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Problematischer Alkoholkonsum

Alkoholkonsum kann unterschiedliche problematische Ausprägungen haben: Einige trinken chronisch zu viel, andere konsumieren punktuell, d.h. bei einer Gelegenheit grosse Mengen Alkohol. Zudem sollte in bestimmten Situationen und Lebensumständen kein Alkohol getrunken werden.

Evidenz zum Zusammenhang von Alkohol und Gesundheit

Der Forschungsstand zu Alkoholkonsum und Gesundheit hat sich in den letzten Jahren wesentlich weiterentwickelt und ist unmissverständlich: Weniger Alkohol ist besser.

Im Jahr 2018 veröffentlichte die Eidgenössische Kommission für Alkoholfragen EKAL eine Orientierungshilfe für einen risikoärmeren Alkoholkonsum, die auf dem damaligen Wissensstand basierte. Diese Orientierungswerte haben ihre Gültigkeit verloren.

Die Eidgenössische Kommission für Fragen zu Sucht und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (EKSN) stellt zwei Dokumente zur Verfügung, welche die aktuelle Evidenz systematisch aufarbeiten und für Fachwelt, Verwaltung und Öffentlichkeit zugänglich machen: Die Informationsgrundlage «Weniger ist besser» sowie den Bericht «Alkohol und Gesundheit: Stand der Kenntnisse».

Das BAG begrüsst die Analyse der EKSN als fundierte Zusammenstellung des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstands und als wichtige Grundlage für Entscheidungsträger, Fachleute und Öffentlichkeit. Der Konsum von Alkohol trägt zur Entstehung von mehr als 200 Krankheiten bei (z. B. Leberzirrhose, Pankreatitis, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Diabetes) und verursacht eine erhebliche Krankheitslast und Sterblichkeit. Die Analyse bestätigt ebenfalls, dass Alkohol verschiedene Krebsarten verursacht.

Der Umgang mit Alkohol ist eine individuelle Entscheidung. Um diese Entscheidung zu unterstützen, sind Informationen über die Substanz, ihre Wirkungen, möglichen Nutzen und Risiken hilfreich.

Verzicht oder Vorsicht bei besonderen Lebensumständen

Kinder oder kranke Menschen sollten grundsätzlich auf Alkohol verzichten. Während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollte kein Alkohol getrunken werden und auch bei der Einnahme von Medikamenten ist auf mögliche Wechselwirkungen zu achten. Bei der Arbeit und bei sportlichen Aktivitäten sowie in fortgeschrittenem Alter – nicht zuletzt aus Gründen der Sicherheit – kann der Alkoholkonsum auch besonders riskant sein.

Im Strassenverkehr und in der Schifffahrt gilt die Grenze von 0.25 Milligramm Alkohol pro Liter Atemluft oder 0.5 Promille Blutalkohol. Für bestimmte Fahrzeuglenkende – etwa Neulenkerinnen und Neulenker, Berufschauffeure, Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer – gilt hingegen ein striktes Alkoholverbot.

Alkoholabhängigkeit

Abhängiges Konsumverhalten hat gemäss Krankheitsklassifikationen der WHO verschiedene Ausprägungen wie starkes Verlangen nach Alkohol, verminderte Konsumkontrolle, Vernachlässigung anderer Interessen oder anhaltender Konsum trotz starker schädlicher Folgeerscheinungen (WHO, 1992). Rund 250'000 Personen in der Schweiz sind alkoholabhängig oder zumindest stark alkoholgefährdet, davon sind rund zwei Drittel Männer (Kuendig 2010)

Episodisch risikoreicher Konsum

Der Begriff «episodisch risikoreicher Konsum» steht laut internationalen Richtlinien für den Konsum einer grossen Menge Alkohol – bei Frauen mindestens 4 Gläser und bei Männern mindestens 5 Gläser innerhalb einiger Stunden mindestens einmal pro Monat. Rund 14.7 % der Schweizerinnen und Schweizer ab 15 Jahren trinken episodisch risikoreich, mit 18.9 % etwa doppelt so viele Männer wie Frauen (10.7 %). In der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen trinken 30 % mindestens einmal im Monat episodisch risikoreich.

Chronisch risikoreicher Konsum

Als «chronischer Konsum» wird der regelmässige und wegen der Häufigkeit und Menge als risikoreich einzustufende Alkoholkonsum bezeichnet. Nach den gängigen internationalen Standards beginnt der chronisch risikoreiche Konsum beim Konsum von 2 Standardgläsern pro Tag bei Frauen bzw. 4 Standardgläsern bei Männern. In der Schweiz trinken rund 3.4 % der Frauen und 4.4 % der Männer im Alter ab 15 Jahren regelmässig zu viel Alkohol (MonAM). Der Anteil chronisch Alkoholkonsumierender nimmt mit dem Alter tendenziell zu.

Weitere Informationen

Weiterführende Themen

Krankheiten, Unfälle

Übermässiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko für über 60 Krankheiten sowie Unfälle und Verletzungen. Rund ein Zehntel der gesamten Krankheitslast in der Schweiz ist alkoholbedingt.

Bundesamt für Gesundheit BAG

Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern