Förderprogramm EmGv: geförderte Finanzhilfeprojekte
Auf dieser Webseite finden Sie Informationen zu den Projekten, die durch das Förderprogramm «Effizienz in der medizinischen Grundversorgung (EmGv)» finanziell unterstützt werden.
Erste Förderrunde
In der ersten Förderrunde (2025) wurden rund 80 Gesuche eingereicht. Neun davon werden vom Bund gefördert.
- Laufzeit: 2025-2028
- Kurzbeschrieb des Projekts: Das Projekt entwickelt eine digitale Chatbot-Lösung, die älteren Menschen mit chronischen oder mehrfachen Erkrankungen ein längeres, selbstbestimmtes und autonomes Leben zu Hause ermöglicht. Gleichzeitig soll sie Angehörige sowie Fachpersonen entlasten. Der Chatbot vernetzt Betroffene, Angehörige und lokale Versorgungsakteure, bietet niedrigschwellige Beratungs- und Informationsangebote und leitet komplexe Fälle gezielt an Fachstellen weiter. Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt im Lötschental soll das Konzept nun auf den gesamten Kanton Wallis ausgeweitet werden. Ziel ist es, durch bessere Koordination Doppelspurigkeit zu vermeiden, die Effizienz der Grundversorgung in den Städten sowie in ländlichen, alpinen Regionen zu steigern und den Fachkräftemangel im Pflegebereich abzufedern. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern weiterentwickelt und skalierbar gestaltet, um langfristig auch andere Regionen zu erreichen.
- Gesprochener Betrag: CHF 100'000
- Kontakt:
Fernando Carlen, Hochschule für Gesundheit, HES-SO Wallis: fernando.carlen@hevs.ch
Patrick Kuonen, Hochschule für Wirtschaft, HES-SO Wallis: patrick.kuonen@hevs.ch
- Laufzeit: 2025-2028
- Kurzbeschrieb des Projekts:
Das Projekt legt die Grundlage für eine evidenzbasierte Weiterentwicklung der Diabetesversorgung in der Schweiz, indem es die interprofessionelle Zusammenarbeit, Versorgungsstrukturen und regionale Unterschiede systematisch analysiert. Dabei werden bestehende Versorgungsstrukturen, regionale Unterschiede und Kompetenzverteilungen untersucht, um Doppelspurigkeiten und Versorgungslücken zu vermeiden. Durch die Entwicklung von standardisierter Qualitätsindikatoren und die Förderung interprofessioneller Ausbildung sollen Versorgung und Prävention optimiert und langfristig diabetesbedingte Komplikationen reduziert werden. - Gesprochener Betrag: CHF 166'873
- Kontakt: Prof. Claudia Huber, Hochschule für Gesundheit Freiburg, claudia.huber@hefr.ch
- Laufzeit: 2025-2028
- Kurzbeschrieb des Projekts:
Ziel des Projekts ist es, in der Langzeitpflege ein digitales Trainingssetting zu etablieren. Das soll ein praxisnahes Achtsamkeitstraining sein, welches ermöglicht, Gefahrensituationen zu trainieren, die im Alltag selten geübt werden können. Basierend auf den «Rooms of Horror» (Räume des Schreckens) wird eine realitätsnahe, digitale Simulation entwickelt. In diesem digitalen Lernraum sollen Fehler und Risiken in pflegerischen Situationen entdeckt werden können. Der digitale Room of Horror erlaubt orts- und zeitunabhängiges Lernen und soll besonders Schichtarbeiterinnen und -arbeiter ansprechen. Die Simulation kann gezielt für das Training von interprofessionell zusammengesetzten Gruppen genützt werden. Der Einsatz ist sowohl in der Grundausbildung als auch in Weiterbildungen und direkt in Langzeitinstitutionen als flexible und hybride Bildungsmassnahme möglich. Durch die verbesserte Patientensicherheit wird die Effizienz der Versorgung von Langzeitpatientinnen und -patienten gesteigert. - Gesprochener Betrag: CHF 25'000
- Kontakt: Sibylle Bracher, Programmverantwortliche xund, sibylle.bracher@xund.ch
- Laufzeit: 2025-2028
- Kurzbeschrieb des Projekts:
Das Projekt «Komplexsprechstunde Pizol Care» verfolgt das Ziel, die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit komplexen gesundheitlichen Bedürfnissen gezielt zu stärken und unnötige Spitaleintritte zu vermeiden. Mit der Einführung einer strukturierten, interprofessionellen und interdisziplinären Sprechstunde wird eine ganzheitliche Begleitung geschaffen, die medizinische, pflegerische, psychologische und soziale Aspekte gleichermassen berücksichtigt.
Besondere Bedeutung kommt dabei dem Beitrag der Advanced Practice Nurse (APN) zu, welche durch erweiterte klinische Beurteilung, vertiefte Anamneseerhebung und eine koordinierende Funktion im Behandlungsteam wesentlich zur Versorgungsqualität beiträgt.
Gemeinsam mit den beteiligten Gesundheitsfachpersonen unterstützt die APN partizipative Entscheidungsprozesse, vernetzt relevante Akteurinnen und Akteure und gestaltet einen kontinuierlichen Versorgungsprozess, der sich konsequent an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten orientiert. Das Projekt stützt sich auf etablierte Evidenz zur Wirksamkeit interprofessioneller Zusammenarbeit und knüpft an Erfahrungen aus bestehenden Modellen an. Erwartet werden eine höhere Patientenzufriedenheit, eine spürbare Entlastung des hausärztlichen Teams sowie eine nachhaltige, tragfähige Versorgungsstruktur. Die Komplexsprechstunde richtet sich an Menschen mit Multimorbidität, chronischen und psychosozialen Herausforderungen, palliativen Erkrankungen sowie weiteren komplexen Gesundheitslagen. - Gesprochener Betrag: CHF 80'000
- Kontakt:
Katharina Luzi, Pflegeexpertin APN/MScN, katharina.luzi@hin.ch
Markus Schettle, Dr. med., markus.schettle@hin.ch
- Laufzeit: 2025-2028
- Kurzbeschrieb des Projekts:
Das Projekt verfolgt das Ziel, Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck im Rahmen einer interprofessionellen Co-Betreuung zu betreuen und ihr kardiovaskuläres Risiko durch gezielte Beratung zu reduzieren. Durch das koordinierte Zusammenspiel von Apothekerinnen und Apothekern sowie Ärztinnen und Ärzten sollen Therapietreue und Behandlungswirksamkeit verbessert werden. Dies mittels kontinuierlichem Monitoring und abgestimmter Anpassung der Medikation. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der gemeinsamen Betreuung der Patientinnen und Patienten, bei der die jeweiligen fachlichen Kompetenzen der beteiligten Gesundheitsfachpersonen gezielt eingebracht werden. Im Rahmen der Studie wird untersucht, ob diese kooperative Versorgungsform zu einer besseren Nutzung vorhandener Ressourcen sowie zu einer Entlastung der hausärztlichen Versorgung beitragen kann. Das Projekt orientiert sich an international bewährten Modellen der interprofessionellen Versorgung und stärkt die Rolle der Apothekerinnen und Apotheker im Chronic Care Management als integraler Bestandteil des Behandlungsteams. Zur Unterstützung der Zusammenarbeit wird eine digitale Plattform für den sicheren und strukturierten Datenaustausch zwischen Patientinnen und Patienten, Apothekerinnen und Apothekern sowie Ärztinnen und Ärzten eingesetzt. - Gesprochener Betrag: CHF 550'700
- Kontakt: Dr. Stephen Jenkinson, Universität Bern, stephen.jenkinson@unibe.ch
- Laufzeit: 2025-2029
- Kurzbeschrieb des Projekts:
Das Projekt untersucht die Implementierung des DemCare-Konzepts in zehn Langzeitinstitutionen in der Schweiz. Es bewertet dessen Auswirkungen auf das Personal und evaluiert die Erfahrungen von Menschen mit Demenz mit dem Modell. DemCare fördert eine personenzentrierte Pflege und stärkt die Kommunikation sowie die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Berufsgruppen, wodurch Missverständnisse reduziert und Massnahmen schneller eingeleitet werden. Ziel ist es, nicht medikamentöse Massnahmen in den Vordergrund zu stellen, den Einsatz von Antipsychotika zu reduzieren und die Lebensqualität der Bewohnenden zu verbessern. Das Projekt analysiert Umsetzung, Erfahrungen und nachhaltige Implementierung in vier Arbeitspaketen und entwickelt daraus praktische Handlungsempfehlungen in Form eines Wirkungsmodells und Blueprints. Die Ergebnisse dienen anderen Einrichtungen als Orientierung und fliessen in Schulungsangebote im Bereich Demenz ein. Insgesamt soll so die Pflegequalität gesteigert und das Fachpersonal besser unterstützt werden. - Gesprochener Betrag: CHF 600'000
- Kontakt: Kornelia Kotkowski, Stadt Zürich, gfa-demcare@zuerich.ch
- Laufzeit: 2025-2028
- Kurzbeschrieb des Projekts:
Das Hauptziel des Projekts ist die Optimierung des integrierten Versorgungsmodells «Réseau de l’Arc» (Netzwerk Jurabogen) durch die Einführung einer neuen Funktion: Qualitätsmanager/-in. Diese Funktion soll die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft, Pflegenden und anderen Gesundheitsfachpersonen verstärken, die Aufgabenverteilung durch eine klare Zuweisung der Zuständigkeiten an qualifiziertes Personal erleichtern und die digitale Integration fördern – insbesondere durch die Einführung eines elektronischen Terminvereinbarungs- und Nachverfolgungssystems. Diese Neuerungen können das Versorgungsangebot für Patientinnen und Patienten mit chronischen Krankheiten verbessern, indem sie den Zugang zu Leistungen vereinfachen und die Ergebnisse optimieren. Die Verbesserung des Qualitätsmanagements und der damit verbundenen Prozesse dürfte auch zu spürbaren Effizienzgewinnen und einer Optimierung der Behandlungsverläufe führen. - Gesprochener Betrag: CHF 568'700
- Kontakt: Dr. Alain Kenfak, Réseau de l'Arc, alain.kenfak@reseaudelarc.net
- Laufzeit: 2026-2028
- Kurzbeschrieb des Projekts:
Das Projekt integriert psychosoziale Beratung in die ambulante Pflege. So sollen pflegebedürftige vulnerable Personen mit chronischen Erkrankungen und sozialer Benachteiligung in ihrem häuslichen Umfeld ganzheitlich unterstützt werden - sozial, psychisch und medizinisch. Ziel ist es, psychosoziale Problemlagen frühzeitig zu erkennen und professionell zu bearbeiten, um unnötige oder verfrühte Spitaleintritte zu verhindern. Das soll die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Durch bessere Zusammenarbeit, Task-Shifting und optimierte Informationsflüsse zwischen Fachpersonen sollen die Effizienz im Gesundheitssystem gesteigert und Kosten gesenkt werden. Das Projekt fördert zudem die interdisziplinäre Vernetzung, etabliert Standards für digitale Informationsflüsse und stellt eine Webplattform zur Verfügung, um Wissen und gute Praxis zu teilen. Damit leistet es einen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit und zur Entlastung des Gesundheitssystems. - Gesprochener Betrag: CHF 599'630
- Kontakt: Dunja Vetter, M.A. Soziale Arbeit, Projektleitung Caritas beider Basel, dvetter@caritas-beider-basel.ch
- Laufzeit: 2026–2028
- Kurzbeschrieb des Projekts:
Das Projekt soll die Versorgung von Langzeitpatientinnen und -patienten durch den Einsatz interprofessioneller Teams verstärken. Das Hauptziel besteht darin, die Versorgungsqualität für Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen und komplexen Bedürfnissen zu verbessern, indem die Ressourcennutzung und die Koordination zwischen den Betreuungspersonen optimiert werden. Mit der Initiative sollen auch unerwünschte Ereignisse wie Hospitalisierungen und Notfallkonsultationen verhindert werden. Gleichzeitig soll die Zufriedenheit der Fachpersonen, Patientinnen, Patienten und Angehörigen erhöht werden. Letztere werden aktiv in den Entscheidungsprozess einbezogen, damit besser auf ihre individuellen Bedürfnisse und Erwartungen eingegangen werden kann. Der Ansatz basiert auf einer interprofessionellen Zusammenarbeit und einer klaren Aufgabenteilung. Durch diese Organisation kann die Arbeitslast verringert, die Kommunikation zwischen den Beteiligten verbessert sowie eine kohärente und sichere Versorgungskontinuität gewährleistet werden. Das in Genf umgesetzte und evaluierte Projekt dient ambulanten Einrichtungen als Modell für eine nachhaltige Verbesserung der Patientenversorgung. Es ist auch so konzipiert, dass es sich auf andere Regionen und Versorgungssettings in der Schweiz übertragen lässt. - Gesprochener Betrag: CHF 270'760
- Kontakt: Dr. Nicolas Perone, Université de Genève, nicolas.perone@unige.ch
Auf welche Projekte ist das Förderprogramm EmGv ausgerichtet? Wie läuft die Gesuchseinreichung ab? Was sind die rechtlichen Grundlagen? Das und mehr lesen Sie auf der Webseite «Förderprogramm EmGv: Vergabe von Finanzhilfen».
Weiterführende Themen
Umsetzung Pflegeinitiative (Artikel 117b BV)
Volk und Stände haben die Initiative «Für eine starke Pflege (Pflegeinitiative)» am 28. November 2021 angenommen. Der Bundesrat beschloss daraufhin, die Initiative in zwei Etappen umzusetzen.
Förderprogramm «Interprofessionalität im Gesundheitswesen 2017-2020»
Das Förderprogramm «Interprofessionalität im Gesundheitswesen» verfolgte das Ziel, die interprofessionelle Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zu stärken und damit die Effizienz zu steigern.
Bundesamt für Gesundheit BAG
Sektion Grundversorgung Gesundheitsberufe
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern