Tuberkulose in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein 2025
Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein 544 Tuberkulosefälle gemeldet – der höchste Wert seit 2018. Der seit 2022 beobachtete Wiederanstieg setzte sich damit fort und betraf vor allem Personen mit ausländischer Herkunft. Besonders deutlich nahm die Zahl der Erkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu. Diese Entwicklung spiegelt die zunehmende Bedeutung von Migration und Flucht für die Tuberkuloseepidemiologie in europäischen Niedriginzidenzländern. Die Resistenzlage blieb insgesamt stabil. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer kontinuierlichen epidemiologischen Überwachung sowie einer frühzeitigen Diagnostik und gezielten Prävention in besonders betroffenen Bevölkerungsgruppen.
Einführung
Tuberkulose (TB) ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien des Mycobacterium tuberculosis-Komplexes verursacht wird. Nach einer Ansteckung entwickeln die meisten infizierten Personen keine Symptome. Nur ein kleiner Teil erkrankt an Tuberkulose, wobei das Risiko in den ersten zwei Jahren nach der Infektion sowie bei geschwächtem Immunsystem erhöht ist.
Die Tuberkulose betrifft am häufigsten die Lunge, kann jedoch auch andere Organe befallen. Die Diagnose erfolgt durch den Nachweis von Tuberkulosebakterien mittels Kultur oder molekularbiologischer Verfahren wie der Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Da pulmonale Tuberkulose über die Atemluft übertragen wird, bleiben die frühzeitige Erkennung von Erkrankungen sowie Kontaktuntersuchungen zentrale Elemente der Tuberkulosekontrolle.
Tuberkulose zählt weltweit weiterhin zu den bedeutendsten Infektionskrankheiten. Obwohl die Schweiz zu den Ländern mit niedriger Tuberkuloseinzidenz gehört, beeinflussen internationale Migration, Fluchtbewegungen und globale epidemiologische Entwicklungen die Tuberkuloseepidemiologie zunehmend auch in Niedriginzidenzländern. Eine kontinuierliche epidemiologische Überwachung bleibt deshalb eine wichtige Grundlage für Präventions- und Bekämpfungsmassnahmen.
Meldepflicht
Tuberkulose unterliegt in der Schweiz der Meldepflicht. Für die epidemiologische Überwachung werden klinische Meldungen der behandelnden Ärztinnen und Ärzte, Labormeldungen sowie Ergänzungsmeldungen zum Behandlungsausgang zusammengeführt.
Die behandelnde Ärzteschaft meldet bestätigte Erkrankungen sowie Fälle, bei denen eine Behandlung mit mindestens drei Antituberkulotika eingeleitet wurde. Erfasst werden demografische Angaben sowie Informationen zur Krankheitslokalisation, Tuberkulosevorgeschichte, Diagnostik und Therapie.
Laboratorien melden den Nachweis von Tuberkulosebakterien mittels Mikroskopie, PCR und Kultur sowie Angaben zur Erregerspezies und zu Resistenzen beziehungsweise relevanten Resistenzmutationen. Bei Nachweis einer Rifampicin-Resistenz erfolgt eine weiterführende Resistenzprüfung am Nationalen Referenzzentrum für Mykobakterien der Universität Zürich.
Der Behandlungsausgang wird nach Abschluss der Therapie von der behandelnden Ärzteschaft gemeldet. Erfasst werden unter anderem Heilung, Therapieabschluss, Therapieversagen, Therapieabbruch, Todesfälle sowie Überweisungen oder unbekanntes Behandlungsresultat (z. B. bei Kontaktverlust). Diese Angaben dienen der Beurteilung des Behandlungserfolgs und der Tuberkulosekontrolle.
Für die epidemiologischen Auswertungen verknüpft das BAG die klinischen Meldungen, Laborresultate und Behandlungsergebnisse zu einem einzigen Fall. Die Auswertungen in diesem Bericht basieren auf den klinischen und laboranalytischen Meldungen des Jahres 2025 sowie den Behandlungsergebnissen des Jahres 2024.
Epidemiologie
Fallzahlen
In der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein gingen die gemeldeten Tuberkulosefälle über viele Jahre kontinuierlich zurück und erreichten 2021 mit 350 Fällen pandemiebedingt den tiefsten Stand seit Beginn der Überwachung im Jahr 1988 (Abbildung 1, Tabelle 1). Seit 2022 ist wieder ein Anstieg zu beobachten, der sich 2025 mit 544 gemeldeten Fällen deutlich beschleunigte. Die Melderate stieg entsprechend von 4,8 auf 6,0 Fälle pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Trotz dieser Zunahme bleibt die Schweiz ein Land mit niedriger Tuberkuloseinzidenz und liegt weiterhin unter dem europäischen Durchschnitt (8,4 Fälle pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner im Jahr 2024 [1]).
Der Anstieg ist nahezu vollständig auf mehr Fälle bei im Ausland geborenen Personen zurückzuführen, während die Fallzahlen bei Personen aus der Schweiz und Liechtenstein stabil beziehungsweise leicht rückläufig blieben. Die aktuelle Entwicklung scheint somit, primär Veränderungen der Tuberkuloseepidemiologie in den Herkunftsländern sowie Migrations- und Fluchtbewegungen widerzuspiegeln und nicht auf eine verstärkte lokale Transmission innerhalb der einheimischen Bevölkerung hinzuweisen. Diese Beobachtungen decken sich mit den Ergebnissen aus anderen europäischen Niedriginzidenzländern. Studien zeigen, dass sich Tuberkulose dort zunehmend auf Personen konzentriert, die aus Regionen mit höherer Tuberkulosebelastung stammen [2, 3]. Migration, Flucht und internationale Mobilität prägen die Epidemiologie daher zunehmend.
Auch die globale Entwicklung unterstützt diese Interpretation. Gemäss dem Global Tuberculosis Report der WHO erkrankten 2024 schätzungsweise 10,7 Millionen Menschen neu an Tuberkulose [4]. Mit 8,3 Millionen diagnostizierten und gemeldeten Fällen wurde weltweit der höchste je registrierte Wert erreicht. Nach den pandemiebedingten Rückgängen 2020 und 2021 führten die Wiederaufnahme von Diagnostik, Behandlung und internationaler Mobilität in vielen Regionen zu einem erneuten Anstieg. Zudem beeinträchtigten die COVID-19-Pandemie sowie bewaffnete Konflikte in verschiedenen Hochprävalenzländern die Tuberkulosekontrolle, einschliesslich Präventionsmassnahmen wie Impfprogramme. Die Entwicklung in der Schweiz steht damit im Einklang mit globalen Trends und unterstreicht die Bedeutung einer kontinuierlichen Überwachung auch in Niedriginzidenzländern.
Demografie
Die Altersverteilung der Tuberkulosefälle hat sich im Jahr 2025 zu jüngeren Altersgruppen verschoben. Zwar stellten die 20- bis 39-Jährigen mit 207 Fällen weiterhin die grösste Patientengruppe dar, die stärkste Zunahme wurde jedoch bei den 15- bis 19-Jährigen beobachtet (Tabelle 1). In dieser Altersgruppe verdoppelte sich die Zahl der Fälle von 51 auf 102; mit einer Melderate von 22,3 pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern wiesen sie die höchste Erkrankungsrate aller Altersgruppen auf (Tabelle 2). Die Zunahme betraf vor allem Personen mit Herkunft ausserhalb der Schweiz und Liechtensteins, bei denen sich die Erkrankungen auf Jugendliche und junge Erwachsene konzentrierten. Bei in der Schweiz oder in Liechtenstein geborenen Personen traten Tuberkulosefälle dagegen weiterhin überwiegend im höheren Alter auf, meist als Reaktivierung einer früher erworbenen Infektion (Abbildung 2). Männer waren 2025 mit 366 Fällen (67,3 %) deutlich häufiger betroffen als Frauen; ihre Melderate war mehr als doppelt so hoch.
Dieses Muster entspricht den internationalen Beobachtungen und spricht dafür, dass die aktuelle Zunahme der Tuberkulosefälle vor allem durch junge Menschen mit Migrationshintergrund geprägt wird. Dies steht im Einklang mit der Altersstruktur der in den vergangenen Jahren in die Schweiz eingereisten Schutzsuchenden, bei denen junge Erwachsene den grössten Anteil ausmachten [5].
Herkunft
Die Herkunft wird anhand des Geburtslands bestimmt. Liegt diese Angabe nicht vor, wird stattdessen die Nationalität herangezogen. Die Tuberkuloseepidemiologie der Schweiz wird nach wie vor wesentlich durch Personen mit Herkunft ausserhalb der Schweiz geprägt. Die meisten gemeldeten Fälle entfielen – nach Personen mit Herkunft aus der Schweiz – auf Personen aus Eritrea, Somalia und Afghanistan (Tabelle 3). Diese Länder weisen gemäss WHO eine deutlich höhere Tuberkuloseinzidenz auf als die Schweiz und gehören gleichzeitig zu den wichtigsten Herkunftsländern von Asylsuchenden in der Schweiz [4, 5].
Klinische Manifestation
Die Tuberkulose manifestierte sich wie bisher überwiegend pulmonal. Im Jahr 2025 wurden 268 rein pulmonale Fälle sowie 238 Fälle mit kombinierter pulmonaler und extrapulmonaler Beteiligung gemeldet; insgesamt wiesen rund 94 % der Erkrankten eine Lungenbeteiligung auf (Tabelle 1). Da pulmonale Tuberkuloseformen für die Übertragung entscheidend sind, unterstreicht dies die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnostik sowie konsequenter Kontaktabklärungen und Umgebungsuntersuchungen.
Laboranalytische Befunde
Diagnostische Entwicklung
Die in diesem Bericht ausgewiesenen Werte bezüglich diagnostischer Entwicklung weichen teilweise von den Angaben früherer Jahresberichte ab. Dies ist auf eine Korrektur der Auswertungsmethodik zurückzuführen; die hier dargestellten Ergebnisse basieren auf der revidierten Berechnung. Die diagnostische Qualität blieb auch 2025 hoch. Von den 544 gemeldeten Tuberkulosefällen wurden 510 (93,8 %) laborbestätigt. Die Labordiagnostik stützt sich zunehmend auf molekularbiologische Verfahren. Parallel zum Anstieg der Tuberkulosefälle nahm auch der Anteil der mittels PCR diagnostizierten Erkrankungen zu und erreichte 2025 den höchsten Wert des Beobachtungszeitraums. PCR-basierte Verfahren ermöglichen den raschen Nachweis von Erregern des Mycobacterium tuberculosis-Komplexes sowie relevanter Resistenzmutationen und erlauben damit eine frühzeitige Einleitung geeigneter Therapien. Die Kultur bleibt jedoch weiterhin die Referenzmethode zur Bestätigung der Diagnose und für die umfassende Resistenztestung (Tabelle 4). Auffällig ist der rückläufige Anteil mikroskopisch positiver Fälle (Abbildung 3). Gleichzeitig nahm auch der Anteil der Fälle mit unbekanntem Mikroskopie-Befund deutlich zu. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Mikroskopie im Zuge des zunehmenden Einsatzes molekularbiologischer Verfahren seltener durchgeführt oder ihre Resultate unvollständig dokumentiert beziehungsweise übermittelt wurden. Der beobachtete Rückgang mikroskopisch positiver Fälle sollte daher vorsichtig interpretiert werden, da er zumindest teilweise durch den steigenden Anteil unbekannter Mikroskopie-Befunde beeinflusst sein könnte. Unabhängig davon bleibt ein mikroskopisch positiver Sputum-Ausstrich ein wichtiger Marker für eine hohe Erregerlast und eine erhöhte Kontagiosität.
Molekulare Resistenztests ermöglichen den Nachweis von Mutationen in den Genen rpoB, katG und im inhA-Promotor, die mit Resistenzen gegen Rifampicin beziehungsweise Isoniazid assoziiert sind. Im Zeitraum 2020–2025 blieb der Anteil der nachgewiesenen Resistenzmutationen niedrig und weitgehend stabil. rpoB-Mutationen (Rifampicin-Resistenz) wurden jährlich bei rund 2–3 % der laborbestätigten Fälle nachgewiesen, katG-Mutationen (Isoniazid-Resistenz) bei 3–5 % und inhA-Promotor-Mutationen (Isoniazid-Resistenz) bei etwa 2 %. Insgesamt ergeben sich keine Hinweise auf eine Zunahme molekular nachgewiesener Resistenzen in der Schweiz (Tabelle 4).
Spezies
Der überwiegende Teil der Isolate wurde als Mycobacterium tuberculosis oder als Mitglied des Mycobacterium tuberculosis-Komplexes identifiziert. Andere Spezies wie M. bovis oder M. africanum wurden nur selten nachgewiesen. Die Speziesverteilung blieb damit im Vergleich zu den Vorjahren weitgehend stabil (Tabelle 4).
Resistenzlage
Die Resistenzlage blieb insgesamt stabil. Im Jahr 2025 wurden bei 29 Isolaten Isoniazid-Resistenzen und bei sieben Fällen Rifampicin-Resistenzen nachgewiesen. Fünf Fälle erfüllten die Definition einer multiresistenten Tuberkulose (MDR-TB), d. h. einer Resistenz gegen mindestens Isoniazid und Rifampicin. Die Zahl der MDR-TB blieb mit fünf Fällen unverändert gegenüber dem Vorjahr. Fälle einer extensiv resistenten Tuberkulose (XDR-TB) wurden im Berichtsjahr nicht registriert. Trotz des deutlichen Anstiegs der Tuberkulosefälle ergaben sich somit keine Hinweise auf eine generelle Zunahme der Resistenzproblematik (Tabelle 5).
Deutliche Unterschiede zeigten sich jedoch zwischen den Herkunftsgruppen. Besonders bei Fällen aus der Ukraine wurde über den gesamten Beobachtungszeitraum ein deutlich erhöhter Anteil Rifampicin-resistenter Isolate beobachtet. Dies entspricht der bekannten epidemiologischen Situation in Regionen mit hoher MDR-TB-Prävalenz und spricht dafür, dass resistente Tuberkulose in der Schweiz überwiegend mit aus dem Ausland eingereisten Personen assoziiert ist und weniger auf lokale Übertragung zurückzuführen ist.
Vorbehandelte Patientinnen und Patienten wiesen in mehreren Jahren höhere Resistenzanteile auf als neu diagnostizierte Fälle. Aufgrund der kleinen Fallzahlen sind diese Unterschiede jedoch mit Vorsicht zu interpretieren. Dieses Muster entspricht internationalen Beobachtungen: Eine frühere Tuberkulosebehandlung gilt als Risikofaktor für medikamentenresistente Tuberkulose, da unvollständige oder unzureichend wirksame Therapien die Selektion resistenter Erreger begünstigen können.
Behandlungsresultate
Die Behandlungsresultate werden aufgrund der sechs- bis zwölfmonatigen Therapiedauer jeweils mit Verzögerung ausgewertet. Im Berichtsjahr 2025 konnten deshalb die Behandlungsergebnisse der im Jahr 2024 abgeschlossenen Therapien ausgewertet werden.
Der dokumentierte Behandlungserfolg betrug 2024 bei allen Tuberkuloseformen 70,6 % und bei kulturbestätigten Lungentuberkulosen ohne Rifampicin-Resistenz 72,7 % (Tabelle 6). Die Erfolgsraten liegen weiterhin deutlich unter dem Niveau der Jahre 2019 bis 2021 und unter dem WHO-Zielwert von 90 %. Ein Behandlungserfolg bedeutet, dass die Tuberkulosebakterien am Ende der Therapie nicht mehr nachweisbar sind oder die Behandlung vollständig abgeschlossen wurde. Da für 14,6 % der Fälle keine Ergänzungsmeldung zum Behandlungsausgang vorlag und bei 6,2 % ein unbekanntes Behandlungsresultat in der Ergänzungsmeldung angegeben wurde, wird der tatsächliche Behandlungserfolg wahrscheinlich unterschätzt. Eine vollständigere Erfassung der Behandlungsausgänge durch die meldende Ärzteschaft bleibt deshalb ein wichtiges Ziel der Tuberkulosebekämpfung.
Meldequalität
Die Qualität der Tuberkuloseüberwachung hängt wesentlich von der Vollständigkeit der Meldungen ab. Im Jahr 2025 lagen für 539 der 544 gemeldeten Fälle (99,1 %) klinische Angaben vor; die hohe Vollständigkeit blieb damit gegenüber den Vorjahren stabil. Verbesserungspotenzial besteht weiterhin bei den Ergänzungsmeldungen: Für 2024 lag die Rücklaufquote bei 85.4 % (369 von 432 Fällen) und damit nach dem Tiefstwert von 78.5 % im Jahr 2022 wieder etwas höher (Abbildung 4). Für 2025 liegen aufgrund der noch laufenden Behandlungen noch keine Daten vor. Fehlende Angaben zum Behandlungsausgang erschweren die Interpretation der Behandlungsergebnisse und führen wahrscheinlich zu einer Unterschätzung des Behandlungserfolgs. Rückmeldungen der meldenden Stellen deuten darauf hin, dass die hohe Mobilität von Patientinnen und Patienten – insbesondere Verlegungen im Asylbereich – zu den fehlenden Ergänzungsmeldungen beiträgt. Eine vollständigere Erfassung der Behandlungsausgänge würde die Bewertung der Tuberkulosekontrolle und die Vergleichbarkeit mit den WHO-Zielen verbessern.
Schlussfolgerungen
Nach dem pandemiebedingten Tiefstand im Jahr 2021 setzte sich der seit 2022 beobachtete Wiederanstieg der Tuberkulosefälle in den Jahren 2024 und 2025 deutlich fort. Die Zunahme betraf vor allem Personen mit Herkunft ausserhalb der Schweiz und konzentrierte sich insbesondere auf Jugendliche und junge Erwachsene. Diese Entwicklung entspricht den Beobachtungen anderer europäischer Niedriginzidenzländer und verdeutlicht den Einfluss internationaler Migrations- und Fluchtbewegungen auf die Tuberkuloseepidemiologie.
Die Fallzahlen bei Personen mit Herkunft aus der Schweiz und Liechtenstein blieben über die letzten Jahre weitgehend stabil. Zusammen mit der insgesamt stabilen Resistenzlage ergeben sich aus den vorliegenden Meldedaten keine Hinweise auf grundlegende Veränderungen der einheimischen Transmission.
Die diagnostische Qualität und die Resistenzüberwachung blieben auch 2025 auf einem hohen Niveau. Verbesserungspotenzial besteht weiterhin bei der Vollständigkeit der Ergänzungsmeldungen zum Behandlungsausgang, wodurch die Beurteilung des Behandlungserfolgs erschwert wird. Eine vollständigere Erfassung der Behandlungsausgänge würde die Bewertung der Tuberkulosekontrolle und die Vergleichbarkeit mit den WHO-Zielen verbessern.
Für die kommenden Jahre bleiben die frühzeitige Diagnostik, die zeitnahe Ermittlung und Untersuchung von Kontaktpersonen zur frühzeitigen Erkennung weiterer Erkrankungen und Infektionen, sowie die vollständige Dokumentation der Behandlungsergebnisse zentrale Aufgaben. Gleichzeitig sollten Präventions- und Betreuungsmassnahmen weiterhin gezielt auf besonders betroffene Bevölkerungsgruppen ausgerichtet werden. Die Ergebnisse unterstreichen, dass auch in einem Niedriginzidenzland wie der Schweiz eine kontinuierliche epidemiologische Überwachung und eine flexible Anpassung der Tuberkulosekontrolle an internationale Entwicklungen erforderlich bleiben.
Weitere Informationen
Referenzen
- European Centre for Disease Prevention and Control, World Health Organization Regional Office for Europe. Tuberculosis surveillance and monitoring in Europe 2026: 2024 data. Stockholm: European Centre for Disease Prevention and Control; Copenhagen: WHO Regional Office for Europe; 2026.
- Dara M, Solovic I, Goletti D, Sotgiu G, Centis R, D'Ambrosio L, et al. Tuberculosis in migrants in low-incidence countries: epidemiology and intervention entry points. Int J Tuberc Lung Dis. 2017;21(6):624-636. doi:10.5588/ijtld.16.0845. PMID: 28482956.
- Greenaway C, Pareek M, Abou Chakra CN, Walji M, Makarenko I, Alabdulkarim B, et al. The effectiveness and cost-effectiveness of screening for latent tuberculosis among migrants in the EU/EEA: a systematic review. Euro Surveill. 2018;23(14):17-00543. doi:10.2807/1560-7917.ES.2018.23.14.17-00543. PMID: 29637889.
- World Health Organization. Global tuberculosis report 2025. Geneva: World Health Organization; 2025.
- Staatssekretariat für Migration (SEM). Asylstatistik 2025. Bern-Wabern: Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement; 2026. Verfügbar unter: https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/publiservice/statistik/asylstatistik/archiv/2025.html (Zugriff am 29.06.2026).
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