Prävention und Gesundheitsförderung im internationalen Kontext
Tabakkonsum, schädlicher Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und unausgewogene Ernährung sind in der Schweiz wie auch weltweit die Hauptursachen für nichtübertragbare Krankheiten. Deshalb engagiert sich die Schweiz im Rahmen der globalen und europäischen Aktionspläne der WHO zu diesen Themen.
Die wichtigsten nichtübertragbaren Krankheiten und ihre Ursachen
Laut WHO sind die nichtübertragbaren Krankheiten, von denen die bedeutendsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und Atemwegserkrankungen sind, die häufigste Todesursache auf der Welt. 2021 sind mehr als 43 Millionen Menschen vorzeitig daran gestorben. Die Hauptursachen dieser Erkrankungen sind, unter anderem, Tabakkonsum, risikoreicher Alkoholkonsum, Bewegungsmangel sowie eine zu fettige, zu zuckerreiche oder zu salzhaltige Ernährung.
Problemanerkennung durch die UNO und Aktionsplan der WHO
Seit 2011 anerkennt die UNO die nichtübertragbaren Krankheiten als «weltweite Belastung und Bedrohung sowie eine der grössten Herausforderungen für die Entwicklung im 21. Jahrhundert». Die WHO geht mithilfe ihres Globalen Aktionsplans zur Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten gegen nichtübertragbare Krankheiten und deren Ursachen vor. Das Dokument, das sich sowohl mit der Prävention als auch mit der Behandlung befasst, setzt Ziele, um eine «von der vermeidbaren Bürde der nichtübertragbaren Krankheiten erlöste» Welt zu erreichen.
Tabak international
Der Tabakkonsum ist die Hauptursache vermeidbarer Todesfälle und fordert jedes Jahr weltweit mehr als 7 Millionen Opfer, darunter 1,6 Millionen Nichtraucherinnen und Nichtraucher, die unfreiwillig Tabakrauch ausgesetzt sind (Passivrauchen).
Das Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (Framework Convention on Tobacco Control, FCTC) wurde 2003 von der Weltgesundheitsversammlung verabschiedet und ist seit Februar 2005 in Kraft. Es zählt 183 Vertragsparteien, darunter die Europäischen Union (Stand: Februar 2026). Die Schweiz hat das Abkommen am 25. Juni 2004 unterzeichnet, aber es bis heute nicht ratifiziert.
Das Rahmenabkommen hält die Grundprinzipien fest, nach denen Angebot und Nachfrage nach Tabakwaren mittels wissenschaftlich fundierter Massnahmen für einen nachhaltig besseren Gesundheitszustand der Weltbevölkerung reguliert werden sollen. Die Vertragsparteien sind namentlich aufgefordert, die folgende Massnahmen in ihrer nationalen Gesetzgebung vorzusehen:
- Verbot der Abgabe von Tabakprodukten an Minderjährige;
- wirksamer Schutz vor Passivrauchen am Arbeitsplatz, in geschlossenen Räumen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und Einrichtungen sowie auf öffentlichen Plätzen;
- Deklarationspflicht betreffend die Produktzusammensetzung und Warnhinweise auf allen Tabakprodukten;
- Einschränkungen im Bereich Werbung, Verkaufsförderung und Sponsoring für Tabakprodukte;
- Bekämpfung des Schmuggels, der illegalen Herstellung und der Fälschung von Tabakprodukten.
Das am 1. Oktober 2024 in Kraft getretene Tabakproduktegesetz erfüllt die Anforderungen des WHO-Rahmenübereinkommens nicht vollständig, insbesondere was die Werbung betrifft. Die Annahme der Volksinitiative «Kinder und Jugendliche ohne Tabakwerbung» im Februar 2022 brachte jedoch eine Entwicklung. Der Volksentscheid führte zu einer verfassungsrechtlichen Verschärfung der Werbeeinschränkungen, die jegliche Tabakwerbung, die Minderjährige erreicht, auch in der Presse, im Internet, auf Plakaten und bei öffentlichen Veranstaltungen, verbietet.
Die Ratifikation des WHO-Rahmenübereinkommens zur Eindämmung des Tabakgebrauchs bleibt für den Bundesrat seit dessen Unterzeichnung 2004 ein wichtiges Anliegen der öffentlichen Gesundheit. Die Kompetenz zur Ratifikation völkerrechtlicher Verträge liegt beim Parlament.
Alkohol international
Alkohol ist eine bedeutende Ursache für Todesfälle weltweit. 2019 war der Alkoholkonsum für rund 2,6 Millionen Todesfälle verantwortlich, davon 1,9 infolge von Krankheiten und 700 000 infolge von Verletzungen. In Europa ist 1 von 3 Todesfällen aufgrund von Traumata und Gewalttaten auf Alkohol zurückzuführen.
Als Reaktion darauf hat die WHO eine globale Strategie ausgearbeitet, auf welcher der Globale Alkohol-Aktionsplan 2012–2020 beruht. Die Globale Alkoholstrategie der WHO enthält Empfehlungen zur wirksamen Bekämpfung von problematischem Alkoholkonsums und seinen Folgen.
Die WHO empfiehlt unter anderem die folgenden nachweislich wirksamen Massnahmen:
- Steuern auf alkoholische Getränke erhöhen und deren Preise erhöhen;
- Verfügbarkeit einschränken, indem Zeiten, Tage und Orte des Verkaufs begrenzt werden;
- Vermarktung, insbesondere digitale Werbung und Werbung in sozialen Medien, verbieten oder einschränken;
- Gesetzgebung betreffend Alkohol am Steuer und deren Durchsetzung verschärfen;
- Screening und Kurzinterventionen in die Primär- und Notfallversorgung sowie in die Traumatologie einbeziehen, um schädlichen Alkoholkonsum frühzeitig zu erkennen.
In der Schweiz werden die Empfehlungen der WHO entsprechend dem nationalen Kontext in der Nationalen Strategie Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie) und im dazugehörigen Massnahmenplan 2025–2028 berücksichtigt.
Weitere Informationen
Bundesamt für Gesundheit BAG
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern