Kokain
Der Konsum von Kokain kann gesundheitliche und soziale Auswirkungen haben. Um Betroffene und ihr Umfeld zu unterstützen, sind Prävention, Schadensminderung, Beratung und Behandlung wichtige Bestandteile der Suchtpolitik und der Gesundheitsversorgung in der Schweiz.
In der Schweizer Gesundheitsbefragung geben rund 6,2 Prozent der Bevölkerung an mindestens einmal im Leben Kokain konsumiert zu haben. Rund 1 Prozent berichtet von einem Konsum innerhalb der letzten zwölf Monate. Diese Erhebung bildet jedoch Personen mit schweren Suchterkrankungen nur unzureichend ab. Zudem werden illegale oder gesellschaftlich unerwünschte Handlungen tendenziell untererfasst. Fachstellen beobachten in mehreren Schweizer Städten eine Zunahme von Menschen mit einer schweren Kokainabhängigkeit, die intensive medizinische und psychosoziale Unterstützung benötigen.
Wirkung und Risiken
Kokain ist eine stark stimulierende psychoaktive Substanz. Es kann Euphorie, erhöhte Wachheit und ein gesteigertes Leistungsgefühl auslösen. Der Konsum ist jedoch mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden.
Zu den möglichen Folgen gehören:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen und schwere Herzrhythmusstörungen;
- Schlaganfälle;
- Krampfanfälle;
- Schädigungen der Nasenschleimhaut beim Schnupfen;
- Schädigungen der Atemwege bei Inhalation;
- Blutübertragbare Krankheiten und bakterielle Infektionen beim Injizieren;
- psychische Belastungen und Erkrankungen;
- Kokainabhängigkeit.
Neben den gesundheitlichen Folgen kommt es häufig zu sozialen Problemen wie Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit oder sozialer Isolation.
Die häufigste Konsumform ist das Schnupfen von Kokainpulver (Kokainsalz). Es kann jedoch auch injiziert oder geraucht werden. Durch eine chemische Umwandlung mit Natron oder Amoniak kann eine Kokainpaste (Kokainbase) hergestellt werden, die getrocknet und geraucht wird. Diese Paste, manchmal «Crack», «Freebase» oder «Base» genannt, wirkt deutlich schneller und intensiver als geschnupftes Kokain, die Wirkung hält jedoch wesentlich kürzer an. Dies führt häufig zu häufigerem Konsum, erhöht das Risiko einer Abhängigkeit oder verstärkt eine bereits vorhandene Abhängigkeit.
Umfassendes Behandlungskonzept
Die Behandlung einer Kokainabhängigkeit sollte stets in ein umfassendes Versorgungskonzept eingebettet sein. Dazu gehören insbesondere:
- medizinische Behandlung;
- psychosoziale Begleitung;
- Behandlung weiterer Suchterkrankungen;
- Behandlung weiterer psychischer Erkrankungen;
- Unterstützung bei Wohnen, Arbeit und sozialer Integration.
Diese Elemente gelten als zentrale Voraussetzungen für eine nachhaltige Stabilisierung und die Verbesserung der Lebenssituation der betroffenen Personen.
Die Behandlung einer Kokainabhängigkeit ist anspruchsvoll, dies um so mehr bei Personen, die auch Crack konsumieren. Daher werden zur Ergänzung der etablierten psycho- und sozialtherapeutischen Ansätze auch neue Behandlungsansätze untersucht. Diskutiert wird unter anderem die Therapie mit medizinischen Stimulanzien wie Methylphenidat oder Amphetamine, welche das Verlangen nach Kokain reduzieren könnten. Auch die Behandlung mit medizinischem Kokain zur Schadensminderung kann ein möglicher Ansatz sein.
Die Rolle des BAG
Das Bundesamt für Gesundheit verfolgt die wissenschaftlichen Entwicklungen im Bereich der Behandlung von Kokainabhängigkeit und unterstützt den fachlichen Austausch zwischen Forschung, Kantonen und Praxis.
Es schafft zudem Grundlagen für eine evidenzbasierte Gesundheitspolitik. Es fördert den Wissensaustausch und begleitet neue Entwicklungen im Bereich Sucht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
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