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Alkohol und Alkoholprävention

Die meisten Menschen in der Schweiz trinken Alkohol ohne Anzeichen eines problematischen Konsums. Doch knapp jede sechste Person übertreibt es gelegentlich oder immer wieder. Und davon sind alle betroffen, denn beeinträchtigt werden sowohl die Gesundheit wie auch das soziale Umfeld.

Problematischer Alkoholkonsum betrifft alle

Problematischer Alkoholkonsum stört das Zusammensein und zerstört Freundschaften und Familien. Er schadet der Entwicklung von Jugendlichen. Er bringt Gefahren auf die Strasse, in die Betriebe und er führt zu Gewalt. Er schädigt die Gesundheit und verursacht erhebliche Kosten.

Diese Probleme wollen wir verhindern oder vermindern, indem wir

  • die Gefahren und Schäden des problematischen Alkoholkonsums und dessen Ursachen benennen;
  • Handlungsinstrumente für Wirtschaft, Politik und Sozialwesen entwickeln;
  • für Hilfe zugunsten von Betroffenen, Gefährdeten und ihren Angehörigen sorgen;
  • Kantone, Gemeinden, Betriebe, Vereine und Privatpersonen vernetzen.

Psychoaktive Substanz

Alkohol ist eine der ältesten psychoaktiven Substanzen der Menschheit, welche das Bewusstsein, die Wahrnehmung und die  Motorik beeinflusst. Schon seit Jahrtausenden ist die enthemmende und berauschende Wirkung des Alkohols bekannt. Heute ist Alkohol in unserer Kultur verankert, leicht verfügbar und günstig. Alkoholische Getränke sind Teil der Essens- und Trinkkultur, verursachen aber auch diverse gesundheitliche und soziale Probleme.

Abhängigkeit, Vergiftungen und Todesfälle

In der Schweiz sind 250'000 bis 300'000 Personen alkoholabhängig (Kuendig, 2010). Das entspricht etwa zwei Drittel der Bevölkerung der grössten Schweizer Stadt, Zürich. Jährlich werden in der Schweiz rund 6 pro 1'000 Einwohner wegen Alkohol stationär behandelt – insgesamt etwa 35'000–40'000 Personen (MonAM).

Jährlich sterben in der Schweiz etwa 1'600 Personen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren an den Folgen des Alkoholkonsums (Gmel, 2020). Allein die alkoholbedingten Probleme des Verdauungssystems führen zu mehr als 330 Todesfällen pro Jahr. Es gibt etwa doppelt so viele tödlich ausgehende alkoholbedingte Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Störungen - letzteres insbesondere als Folge des punktuell risikoreichen Alkoholkonsums

Milliardenkosten für die Gesellschaft

Problematischer Alkoholkonsum verursacht jährlich Kosten von rund 2,8 Mrd. Franken. Davon entgehen der Schweizer Volkswirtschaft 2,1 Mrd. Franken an Produktivität, weil dem Arbeitsmarkt aufgrund von Krankheiten, vorzeitigen Pensionierungen und Todesfällen Ressourcen verloren gehen (Polynomics, 2021).

Weitere Informationen

Monitoring-System & Wissens- und Austauschplattform

MonAM – Schweizer Monitoring-System Sucht und nichtübertragbare Krankheiten

In der Schweiz stellen nichtübertragbare Krankheiten (NCD) und Sucht eine grosse Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Das Monitoringsystem liefert Kennzahlen aus verlässlichen Quellen zu mehr als 110 Indikatoren.

Entdecken Sie prevention.ch

prevention.ch ist die umfassende Wissens- und Austauschplattform im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention. Sie vernetzt Fachleute und schafft Verbindungen zwischen Sucht, psychischer Gesundheit und der Prävention nichtübertragbarer Krankheiten.

Weiterführende Themen

Bundesamt für Gesundheit BAG

Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern