Plattform ZäB: Abgeschlossene Arbeiten
Nachfolgend sind sämtliche Arbeiten im Zusammenhang mit der Plattform ZäB aufgeführt.
Abstimmung der ärztlichen Aus- und Weiterbildung
Im Jahr 2010 vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und fragmentierter Zuständigkeiten hat sich die Plattform auf die Schwierigkeiten bei der Harmonisierung der universitären Ausbildung und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten konzentriert. Nach der Identifizierung und Analyse der wichtigsten Herausforderungen hat die Themengruppe im Jahr 2011 eine Untergruppe gebildet, die Massnahmen zur Erhöhung der Zahl ausgebildeter Ärztinnen und Ärzte erarbeiten sollte. Diese hat empfohlen, die Zahl bis 2018/2019 auf 1’100 zu erhöhen und dafür eine zusätzliche Finanzierung von 56 Millionen Franken pro Jahr sowie eine nationale Koordination sicherzustellen, um die Kapazitäten zu harmonisieren und genügend Praktikumsplätze zu gewährleisten.
Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung
Der Bund und die Kantone wünschten, die Weiterbildung der Ärztinnen und Ärzte auch nach dem Inkrafttreten der neuen Spitalfinanzierung zu gewährleisten. Im Rahmen des Dialogs Nationale Gesundheitspolitik (NGP) haben sie daher die Plattform «Zukunft der ärztlichen Bildung» damit beauftragt, die Situation zu analysieren und konkrete Lösungsvorschläge zu unterbreiten. In diesem Zusammenhang ist die Themengruppe «Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung» im Jahr 2010 eingesetzt worden. Im Frühjahr 2011 hat die Themengruppe das Modell «PEP» (pragmatisch, einfach, pauschal) vorgestellt. Dieses Modell zielte darauf ab, alle auf der Spitalliste geführten Spitäler und Kliniken zu verpflichten, eine ihrer Kapazität entsprechende Zahl an Assistenzärztinnen und -ärzten auszubilden. Die genaue Anzahl der Weiterbildungsplätze sollte in den mit den Kantonen abgeschlossenen Leistungsvereinbarungen festgelegt werden. Der Dialog NGP hat dieses Modell am 25. August 2011 verabschiedet.
Interprofessionalität in der ärztlichen Bildung
Im Januar 2012 ist die Themengruppe «Interprofessionalität» ins Leben gerufen worden. Die Mitglieder der Plattform haben beschlossen, sich der Frage der Interprofessionalität unter dem Gesichtspunkt der Bildung zu widmen und vorrangig für die ärztliche Bildung kurzfristig konkrete Lösungen zu erarbeiten. Das entwickelte Konzept der interprofessionellen Bildung hat Empfehlungen zu gemeinsamen Kompetenzen und Zielen sowie zu Methoden der interprofessionellen Lehre umfasst, die in die Bildungsprogramme für Medizin und Gesundheitsberufe integriert werden können. Es hat den ersten Schritt dargestellt, um die interprofessionelle Lehre strukturiert und koordiniert in das Medizinstudium und die Ausbildung in Gesundheitsberufen einzuführen. Die Gruppe hat der Plattform empfohlen, die Umsetzung auf nationaler Ebene im Rahmen eines zweiten Mandats fortzusetzen.
Nachwuchs für die klinische Forschung in der Schweiz
Im Rahmen des Masterplans Biomedizin hat die Plattform „Zukunft ärztliche Bildung” im Jahr 2013 die Themengruppe „Nachwuchs für die klinische Forschung in der Schweiz” ins Leben gerufen. Diese sollte den möglichen Mangel an klinisch Forschenden bewerten und die notwendigen Massnahmen zu dessen Behebung definieren. Ihre Analyse hat ergeben, dass auf mehreren Ebenen Handlungsbedarf besteht, um die klinische Forschung nachhaltig zu stärken. Die Gruppe hat daher empfohlen, interessierte Studierende frühzeitig zu identifizieren, ihre Qualifizierungsmöglichkeiten zu verbessern sowie die Arbeitsbedingungen und Karriereaussichten in diesem Bereich zu optimieren. Das Ziel bestand darin, eine nachhaltige Entwicklung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu gewährleisten und die Position der Schweiz als Standort für klinische Forschung zu festigen.
Zunehmende Spezialisierung in der Humanmedizin aus Sicht der Spitalorganisation
Die Plattform «Zukunft ärztliche Bildung» hat im Jahr 2015 die Themengruppe «Zunehmende Spezialisierung in der Humanmedizin aus Sicht der Spitalorganisationen» ins Leben gerufen und mit der Durchführung und Auswertung einer Studie zur Entwicklung der medizinischen Spezialisierung und Fragmentierung der Spitalstrukturen beauftragt. Die Gruppe sollte die Zusammenhänge zwischen akademischen und klinischen Laufbahnen, der postgradualen Ausbildung und der Spitalorganisation analysieren und Lösungen zur Korrektur der beobachteten Fehlentwicklungen erarbeiten. Auf dieser Grundlage kam sie zum Schluss, dass die Präsenz erfahrener Allgemeinmediziner verstärkt werden müsse, und schlug mehrere Massnahmen vor: attraktive akademische und klinische Laufbahnen für Allgemeinmediziner, spezielle Führungspositionen, den Austausch bewährter Praktiken zwischen Spitälern, die Stärkung von Lehre und Forschung in allgemeinmedizinischen Disziplinen sowie Leitlinien und Mentoring-Programme zur Unterstützung dieser Laufbahnen.
Inhaltsverzeichnis
Groupe thématique «Formation continue des médecins »
Infolge internationaler Reformen der ärztlichen Fortbildung wurde in der Schweiz die Themengruppe «Ärztliche Fortbildung» eingesetzt. Diese sollte prüfen, ob solche Reformen auch in unserem Land notwendig sind. Das SIWF erhielt 2020 einen entsprechenden Forschungsauftrag. Aufgrund der Ergebnisse dieses Forschungsauftrags wurde ein Rechtsexperte damit beauftragt zu prüfen, welche rechtlichen Massnahmen getroffen werden könnten, um die Einhaltung der Fortbildungspflicht durch die Ärztinnen und Ärzte zu gewährleisten. Zu den Ergebnissen der beiden Berichte fand ein mehrfacher Austausch zwischen BAG, SIWF und GDK statt, um die Verantwortlichkeiten und allfällige Massnahmen zu definieren. Eine Zusammenfassung dieses Austauschs wurde der Plattform im März 2023 vorgelegt.
Themengruppe «Koordination der ärztlichen Weiterbildung»
Die Themengruppe wurde vor dem Hintergrund von Diskussionen zur Verteilung ärztlicher Ressourcen auf Facharztgruppen eingesetzt. Sie wurde im Dezember 2014 einberufen. Sie sollte aufzeigen, wie die ärztliche Weiterbildung künftig besser koordiniert werden kann. Zu diesem Zweck sollte aufgezeigt werden, welche Datengrundlagen für die Frage des Vergleichs zwischen Bedarf und Angebot in den einzelnen Facharztgruppen vorhanden sind und wo Lücken bestehen. Des Weiteren sollte das Vorgehen in institutioneller Hinsicht angeschaut werden mit der Idee die wichtigsten Akteure im Bereich der ärztlichen Weiterbildung in einem Gremium zu versammeln. Dieses Gremium «Koordination ärztliche Weiterbildung» führte ab 2021 die Arbeiten der Themengruppe weiter.
Themengruppe «Arztberuf der Zukunft»
Die Erwartungen der neuen Ärztegenerationen verändern den ärztlichen Beruf, insbesondere durch die zunehmende Tätigkeit in Teilzeit und in Gruppenpraxen. Parallel dazu erweitern andere Gesundheitsberufe ihre Kompetenzen, etwa Apothekerinnen und Apotheker, die heute ohne ärztliche Verschreibung Medikamente abgeben dürfen, die früher verschreibungspflichtig waren. Vor diesem Hintergrund hat die Plattform 2020 die thematische Arbeitsgruppe «Arztberuf der Zukunft» ins Leben gerufen, die drei prioritäre Handlungsfelder analysierte: Megatrends, Patientinnen und Patienten sowie Kompetenzen der Ärztinnen und Ärzte der Zukunft. Diese Arbeiten mündeten in Empfehlungen in vier zentralen Bereichen: kompetenzbasierte Ausbildung nach den CanMEDS-Rollen, Qualität der ambulanten medizinischen Leistungen, Stärkung von Task Shifting und Task Sharing sowie enge Zusammenarbeit mit den Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen. Die Verantwortung für die Umsetzung der Empfehlungen wurde unter den Mitgliedsorganisationen der Plattform aufgeteilt.
Bundesamt für Gesundheit BAG
Sektion Weiterentwicklung Gesundheitsberufe
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