Zum Hauptinhalt springen

Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten

In der Schweiz leiden 2,7 Millionen Menschen an nichtübertragbaren Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wie nichtübertragbare Krankheiten entstehen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben genetischen Voraussetzungen spielt der Lebensstil eine Rolle. Ein gesunder Lebensstil kann nichtübertragbare Krankheiten vermeiden und deren Folgen lindern. Dennoch kann eine Erkrankung uns alle treffen.

Warum eine NCD-Strategie?

Heute leben die Menschen in unserer Gesellschaft doppelt so lange als vor hundert Jahren. Die höhere Lebenserwartung verdanken wir den medizinischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritten, besserer Hygiene und Bildung, dem Ausbau der Sozialversicherungen usw. Folglich hat sich unsere Lebensqualität verbessert und unser Lebensstil und die Arbeitsbedingungen verändert. Die Kehrseite der Medaille: Nichtübertragbare Krankheiten (Englisch: non-communicable disease, NCD) nehmen zu. Heute leidet ein Viertel der Schweizer Bevölkerung an einer NCD wie:

  • Diabetes
  • Krebs
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • chronische Leiden der Atemwege
  • muskuloskelettale Krankheiten (Erkrankungen des Bewegungsapparats, bspw. chronische Rückenschmerzen)

NCD verursachen nicht nur grosses persönliches Leid. Sie stellen auch eine grosse Herausforderung für unser Gesundheitssystem dar. Durch die meist langen Krankheitsphasen  dauern Behandlungen von NCD lange und sind pflegeintensiv. In der Schweizer Bevölkerung sind die oben genannten fünf Krankheiten die häufigsten Todesursachen. Diese fünf NCD sind für 33 Prozent der Gesundheitskosten verantwortlich. Alle NCD zusammen verursachen mehr als CHF 66 Mrd. der Gesundheitskosten, was einen Anteil von etwa 72 Prozent ausmacht.

Aufgrund der demographischen Entwicklung wird sich diese Problematik verschärfen. Mit der NCD-Strategie wollen wir diesen Trend brechen.

Wer steht hinter der Strategie?

Auftraggeber für die «Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten» sind der Bundesrat und der Dialog Nationale Gesundheitspolitik, die gemeinsame Plattform von Bund und Kantonen für gesundheitspolitische Fragen. In ihrem Auftrag haben das Bundesamt für Gesundheit (BAG), die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) und die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz (GFCH) Umsetzungsmassnahmen erarbeitet.

Das BAG, die GDK und GFCH sind die Träger der NCD-Strategie.

Was will die Strategie?

Vision

«Mehr Menschen bleiben gesund oder haben trotz chronischer Krankheit eine hohe Lebensqualität. Weniger Menschen erkranken an vermeidbaren, nichtübertragbaren Krankheiten oder sterben vorzeitig. Die Menschen werden unabhängig von ihrem sozioökonomischen Status befähigt, einen gesunden Lebensstil in einem gesundheitsförderlichen Umfeld zu pflegen.»

Der Bundesrat hat die NCD-Strategie zu einer der Prioritäten seiner Agenda Gesundheit2030 erklärt.

Mehr zu Zielen, Schwerpunkten und Umsetzung finden Sie in der Unterrubrik «Auftrag, Ziele, Massnahmen und Steuerung der NCD-Strategie».

Weiterentwicklung der NCD-Strategie

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung im August 2024 die nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten und die nationale Strategie Sucht bis 2028 verlängert und die Erarbeitung einer Nachfolgelösung in Auftrag gegeben.
Im Rahmen dieses Auftrags führen die Trägerorganisationen – BAG, GDK und die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz – die bisherigen nationalen Strategien NCD und Sucht in einer themenübergreifenden Dachstrategie zusammen. Diese umfasst auch die Prävention psychischer Erkrankungen. Damit trägt die zukünftige Strategie den Wechselwirkungen zwischen den drei Themenbereichen und den zugrundeliegenden Risiko- und Schutzfaktoren Rechnung. Die erfolgreiche Vier-Säulen-Politik wird weitergeführt.
Die zentralen Elemente der Dachstrategie werden den Partnerorganisationen und Bundesstellen im Oktober 2026 vorgestellt. Die Konsultation der Stakeholder ist für Anfang 2027 vorgesehen. Die Dachstrategie wird Ende 2027 dem Dialog Nationale Gesundheitspolitik und anschliessend dem Bundesrat zur Genehmigung vorgelegt.
Parallel werden unter Einbezug der relevanten Akteure Aktionspläne erarbeitet. Diese sollen vom Dialog Nationale Gesundheitspolitik Ende 2028 genehmigt werden. Die Umsetzung beginnt im Jahr 2029.

Weitere Informationen

Monitoring-System & Wissens- und Austauschplattform

MonAM – Schweizer Monitoring-System Sucht und nichtübertragbare Krankheiten

In der Schweiz stellen nichtübertragbare Krankheiten (NCD) und Sucht eine grosse Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Das Monitoringsystem liefert Kennzahlen aus verlässlichen Quellen zu mehr als 110 Indikatoren.

Entdecken Sie prevention.ch

prevention.ch ist die umfassende Wissens- und Austauschplattform im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention. Sie vernetzt Fachleute und schafft Verbindungen zwischen Sucht, psychischer Gesundheit und der Prävention nichtübertragbarer Krankheiten.

Weiterführende Themen

Bundesamt für Gesundheit BAG

Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern