Nano in Kürze
Nanomaterialien sind heute in unterschiedlichen Anwendungen auf dem Markt. Durch synthetische Nanomaterialien, Nano-Beschichtungen oder Nanostrukturen erhalten Produkte spezielle Eigenschaften.
Die Nanotechnologie und die besonderen Eigenschaften der Nanomaterialien ermöglichen die Entwicklung neuer Produkte, die in vielen Bereichen genutzt werden können. Oberflächen werden durch Nanomaterialien kratzfester, schmutz- und wasserabweisend oder antibakteriell - Kunststoffe werden leichter und widerstandsfähiger. Oberflächenstrukturen und –beschichtungen lassen Wasser abperlen und ermöglichen, dass Oberflächen elektrisch leitend werden.
Zahlreiche Lebensmittel enthalten natürliche Nanomaterialien (z.B. Kasein in der Milch). Bislang befinden sich jedoch nur einige wenige nano-haltige (nanoskalige) Lebensmittel oder Lebensmittelzusatzstoffe auf dem Schweizer Markt. Es handelt sich dabei unter anderem um Siliziumdioxid (Trennmittel), Carotinoide (Farbstoffe oder ernährungsphysiologisch nützlicher Stoff) sowie Micellen (Kapseln für Vitamine, Aromen, Coenzym Q10 etc.). Diese sind keine neuartigen Nanomaterialien, sondern vielmehr Produkte, die seit vielen Jahren hergestellt und sicher verwendet werden.
In einigen Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor wird beschichtetes nanoskaliges Titandioxid als UV-Filter verwendet. Nano-Titandioxid gehört zu den meistuntersuchten Nanomaterialien. Verschiedene Studien zeigen, dass nanoskaliges Titandioxid durch die gesunde Haut nicht in den Körper eindringt.
Bei den Verpackungen sind heute Verbundfolien und PET-Flaschen mit einer nanotechnologisch optimierten Barriereeigenschaft gegen Gase und Aromastoffe auf dem Markt. Dabei werden nanoskalige Tonplättchen oder Siliziumdioxid verwendet.
Bei Erosionsvorgängen, Vulkanausbrüchen und Waldbränden werden auch Nanomaterialien gebildet und freigesetzt. Durch Verbrennungsprozesse gelangen ultrafeine Partikel in die Umwelt. Amorphes Siliziumdioxid, Russ und Asche gehören zu den wichtigen Vertretern natürlich vorkommender Nanomaterialien.
Bei Produktionsverfahren können als Nebenprodukte Nanomaterialien anfallen. Zu den mengenmässig bedeutendsten synthetischen Nanomaterialien gehören Carbon Black (industriell hergestellter Russ), Siliziumdiozid, Kalziumcarbonat und Titandioxid.
Der Begriff «Nano» wird heute nicht einheitlich verwendet:
- Nanomaterialien können in Produkten in freier, in locker zusammengeballter (agglomeriert) oder in fester, miteinander verbundener (aggregiert) Form enthalten sein.
- Als «Nano» bezeichnete Produkte können frei sein von Nanomaterialien und erst bei ihrer Anwendung eine Beschichtung bilden, deren Dicke im Nanobereich liegt.
- Nanomaterialien können in einen stabilen Gegenstand (z.B. Kunststoff) eingebunden sein oder an dessen Oberfläche haften.
- Gegenstände können auch lediglich nanoskalige Oberflächenstrukturen besitzen.
Nano in Industrie, Gewerbe und Handel
Im Auftrag der SUVA wurde bereits 2007 eine Umfrage zur Verwendung von synthetischen Nanomaterialien in Industrie, Gewerbe und Handel durchgeführt. Die repräsentative Firmenbefragung ergab, dass im Jahr 2007 in der Schweiz rund 600 Betriebe Nanomaterialien eingesetzt hatten. Die gesamte Studie sowie weiterführende Informationen zur Arbeitssicherheit in Bezug auf Nanomaterialien finden Sie unter «Dokumente» und «Links».
Datenbanken, Produktelisten und Marktstudien:
Verschiedenen Datenbanken, Produktelisten und Marktstudien listen auf, in welchen Produkten Nanomaterialien verwendet werden. Auch Informationen zur Toxizität der Nanomaterialien sind in Datenbanken verfügbar. Weitere Informationen finden Sie unter «Links».
Weitere Informationen
Weiterführende Themen
Nanotechnologie: Rechtliches in Kürze
Nanomaterialien und Nanoprodukte fallen je nach Anwendungsgebiet in den Geltungsbereich verschiedener Gesetze und Verordnungen. Geltende Bestimmungen und geplante Ergänzungen werden nachfolgend kurz erläutert.
Nano-Heilmittel
Die Nanotechnologie beeinflusst auch die Entwicklung von Heilmitteln.

Neuartige Materialien – Advanced materials
Unter den Begriff «Advanced Materials» (Neuartige Materialien) fallen eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien. Alle haben im Vergleich zu konventionellen Materialien herausragende, neuartige Eigenschaften und werden daher in diversen Bereichen eingesetzt.
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