-Health-Ansatzes sicher.

Die Umsetzung der Strategie ist komplex und interdisziplinär. Die Strategie wird deshalb in einem koordinierten One-Health-Ansatz zwischen den Bundesämtern BLV, BLW, BAFU und BAG umgesetzt. Das BAG ist dabei federführend. Die enge Zusammenarbeit der beteiligten Bundesämter schafft Synergien und hilft, die Ziele der Massnahmen bereichsübergreifend umzusetzen. Im Koordinationsorgan Epidemiengesetz und in seinem ständigen Unterorgan One Health greifen Bund und Kantone die aktuellen Themen in Zusammenhang mit der Strategie Antibiotikaresistenzen regelmässig auf und fördern damit deren Umsetzung.

Beratendes Expertengremium

Ein Expertengremium für Antibiotikaresistenzen und -verbrauch berät das BAG in der Strategieumsetzung. Seit 2016 berät eine Gruppe von Expertinnen und Experten die Projektleitung bei der Umsetzung der Strategie im Humanbereich (StAR-M). Die Mitglieder dieses beratenden Gremiums (Core Team) stammen aus verschiedenen Disziplinen und Fachgebieten der Humanmedizin.

Einbezug von Akteuren und Fachgesellschaften

Fachgesellschaften, Forschende, Akteure der Gesundheitsversorgung und Expertengruppen sind bei der Erarbeitung und Umsetzung von Massnahmen zentral eingebunden und bringen Fachwissen, Erfahrungen und Netzwerke in die Strategieumsetzung ein.

Die aus dem gemeinsamen Dialog entstehende Stosskraft und breite Akzeptanz aller Akteure sind entscheidende Stärken dieser Strategie. Das Mitwirken der Akteure ist für die Strategie unabdingbar. Die medizinischen Fachgesellschaften spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie haben das medizinisch-fachliche Wissen und kennen die Alltagspraxis. Damit Empfehlungen und Richtlinien langfristig mitgetragen und umgesetzt werden, ist der direkte Einbezug der Fachgesellschaften essentiell.

Das BAG koordiniert dazu ergänzend Unterstützung und subventioniert entsprechende Projekte. Darüber hinaus organisiert es regelmässig verschiedene Plattform-Anlässe für die Akteure. Diese Plattformen liefern wertvolle Rückmeldungen zu den Massnahmen der Strategie.

Die enge Zusammenarbeit zwischen den Fachgesellschaften und dem BAG erlaubt eine nachhaltige und breite Umsetzung der Strategie. In vielen Bereichen gibt der Bund zwar die Stossrichtungen und die strategischen Ziele vor, die Umsetzung wird jedoch häufig von den Akteuren selber realisiert.

Unterstützung internationaler Aktivitäten im Bereich Antibiotikaresistenzen

Die Schweiz engagiert sich auf internationaler Ebene im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen.

Die Schweiz unterstützt im Bereich der Antibiotikaresistenzen internationale Bestrebungen, die Problematik gemeinsam und koordiniert anzugehen, z.B. den globalen Plan zur Umsetzung der Bekämpfung von antimikrobiellen Resistenzen der WHO (adoptiert im Mai 2015). Auch nahm die Schweiz am High-Level Meeting der Generalversammlung der UNO vom 26. September 2024 teil, an der zum zweiten Mal Antibiotikaresistenzen traktandiert waren. Die Schweiz beteiligt sich ebenfalls am Programm der Global Health Security Agenda (GHSA). Weiterhin werden im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) verschiedene Projekte zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen (AMR) gefördert.

Zur Entwicklung neuer Antibiotika und Diagnostika kofinanziert die Schweiz verschiedene internationale Produktentwicklungspartnerschaften. Unterstützt wird die Global Antibiotic Resistance Research and Development Partnership (GARDP), welche neue Antibiotika entwickeln und diese weltweit zur Verfügung stellt. Unterstützt wird auch die Foundation for Innovative New Diagnostics (FIND), welche die Entwicklung und den Zugang zu Diagnostika auch im Bereich AMR fördert.

Die Schweiz beteiligt sich an weiteren internationalen Initiativen, wie dem weltweiten System der WHO zur Überwachung der antimikrobiellen Resistenzen und des Verbrauchs (Global Antimicrobial Resistance and Use Surveillance System GLASS) oder der europäischen Initiative zur gemeinsamen Programmplanung im Bereich der antimikrobiellen Resistenzen (Joint Programming Initiative on Antimicrobial Resistance JPIAMR).

Weitere Informationen

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4. Februar 2025

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Bundesamt für Gesundheit BAG

Abteilung Übertragbare Krankheiten
Sektion Infektionskontrolle und Bekämpfungsmassnahmen
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern