Internationale Zusammenarbeit: Gesundheitsschutz
Die internationale Zusammenarbeit soll die Schweizer Bevölkerung vor globalen Gesundheitsrisiken schützen. Die WHO fördert die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und bietet die nötige technische Unterstützung, damit nationale und globale Systeme zur Früherkennung, Überwachung, Verhütung und Bekämpfung gestärkt werden.
Globale Pandemievorbereitung und -bewältigung
Prevention, Preparedness and Response (PPR) – also Prävention, Vorsorge und Reaktionsfähigkeit – sind entscheidend für die globale Gesundheitssicherheit. PPR stärkt die Fähigkeiten der Schweiz, Gesundheitskrisen früh zu erkennen, Risiken zu mindern und schnell sowie koordiniert zu reagieren, um die Auswirkungen auf Bevölkerung und Versorgung zu begrenzen. Vor diesem Hintergrund stand die Bewältigung der Covid-19-Krise seit Anfang 2020 im Zentrum des nationalen und internationeln Gesundheitsschutzes. Die internationale Zusammenarbeit war und ist von zentraler Bedeutung zur Bewältigung solcher Krisen– sowohl global wie auch regional - und damit auch für den Schutz der Gesundheit der Schweizer Bevölkerung. Die bilateralen Kontakte mit anderen Staaten wurden intensiv gepflegt, insbesondere mit den Schweizer Nachbarstaaten. Zudem konnte konnte mit der EU während der Covid-19 Krise, dank gewährter ad-hoc-Zugänge zu verschiedenen Plattformen, eine besonders enge Zusammenarbeit sichergestellt werden. Auch das Engagement in den relevanten internationalen Organisationen, allen voran der Weltgesundheitsorganisationder (WHO), wurde verstärkt.
Angesichts der weitreichenden Auswirkungen der Pandemie kamen die WHO-Mitgliedstaaten überein, auf multilateraler Ebene Massnahmen zur Stärkung der Prävention, Abwehrbereitschaft und Reaktionsfähigkeit bei Pandemien zu ergreifen. Es gilt nun konsequent auf den Erfahrungen aus der Krise aufzubauen. Die Schweiz beteiligt sich in diesem Sinne weiterhin aktiv an den internationalen Folgeprozessen – beispielsweise im Rahmen der WHO bei der Umsetzung der angepassten Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) sowie beim Monitoring und der Weiterentwicklung des neuen WHO-Pandemieabkommens.
Um die Schweizer Bevölkerung vor Gesundheitskrisen zu schützen, engagiert sich die Schweiz darüber hinaus in weiteren Initiativen im Bereich der Pandemievorbereitung und -reaktion. Die Bereitstellung auf dem Markt und die Versorgung mit wichtigen medizinischen Gütern hat einen entscheidenden Einfluss auf den Verlauf einer Pandemie. Aus diesem Grund unterstützt die Schweiz die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI). CEPI gilt als führende Organisation bei der Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen gegen Pandemien und Epidemien..
Antibiotikaresistenz als globale Herausforderung
Weltweit werden Viren und Bakterien immer resistenter gegen antimikrobielle Behandlungen. Die Schweiz beteiligt sich auf internationaler Ebene aktiv an den Bemühungen, diese Resistenzen einzudämmen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Antibiotikaresistenz als Resistenz eines Mikroorganismus gegen ein Antibiotikum, auf das er bisher sensitiv reagiert hat. Diese Resistenz ergibt sich aus der Fähigkeit bestimmter Viren und Bakterien, der Wirkung von antiviralen Mitteln bzw. Antibiotika standzuhalten. Zur Resistenz kommt es, wenn der Mikroorganismus mutiert und sich ein Resistenzgen aneignet.
Antibiotikaresistenzen sind rund um den Globus festzustellen. Da sich das Problem verschärft, handelt es sich um eine der grössten Herausforderungen für die globale Gesundheit. Im Jahr 2019 starben schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen an Infektionen mit resistenten Krankheitserregern, mehr als an Malaria oder HIV.
Diese Entwicklung beschleunigt sich wegen
- hohen und unsachgemässen Antibiotikagebrauchs bei Mensch und Tier
- qualitativ schlechter Medikamente
- geringer Laborkapazitäten
- mangelhafter Überwachung und
- unzureichender Reglementierung der Antibiotikaverwendung.
Globaler Aktionsplan und laufende Arbeiten auf internationaler Ebene
Der in einer Zusammenarbeit zwischen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und der Zivilgesellschaft erstellte globale Aktionsplan sieht fünf Handlungsfelder vor:
- Vermehrte Sensibilisierung und Verständnisförderung für die Antibiotikaresistenzen in der Bevölkerung
- Verbesserung von Aufsicht und Forschung
- Eindämmung der Infektionsverbreitung durch wirksame Sanierungs-, Hygiene- und Präventionsmassnahmen
- Optimierung des Antibiotikagebrauchs in der Human- und Veterinärmedizin
- Förderung von Innovation und Investitionen.
Die Schweiz unterstützte die Verabschiedung des globalen Aktionsplans an der Weltgesundheitsversammlung im Mai 2015. Auf nationaler Ebene zog sie mit der Einführung der Nationalen Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) im November 2015 nach. Der One-Health-Aktionsplan 2024–2027 wurde zudem im Juni 2024 verabschiedet, um die Umsetzung der StAR-Strategie insgesamt durch verbindliche, innovative und nachhaltige Massnahmen zu stärken.
Die globale Covid-19-Pandemie hat deutlich gemacht, welche Auswirkungen Infektionskrankheiten auf die Gesundheit des Menschen und die wirtschaftliche Entwicklung haben können. Der Kampf gegen Antibiotikaresistenzen stellt daher ein wichtiges Element bei der Vorbereitung und der Reaktion auf Pandemien dar.
Im November 2022 nahm die Schweiz an der 3. Globalen Ministerkonferenz zur antimikrobiellen Resistenz in Oman teil, die zur Verabschiedung des Manifests von Maskat führte.
Zusätzliche Informationen: Global action plan on antimicrobial resistance
Engagement der Schweiz
Mit dem Ziel, die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika auf internationaler Ebene zu fördern, unterstützt die Schweiz die in Genf ansässige GARDP (Global Antibiotic Research and Development Partnership).
2018 trat die Schweiz auch dem Global AMR R&D Hub bei, einem globalen Wissenszentrum für die Forschung und Entwicklung im Bereich der Antibiotikaresistenz, das die Zusammenarbeit und Koordination auf internationaler Ebene stärken soll.
Als Mitglied der 2014 von den USA lancierten Initiative Global Health Security Agenda (GHSA) unterstützt die Schweiz von Anbeginn das Action Package, das einen Best-Practice-Austausch zwischen den Mitgliedstaaten erlaubt. In diesem Kontext veröffentlichte sie eine Vergleichsstudie zu den unterschiedlichen nationalen AMR-Strategien, mit dem Ziel, Best Practices definieren zu können.
Weitere Informationen: Global action plan on antimicrobial resistance (who.int)
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