Human Biomonitoring (HBM) im Ausland
Viele Länder führen seit Langem HBM Programme durch, um die Chemikalienbelastung der Bevölkerung zu erfassen. Immer häufiger werden auch langfristig ausgelegte, multidisziplinäre Studien durchgeführt - sogenannte Kohortenstudien -, die HBM Daten mit Gesundheitsdaten in Beziehung setzen.
HBM Programme
Mehrere Länder in Europa und Nord-Amerika führen seit Langem HBM Programme durch (z.B. Deutschland, Tschechische Republik, Canada, USA), um einen Überblick über die chemische Belastung der Bevölkerung zu erhalten. Damit die Studien besser vergleichbar werden, gibt es internationale Anstrengungen zur Harmonisierung und Zusammenarbeit.
HBM in Europa
HBM-Studien sind umso wertvoller, je besser sie statistisch abgesichert sind. Dafür braucht es hohe Teilnehmendenzahlen, weshalb es auf europäischer Ebene seit mehreren Jahren gemeinsame Projekte gibt, die der Harmonisierung nationaler Studien dienen sollen.
Das erste Projekt dazu war DEMOCOPHES (2010-2012), an dem auch die Schweiz teilgenommen hat. Innerhalb des EU-Projekts HBM4EU wurden weitere harmonisierte HBM-Studien durchgeführt (2017-2022, mit Teilnahme der Schweiz), sowie zur Zeit im Rahmen des Folgeprojekts PARC (Laufzeit 2022-2029).
Mit in Kraft treten der EU-Verordnung zu «One substance, one assessment» (EU 2025/2455-245) am 01.01.2026 wurde ein EU-weites HBM-Projekt gesetzlich vorgegeben, um die Chemikaliensicherheit zu stärken. Dieses Programm wird von den EU-Behörden EFSA, ECHA und EEA koordiniert.
HBM in Deutschland
Das deutsche Umweltbundesamt führt seit 1985 bundesweit repräsentative Umweltstudien (GerES German Environmental Survey) zur Analyse der Belastungssituation der Deutschen Bevölkerung durch. Diese sind jeweils Querschnittstudien mit einmaliger Beprobung von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, z.B. Kinder und Jugendliche in GerES V (2014-17) und Erwachsene in GerES VI (2023-24).
Die in den Surveys erhobenen Daten bilden die Grundlage für die Kommission Human-Biomonitoring zur Ableitung und Begründung von sogenannten HBM Referenzwerten (HBM-I und -II Werte) eines chemischen Stoffes in einem Körpermedium (z. B. Urin, Blut).
Nationale Kohorten
Langfristige Gesundheitsstudien (Kohortenstudien) sind darauf ausgelegt, die Gesundheit eines repräsentativen Teils der Bevölkerung über einen langen Zeitraum zu verfolgen, um Ursachen der Entstehung verschiedener Krankheiten zu identifizieren. Solche Bevölkerungskohorten gibt es zum Beispiel in Deutschland und Frankreich. Die Studien CONSTANCES in Frankreich und NaKo in Deutschland umfassen jeweils etwa 200‘000 Freiwillige der Allgemeinbevölkerung, die sich in regelmässigen Abständen einer ausführlichen Gesundheitsuntersuchung unterziehen.
Da die Belastung mit Chemikalien zur Entwicklung von Krankheiten beiträgt, ist es sinnvoll, innerhalb solcher Studien HBM durchzuführen. In England wird deshalb eine Kohortenstudie mit HBM kombiniert (UK Biobank). Ein wichtiges Element einer solchen Studie ist die Errichtung einer Biobank, damit die erhobenen Proben standardisiert aufbewahrt und weiteranalysiert werden können.
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