Dosimetrie und berufliche Strahlenexposition
In der Schweiz sind über 100 000 Personen beruflich strahlenexponiert. Dies entspricht rund 2 Prozent der arbeitenden Bevölkerung, die zuverlässig vor ionisierender Strahlung geschützt werden muss. Dazu gehört, dass die aufgenommene Strahlendosis individuell überwacht wird.
Wer bei der Arbeit oder Ausbildung ein Risiko für eine erhöhte Strahlenexposition hat, gilt als beruflich strahlenexponierte Person. Im Aufsichtsbereich des BAG betrifft dies beispielsweise den Umgang mit einem Röntgengerät oder mit radioaktiven Stoffen im Spital oder in der Forschung.
Dosimetrie
Unter Dosimetrie versteht man die Messung und Bewertung der Strahlenexposition, die der radiologischen Schutz, der Einhaltung von Dosisgrenzwerten und der Abschätzung der mit der Exposition verbundenen Risiken dient.
Bei beruflich strahlenexponierten Personen muss die Strahlenexposition gemäss Dosimetrieverordnung individuell bei einer anerkannten Personendosimetriestelle ermittelt werden. Man spricht hier von der Personendosimetrie. In der Personendosimetrie wird zwischen externer und interner Strahlenexposition unterschieden:
In der Personendosimetrie wird zwischen externer und interner Strahlenexposition unterschieden:
- Externe Strahlenexposition: Die Exposition gegenüber externer Strahlung, wie sie beispielsweise durch Röntgenanlagen, Computertomografen oder durch geschlossene und offene radioaktive Quellen entsteht, wird in der Regel mit persönlichen Dosimetern gemessen. Ein Dosimeter ist ein Messgerät, das die vom Körper aufgenommene Strahlendosis infolge der Exposition bestimmt. Die Messungen erfolgen beispielsweise mit Ganzkörperdosimetern, Extremitätendosimetern oder Augenlinsendosimetern.
- Interne Strahlenexposition: Besteht die Gefahr einer inneren Exposition gegenüber radioaktiven Stoffen, spricht man von Inkorporation, also der Aufnahme von Radionukliden durch Einnahme, Inhalation oder über die Haut. Diese Exposition wird durch direkte Messungen am Körper (Triagemessungen) bewertet und, falls erforderlich, durch genauere Kontrollen ergänzt, z. B. mittels Analysen biologischer Proben (Urin und/oder Stuhl) oder Ganzkörpermessungen (Ganzkörperzähler), um die im Körper akkumulierte und/oder ausgeschiedene Aktivität sowie die effektive Folgedosis zu bestimmen (Inkorporationsmessungen).
Beim Flugpersonal hat sich eine Berechnung der Dosen anhand der Flugroute bewährt.
Werden so erhöhte Dosen oder Grenzwertüberschreitungen festgestellt, führt das BAG zusammen mit dem betroffenen Betrieb eine Untersuchung durch. Durch Strahlenschutzmassnahmen sollen weitere Dosen vermieden oder zumindest vermindert werden. Für Betriebe besteht eine grundsätzliche Optimierungspflicht für den Strahlenschutz, so dass die Dosen und Wahrscheinlichkeiten einer Exposition so weit als möglich und sinnvoll reduziert werden müssen.
Zentrale Dosisregister
Das BAG führt das Zentrale Dosisregister (ZDR), in welchem die Ergebnisse der Dosimetrie jeder beruflich strahlenexponierten Person seit 1989 festgehalten werden.
Das Register verfolgt folgende Zwecke:
- Erfassung der im Verlauf der gesamten beruflichen Tätigkeit einer exponierten Person festgestellten Dosen, um gegebenenfalls Ansprüche auf Versicherungsentschädigung klären zu können;
- Wahrnehmung von Aufsichtsaufgaben;
- Bereitstellung der Grundlage für die Erstellung einer jährlichen Statistik, die im Jahresbericht Dosimetrie Aufsichtsbehörden veröffentlicht wird (nicht in französischer oder italienischer Sprache verfügbar).
Die Zahl der beruflich strahlenexponierten Personen in der Schweiz ist in den letzten 20 Jahren um fast 60 % gestiegen, während die zusammenzählte Dosis aller überwachten Personen (Kollektivdosis) relativ stabil blieb. Etwa zwei Drittel sind im medizinischen Bereich tätig, wo aktuell auch die meisten Grenzwertüberschreitungen festgestellt werden. Dies betrifft meist die Augenlinsendosis von Personen, welche in der Kardiologie oder interventionellen Radiologie Eingriffe mit Durchleuchtung durchführen.
Weitere Informationen
Weiterführende Themen
Jahresberichte Strahlenschutz und Dosimetrie
Die Abteilung Strahlenschutz publiziert jährlich je einen Bericht zu ihren Aktivitäten in den Bereichen Strahlenschutz, Umweltradioaktivität und Dosimetrie.
Personendosimetriestellen
Adressen der Personendosimetriestellen: Es sind nur diejenigen Dosimetriestellen aufgeführt, welche für andere Betriebe Messungen durchführen.
Durchführung der Dosimetrie
Messung der internen und externen Strahlenexposition.
Berufliche Strahlenexposition
Beruflich strahlenexponierte Personen müssen zuverlässig vor ionisierender Strahlung geschützt werden. Dazu gehört, dass die aufgenommene Strahlendosis individuell überwacht wird.
Bundesamt für Gesundheit BAG
Sektion NIS und Dosimetrie
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern