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MedienmitteilungVeröffentlicht am 27. Oktober 2025

Kostendämpfung im Gesundheitswesen: Runder Tisch einigt sich auf Massnahmen

Bern, 27.10.2025 — Die Teilnehmenden am Runden Tisch zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen haben sich am 27. Oktober 2025 auf ein Massnahmenpapier geeinigt, womit mindestens 303 Millionen Franken eingespart werden sollen. Unter der Leitung von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider verpflichteten sich die Akteure des Gesundheitswesens zur Umsetzung von Massnahmen, die kurz- und mittelfristig zur Dämpfung der Gesundheitskosten beitragen. Die Arbeiten am Runden Tisch sollen auch 2026 weitergehen. So sollen etwa die Ideen der Bevölkerung, die via elektronischen Briefkasten eingereicht worden sind, analysiert und verarbeitet werden.

Das dritte Treffen des Runden Tisches zur Kostendämpfung fand am Montag, 27. Oktober 2025, in Bern statt. Teilgenommen haben erneut Vertreterinnen und Vertreter der Kantone (GDK), der Ärzteschaft (FMH), der Spitäler (H+), der Krankenversicherer (prio.swiss), der Pharmaindustrie (scienceindustries), der Patientenorganisationen, der Wissenschaft sowie des Preisüberwachers.

In enger Zusammenarbeit und mit dem fundierten Know-How aus der jeweiligen Branche haben die Akteure seit November 2024 Massnahmen erarbeitet, um das Kostenwachstum im Gesundheitswesen zu bremsen. Dafür haben sie eine Expertengruppe eingesetzt, in der alle teilnehmenden Organisationen des Runden Tischs vertreten sind. Das Ergebnis der Arbeiten der Expertengruppe sind 38 Massnahmen in zwölf Feldern. Die Vertreterinnen und Vertreter des Runden Tischs haben heute entschieden, dass diese umgesetzt werden sollen.

Grosses Einsparpotenzial durch Beseitigung von Fehlanreizen und Ineffizienzen

Mit den Massnahmen werden gewisse Fehlanreize und Ineffizienzen im Gesundheitssystem beseitigt und dadurch Kosten gespart. Keine medizinisch notwendigen und sinnvollen Leistungen werden gekürzt. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider dankte den Teilnehmenden des Runden Tisches für ihre konstruktive Zusammenarbeit und zeigte sich erfreut darüber, dass das im November 2024 festgelegte Sparziel erreicht werden konnte.

Durch die Umsetzung der Massnahmen sollen 303 Millionen Franken in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) pro Jahr gespart werden, was etwa 1 Prozent der Krankenkassenprämien entspricht. Das ist die Zielgrösse, worauf sich die Teilnehmenden des Runden Tischs bei ihrem ersten Treffen, im November 2024, verpflichtet hatten. Die effektiven Einsparungen dürften aber grösser sein, da bei gewissen Massnahmen keine verlässliche Schätzung möglich war und sie daher nicht in die Berechnungen eingeflossen sind.

Gestärkte Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsbranche und Bund

Der Bundesrat hat in den letzten Jahren diverse Schritte unternommen, um den Kostenanstieg zu dämpfen und damit den Prämienanstieg zu bremsen. Dabei wurde von verschiedenen Akteuren des Gesundheitswesens der Wunsch nach mehr Mitgestaltung geäussert. Wie der Bundesrat anerkennen auch sie die zunehmende Belastung der Krankenversicherungsprämien auf die Haushalte der Schweizer Bevölkerung. Diesem Wunsch nach Mitgestaltung kommt der Runde Tisch nach.

Die beschlossenen kostendämpfenden Massnahmen wurden direkt von den Akteuren entwickelt. Die Mehrheit der Massnahmen basiert auf der Selbstverpflichtung der Akteure, zum Beispiel:

  • die Senkung der Verwaltungskosten der Krankenversicherer um 2%, was eine Einsparung von 40 Millionen bedeutet.
  • die Wirkstoffverschreibung durch die Ärzteschaft bei der Erstverschreibung zur Förderung der Abgabe von Generika und Biosimilars
  • eine zusätzliche Förderung der Initiative «smarter medicine» durch Spitäler und Ärzteschaft. Diese Initiative möchte mit konkreten Behandlungsempfehlungen Fehl- und Überbehandlungen reduzieren.

Diese Massnahmen und die angestrebte engere Zusammenarbeit zwischen den Akteuren zeugen vom Willen und Engagement der Branche zur sinnvollen Kostendämpfung im Gesundheitswesen.

Das Papier mit den beschlossenen zwölf Massnahmenfeldern geniesst eine breite Unterstützung im Gesundheitswesen durch die am Runden Tisch vertretenen Branchen. Einzelne Massnahmen betreffen Bereiche, die nicht am Runden Tisch vertreten sind. In diesen Fällen wurden die Bereiche konsultiert. Der Runde Tisch hat eine Vertrauensbasis geschaffen, auf der alle Beteiligten für die Arbeiten im nächsten Jahr aufbauen können.

Weitere Massnahmen geplant

Das verabschiedete Massnahmenpapier umfasst kurz- und mittelfristig umsetzbare Massnahmen zur Kostendämpfung. Da die meisten Massnahmen direkt durch die Akteure des Gesundheitswesens umgesetzt werden sollen, benötigen sie keine Gesetzesrevision. Gewisse Massnahmen werden durch Verordnungsänderungen des EDI umgesetzt, was rasch möglich sein sollte. Die Expertengruppe wird die Umsetzung begleiten und soweit möglich monitorisieren.

Die Bevölkerung konnte während sechs Wochen im Mai und Juni 2025 in einem elektronischen Briefkasten Ideen zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen einreichen. Rund 7400 Eingaben sind eingegangen, mit einer breiten Palette an Vorschlägen zu verschiedenen Bereichen. In einer ersten Auswertung konnte das mit der Durchführung des Briefkastens beauftragte Institut die Vorschläge folgenden Oberthemen zuteilen: Leistungsumfang OKP, Krankenversicherung, Spitäler/Ärtzt:innen, Medikamente, Apotheken, Medizinalprodukte, Effizienz, Digitalisierung, Prävention, Kontrolle/Sanktion und System/Politik. Dieser sehr breite Themenkatalog und das grosse Interesse unterstreichen die Bedeutung von Kostendämpfungsmassnahmen für die Bevölkerung. Die Expertinnen und Experten des Runden Tischs werden in den kommenden Monaten die Eingaben sorgfältig analysieren und zielführende Vorschläge in ihre Arbeiten zuhanden des Runden Tischs einfliessen lassen.

Bericht: Runder Tisch Kostendämpfung