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Ergebnisse aus den Pilotversuchen mit Cannabis

Das BAG informiert die Öffentlichkeit regelmässig über die laufenden Pilotversuche mit Cannabis. Um die übergeordneten Erkenntnisse aus den verschiedenen Versuchen zusammenzuziehen, hat das BAG eine Studie in Auftrag gegeben.

In den Pilotversuchen werden die Auswirkungen verschiedener Massnahmen und Modelle zum legalen Verkauf von Cannabis auf die Gesundheit und das Konsumverhalten der teilnehmenden Personen untersucht. Sie werden wissenschaftlich begleitet und können eine wichtige Entscheidungsgrundlage für eine künftige Cannabisregelung liefern. Diese Forschungsprojekte sind unabhängig und ergebnisoffen.

Im Auftrag des BAG führten die Universität Lausanne und die Fachhochschule Nordwestschweiz bisher zwei Studien zu den übergeordnete Auswertungen der Pilotversuche durch. Der Schlussbericht hält die Ergebnisse aus den Pilotversuchen von 2022 bis Juli 2025 fest.

Gute Akzeptanz

Wer an einem der sieben Pilotversuche teilnimmt, kann Cannabis legal erwerben. Die Studie der Universität Lausanne und der Fachhochschule Nordwestschweiz zeigt auf, dass dieser Umstand bei den rund 10'500 Teilnehmenden gut ankommt. Die Preise für die Produkte der  legalen Bezugsstellen werden zwar als eher hoch wahrgenommen. Die Konsumierenden nehmen den Aufpreis jedoch in Kauf, um dafür im Gegenzug Produkte mit gesicherter Qualität zu erhalten. Eine Mehrheit von ihnen bezieht ihr Cannabis ausschliesslich über die Pilotversuche.

Viele Teilnehmende halten an ihren bisherigen Konsumgewohnheiten fest. Der Konsum steigt jedoch trotz des einfacheren Zugangs zu Cannabis nicht an. So gibt es Tendenzen hin zu einem risikoärmeren Konsum. Dies zeigt, dass durch gezielte Beratung risikoärmere Produkte (Vapes, Edibles, Produkte mit niedrigem THC-Gehalt) gefördert werden können. Auch müssen in den Pilotversuchen Produkte mit höherem THC-gehalt teurer verkauft werden als solche mit tieferem THC-Gehalt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich die legale Abgabe von Cannabis nicht negativ auf die körperliche und psychische Gesundheit der Konsumierenden auswirkt.

Verschiedene Verkaufsmodelle

In den Pilotversuchen werden aktuell folgende Verkaufsmodelle getestet: Apotheken, nichtgewinnorientierte Verkaufsstellen (Angebote, die von Städten und NGOs getragen werden), eher kommerziell ausgerichtete Verkaufsstellen und sogenannte Social Clubs, in denen Konsumierende den Verkauf organisieren und wo teilweise auch konsumiert werden darf. Ausserdem wird zwischen gewinnorientierten und nicht-gewinnorientierten Modellen unterschieden. Die Studie zeigt, dass die Pilotversuche mit nicht-gewinnorientierten Modellen bei der Interaktion mit den Konsumentinnen und Konsumenten einen besonderen Fokus auf die Prävention legen. In den gewinnorientierten Modellen hingegen wird bei der Nutzung der medizinischen Beratung und Prävention tendenziell die Eigenverantwortung der Studienteilnehmenden betont.

Vertiefte Auswertung der Daten

Bisher laufen noch sämtliche Pilotversuche weiter. Bereits heute liegen viele Daten vor. Diese müssen aber mit Blick auf das Konsumverhalten und auf das Abgabemodell noch besser ausgewertet werden. Das BAG bereitet deshalb eine weitere vertiefende Auswertung der Daten vor. In den kommenden Jahren ist daher mit zusätzlichen Erkenntnissen aus den Pilotversuchen zu rechnen.

Weitere Informationen

Weiterführende Themen

Bundesamt für Gesundheit BAG

Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
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