Der Einsatz der RSV-Impfung bei schwangeren Frauen
Das RSV (respiratorisches Synzytial-Virus) ist ein Virus, das erkältungsähnliche Beschwerden auslöst und bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Erwachsenen schwere Infektionen der unteren Atemwege bewirken kann. Der RSVpreF-Impfstoff (Abrysvo®) wird bei Säuglingen bis zu einem Alter von sechs Monaten als passiver Schutz durch die Impfung der Mutter während der 32. und 36. Schwangerschaftswoche angewendet.
Dieser Bericht bewertet das Kosten-Nutzenverhältnis und die Auswirkungen auf den Kostenhaushalt der mütterlichen RSVpreF-Impfung während der Schwangerschaft im Vergleich zu Nirsevimab oder keiner RSV-Vorbeugung.
Zwei systematische Übersichten zu Nirsevimab und RSVpreF wurden durchgeführt und sechs klinische und zehn wirtschaftliche Studien einbezogen. Die klinischen Studien berichteten eine gute Wirksamkeit und Sicherheit für beide Medikamente, was aber statistisch nicht ausgewiesen werden konnte. Die wirtschaftlichen Studien ohne Modelle aus der Schweiz berichteten, dass die RSVpreF-Impfung ein besseres Kosten-Nutzenverhältnis gegenüber keiner RSV-Vorbeugung hat, und dass Nirsevimab im Vergleich zu keiner RSV-Vorbeugung und gegenüber der RSVpreF-Impfung das bessere Kosten-Nutzenverhältnis aufwies. Das neu entwickelte und auf die Schweiz angepasste Modell zeigte, dass die Verabreichung der RSVpreF-Impfung die Kosten im Vergleich zu Nirsevimab um CHF 9,7 Millionen pro Jahr senkt, es gehen dabei 18,2 Lebensjahre bei voller Gesundheit verloren (QALY). Das ergibt Zusatzeinsparungen pro verlorenem Lebensjahr mit voller Gesundheit (ICER) von CHF 538'075. Im Vergleich zu keiner RSV-Vorbeugung erhöht RSVpreF die Kosten pro Jahr um CHF 430'224, wobei 27,8 Lebensjahre bei voller Gesundheit gewonnen werden. Das ergibt Zusatzkosten pro gewonnenem Lebensjahr mit voller Gesundheit von CHF 15'497. Die Analyse der Auswirkungen auf den Kostenhaushalt schätzt, dass die Einführung der RSVpreF-Impfung bei Neugeborenen über fünf Jahre die Gesamtkosten um CHF 14,8 Millionen reduzieren würde.
Der Bericht kommt zum Schluss, dass Nirsevimab und RSVpreF wirksam und sicher für die Vorbeugung von RSV-Infektionen bei Säuglingen sind. Im Vergleich zu Nirsevimab dürfte RSVpreF ein günstiges Kosten-Nutzenverhältnis aufweisen, da der Verlust an Lebensjahren bei voller Gesundheit durch die Kosteneinsparung ausgeglichen wird. Im Vergleich zu keiner RSV-Vorbeugung erhöhen sich zwar die Gesundheitsausgaben, aber es ergibt sich auch ein Gewinn an Lebensjahren bei voller Gesundheit. Somit kann vorausgesagt werden, dass die Einführung der RSVpreF-Impfung zur RSV-Vorbeugung die gesamten Gesundheitsausgaben reduzieren wird.
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