Administrativer Aufwand im Gesundheitswesen
Das BAG will einen Beitrag zur Klärung des administrativen Aufwands im Gesundheitswesen leisten. Basierend auf klaren Daten sollen gezielt Massnahmen zur Senkung der Belastung entwickelt und umgesetzt werden. Dazu sind alle Akteure gleichermassen gefordert.
Kritik der steigenden «administrativen Belastung» im Gesundheitswesen
In den letzten Jahren hat das Thema «administrativer Aufwand im Gesundheitswesen» stark an Aufmerksamkeit gewonnen. Politik, Medien und Akteure kritisieren die steigende administrative Belastung im Gesundheitswesen, insbesondere für Leistungserbringer. Dies wird auch als eine der Ursachen für die steigenden Kosten im Gesundheitswesen wahrgenommen.
Unklare Datenlage – Erhöhung von Transparenz
Das Ausmass und die Ursachen von administrativen Aufwänden im Gesundheitswesen sind grösstenteils unklar. Eine von uns durchgeführte Literaturanalyse zeigt, dass es in der Schweiz keine systematischen Datenerhebungen zum Umfang und zur Verteilung administrativer Tätigkeiten gibt. Ebenfalls ist grösstenteils unklar, welche spezifischen Ursachen diese administrativen Aufwände haben.
Gestaffeltes Vorgehen in zwei Phasen
Wir wollen einen Beitrag zur Klärung des Themas leisten. Das Thema ist komplex, deshalb sehen wir zwei Phasen vor:
- In einer ersten Phase soll die Transparenz zu administrativen Aufwänden im Gesundheitswesen erhöht werden. Die Evidenzlage ist noch unzureichend. Eine Erhebung bei ausgewählten Leistungserbringergruppen soll helfen, die Verteilung und Ursachen administrativer Aktivitäten im direkten Kontext des Gesundheitswesens besser zu verstehen.
- Basierend auf den Ergebnissen sollen in einer zweiten Phase gezielte Massnahmen zur Senkung der administrativen Belastung entwickelt und umgesetzt werden.
Initialer Fokus auf Hausärztinnen und Hausärzte
Für die Erhebung von administrativen Aufwänden in Phase 1 legen wir den Fokus zuerst auf eine einzelne Leistungserbringergruppe: Hausärztinnen und Hausärzte. Sie sind aufgrund einer breiten fachlichen Ausrichtung von unterschiedlichen administrativen Aufwänden betroffen.
Der Betrieb ist in Hausarztpraxen weniger komplex als in grossen Spitälern. Dadurch ist der Umsetzungsaufwand kleiner, die Erfolgschancen für eine aussagekräftige Erhebung sind höher.
Zudem können durch eine gezielte Stichprobenauswahl von Hausarztpraxen verschiedene Einflussgrössen auf administrative Aufwände (u.a. Digitalisierungsgrad, Leistungsangebot) repräsentativ abgebildet werden.
Unterstützung durch externe Arbeitsgruppe
Wir haben eine externe Arbeitsgruppe konstituiert, welche diese Arbeiten begleitet.
Die Arbeitsgruppe besteht aus:
- 2 Vertretungen des schweizerischen Berufsverbands der Ärztinnen und Ärzte (FMH)
- 2 Vertretungen der Haus- und Kinderärztinnen und -ärzte Schweiz (mfe)
- 1 Vertretung der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK)
- 2 Vertretungen des Verbands der Schweizer Krankenversicherer (prio.swiss)
- 1 Vertretung der Schweizerischen Patientenorganisation spo
Zudem werden wir in dieser Arbeitsgruppe durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Berner Fachhochschule und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften unterstützt.
Stand der Arbeiten und nächste Schritte
Die Erhebung wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Hausarztmedizin der Universität Zürich und unter Einbezug der Arbeitsgruppe erarbeitet. Ursprünglich war der Start für Oktober 2025 vorgesehen. Aufgrund zahlreicher Rückmeldungen der Akteure zum Erhebungsplan sowie der TARDOC Einführung ab 2026 kommt es jedoch zu Verzögerungen. Die Erhebung wird voraussichtlich ab Mai 2026 durchgeführt.
Weitere Informationen
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Bundesamt für Gesundheit BAG
Abteilung Leistungen Krankenversicherung
Schwarzenburgstrasse 157
Schweiz - 3003 Bern