Alkoholkonsum in der Schweiz: Zahlen und Fakten
Aktuelle Daten und Analysen zum Alkoholkonsum in der Schweiz
- 2022 konsumierten 83% der Bevölkerung Alkohol in der Schweiz, davon rund 9% mindestens einmal am Tag. 21.4% der Personen über 65 tranken täglich Alkohol.1
- Im Jahr 2024 trank jede Person ab 15 Jahren im Durchschnitt 7,6 Liter reinen Alkohol. Dies entspricht etwa dem Pro-Kopf Konsum von 116 Dosen Bier à 0,5 Liter, 42 Flaschen Wein à 0,75 Liter, 5 Flaschen Spirituosen à 0,7 Liter und 2 Flaschen Obstwein à 0,75 Liter. Insgesamt wird seit Jahren immer weniger Alkohol getrunken (2001 waren es noch 10,6 Liter pro Person).1
- Im Jahr 2022 konsumierten 12 % der Menschen, die Alkohol trinken, die Hälfte des gesamten Alkohols in der Schweiz.2
- 2022 hatten 16.4 % der Menschen in der Schweiz einen problematischen Alkoholkonsum; das heisst, sie tranken regelmässig zu viel, tranken eine risikoreiche Menge Alkohol innerhalb einer Gelegenheit oder tranken situativ unangepasst (während Schwangerschaft/Stillzeit, vulnerablen Lebensumständen, beim Sport, bei Einnahme von Medikamenten, beim Lenken von Fahrzeugen, vor Erreichen der zulässigen Altersgrenze usw.). Dieser Anteil hat gegenüber 2017 (18.1 %) leicht abgenommen.1
- Fast 4 % der Bevölkerung trinken chronisch risikoreich, d.h. zu häufig zu viel (bei Frauen 2 und bei Männern 4 Standardgläser pro Tag).1
- Fast 15 % der Bevölkerung trinken episodisch risikoreich. Das betrifft 10,7 % der Frauen und 18,9 % der Männer. Dabei trinken sie mindestens einmal im Monat bei einer Gelegenheit 4 oder mehr Gläser (Frauen) bzw. 5 oder mehr Gläser (Männer). Es sind vor allem junge Männer (20- bis 24-Jährige), die einen solchen Konsum aufweisen (35% in dieser Alterskategorie).
- Geschätzte 250'000 bis 300'000 Personen in der Schweiz sind alkoholabhängig.3
- Ca. jede dritte Person in der Schweiz hat mindestens eine Person mit Alkoholproblemen in ihrem Umfeld.4
- Männer trinken generell risikoreicher als Frauen, die Frauen holen aber tendenziell auf (vor allem in der Alterskategorie 25- bis 34-jährig).1
- Der Alkoholkonsum von Jugendlichen bis 15 Jahren ist in den letzten Jahren zurückgegangen (Anteil der 11- bis 15-Jährigen, die mindestens einmal in den letzten 30 Tagen Alkohol getrunken haben im Jahr 2022: 19.4%). Zwischen 15 und 24 Jahren nimmt der Konsum stark zu (knapp ein Drittel der 15- bis 19-Jährigen trinken mindestens einmal pro Woche, fast die Hälfte bei den 20- bis 24-Jährigen).1
- 2022 geben 22 % der Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren an, mindestens einmal pro Monat zu viel Alkohol zu konsumieren (episodisch risikoreicher Konsum).1 Bei den 20- bis 24-Jährigen sind es rund 30 %. Der Alkoholkonsum findet in diesen beiden Altersgruppen vor allem am Wochenende statt.
- 2017 verursachte Alkohol in der Schweiz 1’553 Todesfälle bei Personen zwischen 15 und 74 Jahren.5
- Über alle Messjahre hinweg sind bei Männern etwa 10 % aller Todesfälle alkoholbedingt. Bei Frauen ist dieser Anteil leicht von 6 % auf 5 % gesunken.5
- Alkoholbedingte Krebserkrankungen trugen 2017 zu 36% und alkoholbedingte Erkrankungen des Verdauungssystems (ebenfalls Lebererkrankungen) zu 21% dieser Todesfälle bei. Alkoholbedingte Unfälle und Verletzungen waren für 21% der Todesfälle verantwortlich.5
- In 2019 waren rund 20% aller verletzungsbedingten Todesfälle (z. B. Verkehrsunfälle, Stürze oder Selbstmorde) in der Schweiz durch Alkohol verursacht.6
- In 2022 sind 13% der tödlich oder mit Schwerverletzten ausgehenden Verkehrsunfällen in der Schweiz mit Alkoholkonsum verbunden. In den Nächten des Wochenendes ist Alkohol die häufigste Unfallursache.7
- Die direkten Kosten im Gesundheitswesen im Jahr 2017 belaufen sich auf 477 Mio. Franken. Sie fallen bei der Behandlung von alkoholbedingten Krankheiten, Unfällen und Suchtbehandlungen an.8
Eine neue Studie schätzt diese Kosten im Jahr 2022 auf 513 Millionen CHF.9 - Problematischer Alkoholkonsum verursacht der Gesellschaft jährlich Kosten von rund 2,8 Mrd. Franken.8
- Der grösste Teil geht zulasten der Wirtschaft in Form von Produktivitätsverlusten: Wegen vorzeitigen Todesfällen, Krankheit oder frühzeitigen Pensionierungen fallen geschätzte 2,1 Mrd. Franken Kosten an.8
- Weitere 215 Mio. Franken sind Kosten in der Strafverfolgung (Polizei und Justiz).8
- Die direkten Kosten im Gesundheitswesen im Jahr 2017 belaufen sich auf 477 Mio. Franken. Sie fallen bei der Behandlung von alkoholbedingten Krankheiten, Unfällen und Suchtbehandlungen an.8
- Jeder Alkoholkonsum kann Gesundheitsrisiken bergen: Alkoholkonsum steht mit mehr als 200 verschiedenen Krankheiten und Beschwerden in Verbindung.10 Es konnte keine für die Gesundheit und in Bezug auf Krebs unbedenkliche Alkoholmenge ermittelt werden.11
- Der Konsum kleiner Mengen Alkohol ist nicht gesundheitsfördernd: Die Studien, die einen positiven Effekt auf die Gesundheit nahelegten, basierten hauptsächlich auf methodischen Verzerrungen, insbesondere durch den Vergleich von mässig Konsumierenden mit Gruppen von «abstinenten» Personen, zu denen häufig Personen mit Gesundheitsproblemen gehörten, die früher Alkohol konsumiert hatten. Bislang konnte kein verlässlicher Zusammenhang zwischen mässigem Alkoholkonsum und verringertem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hergestellt werden.
- Bundesamt für Statistik BFS (2022): Schweizerische Gesundheitsbefragung. Zahlen zu Alkohol auf dem MonAM abrufbar. LINK
- Alkohol: Konsum (Sucht Schweiz) LINK
- Kuendig H. (2010). Schätzung der Anzahl alkoholabhängiger Personen in der Schweizer Bevölkerung. Forschungsbericht Nr 56. Lausanne: Addiction Info Suisse. Auf Französisch LINK
- Marmet S., Gmel G. (2015). Suchtmonitoring Schweiz - Alkohol- und Drogenprobleme im Umfeld im Jahr 2013. Lausanne: Sucht Schweiz. LINK
- Gmel G. (2020). Alkoholbedingte Sterblichkeit in der Schweiz im Jahr 2017. Lausanne : Sucht Schweiz. LINK
- Alcohol-attributable injuries in the WHO European Region: overview of key findings based on 2019 data. Copenhagen: WHO Regional Office for Europe; 2025. LINK
- Hertach P, Achermann Stürmer Y, Allenbach R, Huwiler K, Niemann S, Uhr A. Sinus 2023: Sicherheitsniveau und Unfallgeschehen im Strassenverkehr 2022. Bern: BFU, Beratungsstelle für Unfallverhütung; 2023. LINK
- Fischer, B. et al. (2021): Volkswirtschaftliche Kosten von Sucht. Polynomics, Olten. LINK
- Stucki, Michael, Vinci, L., Vetsch-Tzogiou, C., Grobet, C., Cakir, L., Müller, B., Kohler, A., Marzetta, J., Schärer, X., Sharakin, M., Thommen, C., Zemlyanska, Y., Eichler, K., Kauer, L., Berger, F., HughesBrühlmann, S., Boes, S., Mattli, R., Lutz, N., & Wieser, S. (2025). Kosten der übertragbaren und nichtübertragbaren Krankheiten sowie Kosten der Risikofaktoren Übergewicht/Adipositas und Bewegungsmangel in der Schweiz [Schlussbericht]. Bundesamt für Gesundheit. LINK
- Weltgesundheitsorganisation, 2024 Alcohol
- Weltgesundheitsorganisation, 2023 Beim Alkoholkonsum gibt es keine gesundheitlich unbedenkliche Menge
Monitoring-System & Wissens- und Austauschplattform
MonAM – Schweizer Monitoring-System Sucht und nichtübertragbare Krankheiten
In der Schweiz stellen nichtübertragbare Krankheiten (NCD) und Sucht eine grosse Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Das Monitoringsystem liefert Kennzahlen aus verlässlichen Quellen zu mehr als 110 Indikatoren.
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Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern
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