Verhaltensökonomie und Nudging in Gesundheitsförderung und Prävention
Was hält uns davon ab, die Treppe zu benutzen im Büro? Wann tun wir es trotzdem? Die Verhaltensökonomie beschäftigt sich mit dem menschlichen Verhalten und kann bewährte Interventionen in der Gesundheitsförderung und Prävention optimieren. Wir haben zentrale Erkenntnisse aufarbeiten lassen.
Verhaltensökonomie und Lebensstil
Das individuelle Verhalten spielt für die Gesundheit eine wichtige Rolle: Häufig werden Erkrankungen wie Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen oder chronische Rückenschmerzen durch einen ungesunden Lebensstil verursacht, wie zum Beispiel durch mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung usw. Ein wichtiger Grund hierfür ist, dass Menschen im Alltag viele kleinere und auch grössere Entscheidungen nicht vollständig rational treffen. Und häufig muss es schnell gehen. Präferenzen wie kurzfristige Vorteile überwiegen dann und beeinflussen unsere Entscheidungen – allen guten Vorsätzen zum Trotz.
Der Kontext, in dem wir eine Entscheidung treffen, spielt eine wichtige Rolle: Wird die alltägliche Umgebung gesundheitsförderlich gestaltet, z.B. mit gut sichtbaren und attraktiven Treppen, trifft man im Alltag leichter die gesunde Wahl. Dies kann soweit führen, dass «gesunde» Entscheidungen sogar intuitiv getroffen werden – ohne wirklich darüber nachdenken zu müssen. Dabei spielen soziale und psychologische Faktoren eine entscheidende und oft unterschätzte Rolle.
Nudging
Nudging (von engl. to nudge für anstupsen) kann als Untergebiet der Verhaltensökonomie verstanden werden. Nudges funktionieren dadurch, dass sie ein gewisses Verhalten attraktiver wirken lassen oder sichtbarer machen. Sie wirken dann am besten, wenn das Bewusstsein oder der Vorsatz für das Verhalten bereits vorhanden ist und können deshalb im Alltag dabei unterstützen, gute Vorsätze umzusetzen. Dabei beinhalten Nudges keinen Zwang und keine verbindlichen Verhaltensvorschriften. Ein Beispiel:

Umsetzungshilfen für Fachpersonen
Sie sind ein Akteur im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention und wollen Ihre Aktivitäten und Angebote wirkungsvoller gestalten und noch besser auf die Zielgruppe ausrichten? Hier unter Dokumente finden Sie drei Umsetzungshilfen für die Anwendung von verhaltensökonomischen Techniken:
Übersicht «Behavioural Insights»:
Hier finden Sie zentrale Erkenntnisse aus dem Bereich der Verhaltensökonomie aufgearbeitet für die Gesundheitsförderung und Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten.
Verhaltensökonomischer Leitfaden:
Diesen können Sie für die verhaltensökonomische Ausgestaltung von Projekten und Massnahmen verwenden. Er ist direkt anwendbar für die Durchführung von Workshops (als PDF-Formular zu Ausfüllen, auch ausdruckbar auf Flipchartgrösse oder im Präsentationsformat).
Kommunikationskit:
Hier finden Sie die wichtigsten Botschaften für die Kommunikation von verhaltenswissenschaftlich gestalteten Angeboten.
Weitere Informationen
Weiterführende Themen

Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
Ein gesunder Lebensstil kann nichtübertragbare Erkrankungen vermeiden oder ihre Folgen lindern. Darauf basiert unsere Präventionsstrategie.
Bundesamt für Gesundheit BAG
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