Forschung zu gesundheitlicher Chancengleichheit
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erarbeitet Wissensgrundlagen im Bereich gesundheitliche Chancengleichheit und lanciert Studien zur Gesundheit benachteiligter Bevölkerungsgruppen.
Welche Bevölkerungsgruppen sind in der Schweiz von gesundheitlicher Ungerechtigkeit besonders betroffen? Was wissen wir über die Ursachen? Welche Möglichkeiten gibt es, ihre Situation zu verbessern? Welche Erfahrungen wurden bis jetzt gemacht?
Aktuell
Bericht und Broschüre zu gesundheitlichen Ungleichheiten
Der Bericht «Gesundheit – für alle? Bericht zu gesundheitlichen Ungleichheiten in der Schweiz» des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) im Auftrag des BAG gibt einen umfassenden Überblick über gesundheitliche Ungleichheiten in der Schweiz. Er umfasst 30 Gesundheitsindikatoren und zeigt, wie sich diese nach sozialen Merkmalen wie Geschlecht, Bildung, Einkommen und Migrationshintergrund unterscheiden.
Neben den sozialen Merkmalen berücksichtigt der Bericht auch besonders verletzliche Gruppen – etwa Sans-Papiers oder wohnungslose Menschen. Der Bericht macht sichtbar, wie vielfältig gesundheitliche Ungleichheiten sind und wo Handlungsbedarf besteht, um die Chancengleichheit im Gesundheitswesen zu fördern.
Ergänzend zum Bericht steht eine Broschüre zur Verfügung, die die wichtigsten Zahlen und Fakten aus dem Bericht anschaulich darstellt.
Hinweis: Der Bericht kann in gedruckter Version hier bezogen werden: Gesundheit – für alle? | OBSAN.
Grundlagenberichte
Ein praxisorientierter Grundlagenbericht beantwortet diese Fragen:
Chancengleichheit in der Gesundheitsförderung und Prävention in der Schweiz
Bericht und Kurzversion sind ein gemeinsames Produkt von Gesundheitsförderung Schweiz, dem Bundesamt für Gesundheit und der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren. Sie sollen dazu beitragen, dass alle Menschen in der Schweiz dieselben Chancen auf ein gesundes Leben erhalten. Mit theoretischen Erläuterungen, Begriffsklärungen und Praxisempfehlungen fördern sie ein gemeinsames Verständnis der Problemlage und nachhaltige Lösungen.
Printversionen: Auf der Webseite des Bundesamtes für Bauten und Logistik können Sie diesen Bericht und die Kurzversion kostenlos als gedruckte Publikationen bestellen.
Erklärvideos zum Grundlagenbericht
Im Auftrag des BAG und Gesundheitsförderung Schweiz sind fünf Erklärfilme zur Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit in Gesundheitsförderungs- und Präventionsprojekten entstanden. Sie wurden von Expertinnen und Experten der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW in Kooperation mit der HETSL / HES-SO und Unisanté erstellt.
Die Videos richten sich an Fachpersonen und weitere Interessierte des Themas der gesundheitlichen Chancengleichheit. Die Filme unterstützen mit Anregungen, konkreten Ratschlägen und Informationen, um Projekte der Gesundheitsförderung und Prävention wirksam auf sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen auszurichten.
Auf der Webseite der FHNW finden Sie die restlichen Videos und Begleitdokumente.
Weitere Grundlagenberichte
Das BAG hat zudem folgende Grundlagenberichte erstellen lassen, um sein Engagement in den Bereichen Chancengleichheit sowie Migration und Gesundheit zu bestimmen:
Indikatoren der Chancengerechtigkeit
Einem Forschungsteam ist es gelungen, anhand von potenziell vermeidbaren Spitalaufenthalten die Chancengerechtigkeit in der Schweizer Gesundheitsversorgung zu messen. Die Studienergebnisse zeigen: Es gibt einen deutlichen Zusammenhang zwischen potenziell vermeidbaren Spitalaufenthalten und sozioökonomischer Benachteiligung. Auch die Dichte der Leistungserbringer und die kulturelle Vielfalt spielen eine Rolle.
Forschungsprojekte
Die Forschungsaktivitäten des BAG haben das Ziel, Entwicklungen und Probleme im Bereich gesundheitliche Chancengleichheit zu beobachten (Monitoring) sowie vertiefte Erkenntnisse zu gewinnen, um gezielte Massnahmen durchführen zu können. In den nächsten Jahren soll insbesondere analysiert werden, welche Kosten die Fehlversorgung, Unter- oder Überversorgung von benachteiligten Bevölkerungsgruppen nach sich ziehen und welchen Nutzen die durchgeführten Massnahmen erbringen. Die Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB) wurden im Hinblick auf gesundheitlichen Ungleichheiten spezifisch ausgewertet: siehe Bericht Gesundheit der Migrationsbevölkerung.
Um das Bild zu vervollständigen, werden auch zusätzliche Untersuchungen bei den Gruppen durchgeführt, die in der SGB kaum erfasst sind wie z.B. bei den Personen im Asylbereich.
Forschungsberichte
Schlussbericht und Policy Brief zum Projekt «Equity Ticino»
Im Rahmen des Projekts Equity Ticino (EquiTI) wurden mithilfe partizipativer Aktionsforschung innovative Instrumente entwickelt, um Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung zu verringern. Das Projekt ist in Zusammenarbeit zwischen dem Tessiner Kantonsspitalverbund (EOC) und der Fachhochschule Südschweiz (SUPSI) im Auftrag des BAG entstanden.
Das Projekt wurde im Regionalspital Beata Vergine in Mendrisio durchgeführt. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Qualitätsindikatoren für die Versorgungsgerechtigkeit sowie auf der Erkennung der sozialen Vulnerabilität von Patientinnen und Patienten mit (erzwungenem) Migrationshintergrund und der Verbesserung deren Unterstützung.
Im Schlussbericht lesen Sie mehr zum Projekt. Der Policy Brief zeigt die Kernergebnisse des Projekts auf und enthält Empfehlungen zur Förderung der Chancengleichheit durch partizipative und sozial innovative Ansätze.
Bessere Gesundheitsversorgung für gehörlose Menschen
Gehörlose und schwerhörige Menschen haben in der Schweiz oft einen erschwerten Zugang zur Gesundheitsversorgung. Eine vom BAG und dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EBGB) in Auftrag gegebene Situations- und Bedarfsanalyse zeigt den Handlungsbedarf auf und formuliert zehn Empfehlungen für eine barrierefreie und bedarfsgerechte Versorgung.
Weitere Informationen sowie Forschungsberichte finden Sie thematisch zugeordnet auf den Webseiten über Gesundheitliche Chancengleichheit sowie auf folgenden Seiten:
Forschungsprojekte zu gesundheitlicher Chancengleichheit
Zurzeit werden mit unserer finanziellen Unterstützung verschiedene Forschungsprojekte zu Chancengerechtigkeit in Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung sowie zum Thema Gesundheitskompetenz realisiert.
Gesundheit von LGBT-Personen
LGBT-Personen sind in der Schweiz gesundheitlich benachteiligt. Dies vor allem hinsichtlich psychischer und sexueller Gesundheit sowie Substanzkonsum. LGBT-Personen sollen in nationalen Strategien und Programmen besser berücksichtigt werden. Die Datenlage betreffend sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität soll in nationalen Befragungen ebenfalls verbessert werden.
Gesundheit der Migrationsbevölkerung
In der Schweiz ist die Gesundheit von Migrantinnen und Migranten oftmals gefährdeter als jene der einheimischen Bevölkerung.
Schlüsselmerkmale zur Erfassung des Migrationshintergrunds
Das BAG liess migrationsspezifische Merkmale definieren, die in Gesundheitsbefragungen idealerweise erfasst werden sollten. Ziel ist die Vereinheitlichung und Vergleichbarkeit von Datenquellen.
Wissensgrundlagen zum Dolmetschen
Das BAG ist bestrebt, zum Thema interkulturelles Dolmetschen zusätzliches Wissen zu erarbeiten und zu publizieren: zum Beispiel Forschungsergebnisse, Rechtsgutachten, Literatur-Reviews und Empfehlungen.
Forschungsberichte Nichtübertragbare Krankheiten (NCD)
Hier finden Sie eine Liste mit Forschungsberichten zum Thema «nichtübertragbare Krankheiten», die vom Bundesamt für Gesundheit finanziert worden sind.
Internationaler Kontext
Das Thema Chancengleichheit hat auch in internationalem Kontext einen hohen Stellenwert. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Europäische Union betrachten gesundheitliche Chancengleichheit als Voraussetzung für Sicherheit, Frieden und gesellschaftlicher Prosperität und haben zu ihrer Förderung Empfehlungen und Berichte veröffentlicht. Weitere Informationen finden Sie unten in der Infobox.
Weitere Informationen
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Weiterführende Themen
Bundesamt für Gesundheit BAG
Sektion Gesundheitliche Chancengleichheit
Schwarzenburgstrasse 157
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