Gesundheitliche Risiken des Alkoholkonsums
Alkohol kann bereits in kleinen Mengen eine Vielzahl von Krankheiten verursachen oder begünstigen. Neue epidemiologische Daten zeigen, dass selbst der Konsum von einem Standardglas pro Tag das Risiko bestimmter Krebserkrankungen deutlich erhöht. Zudem zeigen die Daten, dass die verbreitete Annahme «Ein Glas Wein ist gut fürs Herz» nicht zutrifft. Sie basierte auf methodologisch fragwürdigen Studien. Vor diesem Hintergrund erscheint die Haltung «Weniger ist besser» angemessen. Wer zu viel und zu häufig trinkt, läuft zudem Gefahr, abhängig zu werden oder eine Vergiftung zu erleiden. Auch das Unfallrisiko steigt.
Mehr als 200 Krankheiten
Der Konsum von Alkohol trägt zur Entstehung von mehr als 200 Krankheiten bei (z. B. Leberzirrhose, Pankreatitis, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Diabetes), insbesondere bei übermässigem Konsum, sei er punktuell oder chronisch. Grundsätzlich steigt das Risiko mit der Häufigkeit und der Menge des konsumierten Alkohols. Die Risiken eines gelegentlichen und geringen Konsums können derzeit nicht abgeschätzt werden. Der Konsum von 1 Standardglas pro Tag erhöht jedoch das Krebsrisiko, insbesondere für Krebsarten des Mund- und Rachenraums, des Kehlkopfs, der Speiseröhre, der Brust, der Leber und des Dickdarms.
Alkoholabhängigkeit
Abhängiges Konsumverhalten hat gemäss Krankheitsklassifikationen der WHO verschiedene Ausprägungen: Starkes Verlangen nach Alkohol, verminderte Konsumkontrolle, Vernachlässigung anderer Interessen oder anhaltender Konsum trotz starker schädlicher Folgeerscheinungen können Anzeichen einer Abhängigkeit sein. Ob wirklich eine Abhängigkeit vorliegt, kann nur eine Fachperson beurteilen. Dabei ist die konsumierte Menge allein nicht ausschlaggebend.
Rund 250'000 Personen in der Schweiz sind alkoholabhängig oder zumindest stark abhängigkeitsgefährdet, davon sind rund zwei Drittel Männer (Kuendig, 2010). Eine Alkoholabhängigkeit wird in fortschreitendem Lebensalter öfter diagnostiziert.
Alkoholvergiftung
Überkonsum von Alkohol führt zu einer Alkoholvergiftung. Ein typisches Symptom dafür ist das Erbrechen. Bei einer Alkoholvergiftung kann man ins Koma fallen, auch kann der Atem gehemmt oder sogar gelähmt werden.
Sowohl Vergiftungen wie auch Fälle von Abhängigkeit werden mit zunehmendem Lebensalter häufiger festgestellt. Ungefähr 9 von 10 Personen, die wegen Alkoholvergiftung hospitalisiert werden, sind älter als 23 Jahre (Wicki und Schneider, 2019 ).
Jugendliche und ältere Menschen mit speziellen Bedingungen
Kinder sollten keinen Alkohol trinken. Auch Jugendliche sollten Alkohol möglichst vermeiden, da ihr Körper und ihr Gehirn noch in Entwicklung sind und empfindlich auf Alkohol reagieren – je jünger, desto empfindlicher
Das Gesetz sieht ein Abgabealter vor:
- Wein, Bier, Obstwein ab 16 Jahren (im Tessin ab 18 Jahren)
- Spirituosen, Aperitifs und Alcopops ab 18 Jahren
Ältere Menschen sollten wissen, dass der Wasseranteil im Körper mit zunehmendem Alter abnimmt, wodurch die Wirkung von Alkohol stärker wird.
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Weiterführende Themen
Substanzkonsum von Kindern und Jugendlichen
Kinder und Jugendliche befinden sich in Entwicklung. Ihr Körper und ihre Psyche reagieren stärker auf Alkohol, Tabak, Cannabis und andere Substanzen. Auch können sie die Folgen von Entscheidungen nicht immer gut einschätzen.
Alkohol im Alter
Ältere Menschen reagieren empfindlicher auf Alkohol; sie sollten vorsichtig damit umgehen. Zudem treten im Alter häufiger Krankheiten auf, die Alkohol negativ beeinflusst. Möglich sind auch unerwünschte Wechselwirkungen mit Medikamenten.
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