Gesundheitskompetenz 1
Gesundheitskompetenz bedeutet, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und im Alltag anzuwenden. Sie hilft Menschen, gute Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen. Das BAG setzt sich dafür ein, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken.
Was bedeutet Gesundheitskompetenz?
Gesundheitskompetenz beschreibt die Fähigkeit von Menschen, gesundheitsbezogene Informationen und Angebote zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und für Entscheidungen im Alltag zu nutzen. Sie hilft Menschen, sich im Gesundheitssystem zu orientieren und Entscheidungen zu treffen, die ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden fördern.
Gesundheitskompetenz ist nicht nur eine individuelle Fähigkeit. Sie entsteht im Zusammenspiel zwischen Menschen und ihrer Umgebung. Verständliche Gesundheitsinformationen, zugängliche Angebote und eine gute Kommunikation im Gesundheitswesen unterstützen Menschen dabei, ihre Gesundheitskompetenz zu entwickeln und zu nutzen.
Warum ist Gesundheitskompetenz wichtig?
Gesundheitsinformationen spielen im Alltag eine wichtige Rolle, zum Beispiel bei Fragen zur Prävention, zu Behandlungen oder zum Umgang mit Erkrankungen. Gleichzeitig kann es schwierig sein, aus den vielen verfügbaren Informationen die relevanten und vertrauenswürdigen Informationen zu finden, richtig einzuordnen und gute Entscheidungen zur Behandlung zu treffen.
Fast die Hälfte der Bevölkerung in der Schweiz berichtet von häufigen Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen. Die Gesundheitskompetenz ist nicht jedoch nicht gleich verteilt. Häufiger Schwierigkeiten haben insbesondere Menschen:
Zudem zeigt sich, dass Gesundheitskompetenz nicht gleich verteilt ist. Häufiger Schwierigkeiten haben insbesondere Menschen:
- in finanziell prekären Situationen,
- mit wenig sozialer Unterstützung,
- mit niedrigerem Bildungsniveau,
- mit Schwierigkeiten in der lokalen Landessprache.
Eine geringe Gesundheitskompetenz kann dazu beitragen, dass Menschen weniger gut Zugang zu Gesundheitsinformationen und -angeboten finden und bestehende gesundheitliche Ungleichheiten verstärken. Die Förderung der Gesundheitskompetenz trägt dazu bei, gesundheitliche Chancengleichheit zu verbessern.
Gesundheitskompetenz in der Schweiz
Studie zur Gesundheitskompetenz der Schweizer Bevölkerung: Health Literacy Survey Schweiz 2019-2021
Das Careum Zentrum für Gesundheitskompetenz hat im Auftrag des BAG die Gesundheitskompetenz der Schweizerinnen und Schweizer untersucht. Ziel dieser Erhebung war es herauszufinden, welche Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen bestehen und wer davon besonders betroffen ist.
Die Studie war Teil des internationalen Health Literacy Surveys (HLS19), ein Projekt des «WHO Action Network on Measuring Population and Organizational Health Literacy» (M-POHL). Mit dem HSL19-21-CH konnte die Datenbasis zur Gesundheitskompetenz in der Schweiz erweitert und vertieft sowie mit den Ergebnissen der anderen Teilnehmerländern verglichen werden. Die Ergebnisse sollen auch als Basis für zukünftige Massnahmen in der Schweiz dienen.
Die Ergebnisse zeigen, dass knapp die Hälfte der Bevölkerung in der Schweiz häufig Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen hat. Besonders herausfordernd sind das Beurteilen von Informationen, die Orientierung im Gesundheitssystem und der Umgang mit digitalen Gesundheitsinformationen.
Die wichtigsten Ergebnisse wurden in mehreren Faktenblättern zusammengefasst:
Gesundheitskompetenz im internationalen Vergleich
Gesundheitskompetenz ist ein wichtiges Thema der öffentlichen Gesundheit und wird in vielen Ländern der WHO-Region Europa untersucht. Internationale Erhebungen ermöglichen es, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung länderübergreifend zu vergleichen, gemeinsame Herausforderungen zu erkennen und Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von Massnahmen zu gewinnen.
Die zweite Europäischen Studie zur Gesundheitskompetenz (HLS19) untersucht die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in 17 Ländern der WHO-Region Europa. Die Ergebnisse zeigen, dass in allen teilnehmenden Ländern ein Teil der Bevölkerung Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen hat.
An der zweiten Europäische Studie zur Gesundheitskompetenz (HLS19) nahmen die folgenden Länder teil: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, Israel, Italien, Norwegen, Österreich, Portugal, die Russische Föderation, die Slowakei, Slowenien, die Schweiz, die Tschechische Republik und Ungarn.
Link zur internationalen Studie: European Health Literacy Population Survey 2019-2021
Die verfügbaren nationalen Berichte aller teilnehmenden Ländern sind auf dieser Webseite zu finden: M-POHL: National Findings and Reports
Gesundheitskompetenz während der Covid-19-Pandemie
Während der Covid-19-Pandemie waren Menschen mit einer grossen Menge an Gesundheitsinformationen konfrontiert. Gleichzeitig änderten sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Empfehlungen laufend. Dies stellte hohe Anforderungen an die Fähigkeit, Informationen zu finden, zu verstehen, einzuordnen und für Entscheidungen im Alltag zu nutzen.
Im Rahmen verschiedener Untersuchungen wurde die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung während der Pandemie untersucht. Dabei wurde auch betrachtet, welche Herausforderungen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen beim Umgang mit Informationen zu Covid-19 hatten.
Ältere Studien zur Gesundheitskompetenz
Hier finden Sie verschiedene Dokumente zur Gesundheitskompetenz, deren Erstellung mehrere Jahre zurückliegt.