Zum Hauptinhalt springen

Chikungunya-Fieber

Das Chikungunya-Virus wird von Mücken übertragen, beispielsweise von der asiatischen Tigermücke. Vorbeugend wird der Schutz vor Mückenstichen empfohlen.

Erreger und Übertragung

Das Chikungunya-Virus gehört zur Familie der Togaviridae und wird durch die weiblichen Mücken der Gattung Aedes verbreitet, hauptsächlich durch Aedes albopictus, aber auch durch Aedes aegypti.

Krankheitsbild

Die Erkrankung tritt meist 7 bis 9 Tage (selten 3 bis 12 Tage) nach dem Stich durch eine infizierte Mücke auf und äussert sich durch hohes Fieber, starke Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Kopfschmerzen, manchmal begleitet von einem Hautausschlag. In der Regel ist sie ungefährlich; in wenigen Fällen kann es jedoch zu langanhaltender Müdigkeit und einschränkenden Gelenkschmerzen über Wochen bis Monate kommen. Bei Neugeborenen, älteren Menschen und Personen mit chronischen Krankheiten ist zum Teil ein schwerer Verlauf zu beobachten.

Bisher gibt es kein wirksames Medikament, das heisst die Therapie erfolgt symptomatisch. Beschwerden lassen sich nur mit fiebersenkenden und schmerzstillenden Präparaten lindern, wobei solche, die auf Salizylaten basieren, aufgrund der blutverdünnenden Effekte kontraindiziert sind.

Verbreitung und Häufigkeit

Chikungunya-Fieber ist endemisch in zahlreichen Ländern Afrikas, in Indien und im Pazifik. Das Virus konnte sich auch in Mittelamerika, in der Karibik, in einigen Ländern Südamerikas sowie in einzelnen Bundesstaaten im Süden der USA festsetzen. In Europa ist es ebenfalls bereits zu Übertragungen gekommen. So haben Italien und Frankreich in den letzten Jahren grössere Ausbrüche gemeldet.

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist eine invasive Mückenart, die sich bereits in mehreren Kantonen etabliert hat. Eine lokale Übertragung des Chikungunya-Virus ist möglich, wenn eine infizierte Person nach einer Reise in ein betroffenes Gebiet im Ausland zurückkehrt und während der infektiösen Phase in der Schweiz von einer Tigermücke gestochen wird, die das Virus anschliessend auf weitere Menschen übertragen kann. So wurden im Jahr 2026 im Kanton Tessin erstmals lokale Übertragungen von Chikungunya-Fieber gemeldet.

Auf dem BAG-Infoportal übertragbare Krankheiten finden Sie Kennzahlen zur aktuellen Ausbreitung.

Vorbeugung

Ein Erkrankungsrisiko besteht in Gebieten, in denen Chikungunya vorkommt. Der Schutz vor Mückenstichen bleibt die wichtigste präventive Massnahme bei Reisen in betroffene Gebiete. Es empfiehlt sich, langärmelige, mit Insektiziden behandelte weite Kleidung zu tragen, tagsüber und abends ein Mückenschutzmittel aufzutragen und unter einem Moskitonetz zu schlafen.

Seit April 2026 ist in der Schweiz mit Vimkunya® ein Impfstoff gegen Chikungunya für Personen ab 12 Jahren zugelassen. Gemäss dem Schweizerischen Expertenkomitee für Reisemedizin vom Juni 2026 wird die Impfung bei Auslandsreisen in aktuelle Chikungunya-Ausbruchsgebiete empfohlen; bei längeren oder wiederholten Aufenthalten in Gebieten mit erhöhtem Risiko kann sie nach individueller Risikoabwägung erwogen werden.

Weitere Informationen zur weltweiten Verbreitung und Vorbeugung der Krankheit erhalten Sie bei Ihrem Hausarzt / Ihrer Hausärztin oder einem Facharzt / einer Fachärztin für Reisemedizin (siehe Healthytravel).

Weitere Informationen

Bundesamt für Gesundheit BAG

Abteilung Übertragbare Krankheiten
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern