Zum Hauptinhalt springen

Richtlinien und Hilfsmittel Antibiotikaresistenzen

Im Rahmen der Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) ist das BAG zuständig für das Teilprojekt Mensch. Für diesen Bereich erarbeiten wir gemeinsam mit verschiedenen Partnerinnen und Partnern Richtlinien und weitere Hilfsmittel. Diese sollen dazu beitragen, die Verwendung von Antibiotika zu standardisieren und den Verbrauch zu reduzieren.

Logo Strategie Antibiotikaresistenzen

News

Neue Web-Applikationen von ANRESIS

06.11.2023 - ANRESIS ist ein repräsentatives, nationales Überwachungssystem und Forschungsinstrument für Antibiotikaresistenzen und Antibiotikakonsum. Nebst der Webseite anresis.ch stehen der Ärzteschaft die neu programmierte Web-Applikation «ANRESIS-guide» und das interaktive Dashboard zur Überwachung des spitalinternen Antibiotikakonsums zur Verfügung.

Verschreibungsrichtlinien und Resistenzinformationen

Verschreibungsrichtlinien

Die Schweizerische Gesellschaft für Infektiologie (SSI) erarbeitet und publiziert regelmässig Richtlinien, die es den Ärztinnen und Ärzten erlauben, gemäss dem aktuellsten Wissensstand den Antibiotikaeinsatz zu optimieren. Die Richtlinien werden regelmässig aktualisiert und an die Entwicklung der Resistenzlage in der Schweiz angepasst. Sie sind abrufbar unter ssi.guidelines.ch. Registrierte Nutzerinnen und Nutzer haben die Möglichkeit, über eine Kommentarfunktion Vorschläge einzubringen oder Fragen zu stellen und die Richtlinien so weiter zu verbessern.

Aktuelle Resistenzdaten und Richtlinien auf ANRESIS Guide

Mit der Applikation ANRESIS Guide des Schweizerischen Zentrums für Antibiotikaresistenzen werden die aktuellen Resistenzdaten übersichtlich und intuitiv angezeigt. Damit wird ein auf die lokale Resistenzlage abgestimmter Einsatz von Antibiotika unterstützt. Zudem sind die Guidelines der SSI verknüpft. Unter anresis.ch finden Sie weitere allgemeine Informationen und aktuelle Trends.

Richtlinien für Spitäler und Pflegeheime

Prävention und Kontrolle von multiresistenten Erregern (MRE)

Multiresistente Erreger (MRE) stellen eine grosse Herausforderung für die Spitäler und teilweise eine kritische Bedrohung für die betroffenen Patientinnen und Patienten dar. Um die Verbreitung antibiotikaresistenter Erreger im Krankenhausbereich einzudämmen, hat das Nationale Zentrum für Infektionsprävention Swissnoso im Rahmen von StAR nationale Empfehlungen zur Prävention und Bekämpfung von Ausbrüchen mit MRE ausgearbeitet. Diese enthalten erregerspezifische Leitlinien zur Eindämmung der Übertragung von MRE, beispielsweise durch systematische Screenings und Isolationsmassnahmen, sowie konkrete Massnahmen und Schritte, welche im Falle eines Ausbruchs einzuleiten sind. Die nationalen MRE-Richtlinien sind auf der Webseite von Swissnoso abrufbar.

Handbuch für Antimicrobial Stewardship Programme (ASP)

Als Antimicrobial Stewardship Programm (ASP) bezeichnet man ein kohärentes Bündel von Massnahmen zur Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit antimikrobiellen Mitteln. Swissnoso hat 2024 gemeinsam mit weiteren Partnerorganisationen ein «Handbuch zur Umsetzung von ASP in Akutspitälern in der Schweiz» veröffentlicht. Eine zweite Ausgabe ist für 2026 geplant und wird eine breite Palette von Implementierungshilfen umfassen. Das Handbuch enthält Empfehlungen für die Spitäler zu strukturellen Anpassungen (z.B. Aufbau von ASP-Teams) und der schrittweisen Einführung spezifischer Interventionen (z.B. Audits, Feedback oder restriktive Massnahmen zur Begrenzung des Einsatzes von Reserve-Antibiotika). Zusätzlich stehen den Spitälern die interaktiven Stewardship-Dashboards von ANRESIS zur Verfügung.

Leitfaden für Infektionen in Pflegeheimen

Studien zeigen, dass Infektionen bei älteren Menschen in Pflegeheimen relativ häufig sind. Die Diagnose von Infektionen im medizinisch-sozialen Umfeld ist nicht immer einfach. Dies führt dazu, dass im Zweifelsfall Antibiotika verschrieben werden, auch wenn dies unter Umständen nicht notwendig wäre. HPCi Vaud hat deshalb zusammen mit seinen Partnern einen Praxisleitfaden für die Prävention, Diagnose und Behandlung von häufigen Infektionen in Pflegeheimen entwickelt. Der Leitfaden ist auf Französisch verfügbar: guide-ems-hpci.ch (deutsche Version folgt).

Hilfsmittel zur Kommunikation mit Patientinnen und Patienten

Informationsblatt (A5)

Das Informationsblatt von BAG, FMH und weiteren Partnerorganisationen enthält zentrale Handlungsanweisungen für die richtige Einnahme und Entsorgung von Antibiotika. Es gibt Hintergrundinformationen zu Antibiotikaresistenzen und erklärt, warum es oft keine Antibiotika braucht. Es kann im Rahmen eines Beratungsgesprächs oder auch als Zusatzinformation zur Antibiotikaabgabe in den Praxen und Apotheken eingesetzt werden.

Das Informationsblatt kann hier auf Deutsch, Französisch und Italienisch bestellt werden.
Im Dispenser können rund 150 A5-Informationsblätter platziert werden. Der Dispenser kann hier bestellt werden.

Haftnotiz

Mit der Haftnotiz kann man Patientinnen und Patienten bei der Antibiotikaabgabe die wichtigsten Handlungsanweisungen direkt auf der Packung mit auf den Weg geben.

Die Haftnotiz kann hier auf Deutsch, Französisch und Italienisch bestellt werden.

Die Haftnotiz kann hier auf Deutsch, Französisch und Italienisch bestellt werden.

Allgemeine Informationen für die Bevölkerung auf www.star.admin.ch

Den Patientinnen und Patienten werden auf www.star.admin.ch Hintergrundinformationen zur Verfügung gestellt. Auf der für die allgemeine Bevölkerung gedachten Webseite finden sie die wichtigsten Informationen

Entscheidungshilfen Antibiotikavergabe für Praxis und Qualitätszirkel

Das Berner Institut für Hausarztmedizin (BIHAM) hat evidenzbasierte Ärzteinformationen und Entscheidungshilfen erstellt, die Hausärztinnen und Hausärzte und ihre Patientinnen und Patienten bei der partizipativen Entscheidungsfindung bezüglich Antibiotikavergabe unterstützen. Einfach verständliche Grafiken zeigen die Vor- und Nachteile einer Therapie mit und ohne Antibiotika für die Behandlung der häufigsten akuten InfektionenDie Hilfen eignen sich auch optimal als Denkanstoss und Trainingshilfe in Qualitätszirkeln. Hierfür steht auch ein Moderationsleitfaden zur Verfügung.

zurück zur Übersicht "Antibiotikaresistenzen Bereich Mensch"

Weitere Informationen

Bundesamt für Gesundheit BAG

Abteilung Übertragbare Krankheiten
Sektion Infektionskontrolle und Bekämpfungsmassnahmen
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern