Krankenversicherung: Kurzarbeitende in der Schweiz

Personen mit Wohnsitz im Ausland, die für kurze Zeit in der Schweiz arbeiten, müssen in der Schweiz eine Krankenversicherung abschliessen. Jedoch gibt es Ausnahmen je nach Wohnsitzstaat und Nationalität der Betroffenen oder je nach Art der Arbeitsbewilligung möglich.

Arbeitnehmende aus EU/EFTA-Staaten – Versicherung am Erwerbsort

Gemäss der durch das Freizügigkeitsabkommen mit der EU (FZA) und das EFTA-Übereinkommen im Jahre 2002 eingeführten Harmonisierung der Sozialversicherungssysteme richtet sich die Versicherungspflicht nach dem Erwerbsortsprinzip. Jede in der Schweiz erwerbstätige Person und ihre nichterwerbstätigen Familienangehörigen unterstehen der Krankenversicherungspflicht in der Schweiz. Diese Regel gilt für folgende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus EU-/EFTA-Staaten:

  • Personen mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausweis L)
  • Personen, die in der Schweiz während höchstens 3 Monaten erwerbstätig sind und für diese Zeit keine Aufenthaltsbewilligung benötigen (Meldeverfahren), es sei denn, sie verfügen über einen gleichwertigen privaten Versicherungsschutz für Behandlungen in der Schweiz.

Ausnahmen sind möglich für

Arbeitnehmende mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien, die regelmässig in ihr Wohnsitzland zurückkehren (mindestens einmal wöchentlich). Siehe die Erläuterungen zum Optionsrecht in der Rubrik «Grenzgängerinnen und Grenzgänger in der Schweiz».

Beginn und Ende der Versicherung

Staatsangehörige von EU-/EFTA-Staaten, die keine Aufenthaltsbewilligung benötigen (Erwerbstätigkeit von weniger als 3 Monaten) sind ab Beginn des Arbeitsverhältnisses versicherungspflichtig. Treten sie keiner Versicherung bei, so können sie von Amtes wegen einer Krankenkasse zugewiesen werden. Dabei muss die Versicherung am Datum des Beginns ihres Arbeitsverhältnisses zu laufen beginnen.
Die Versicherung endet am Datum der Beendigung der Arbeit in der Schweiz, spätestens aber am Tag der Ausreise aus der Schweiz oder mit dem Tod der versicherten Person.

Staatsangehörige von EU-/EFTA-Staaten mit einem Ausweis L, der länger als 3 Monate gültig ist, sind ab dem Tag ihrer Anmeldung bei der Einwohnerkontrolle versicherungspflichtig. Sie haben 3 Monate Zeit, um einer schweizerischen Krankenkasse beizutreten. Wird diese Frist nicht eingehalten, so können sie – bei nicht entschuldbarer Verspätung mit einem Prämienzuschlag für verspäteten Beitritt – von Amtes wegen einer Krankenkasse zugewiesen werden und haben für die medizinische Behandlung vor dem Beitrittsdatum selber aufzukommen.
Die Versicherung endet an dem der Einwohnerkontrolle gemeldeten Abreisedatum, in jedem Fall aber am Tag der tatsächlichen Ausreise aus der Schweiz oder mit dem Tod der versicherten Person.

Arbeitnehmende aus Ländern ausserhalb der EU/EFTA

Drittstaatenangehörige (ausserhalb der EU/EFTA) mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung oder einer Aufenthaltsbewilligung, die mindestens drei Monate gültig ist, unterstehen der Krankenversicherungspflicht in der Schweiz.

Versicherungspflichtig sind auch ausländische Arbeitnehmende, deren Aufenthaltsbewilligung weniger als 3 Monate gültig ist (z. B. Saisonniers), es sei denn, sie verfügen für Behandlungen in der Schweiz über einen gleichwertigen Versicherungsschutz. 

Beginn und Ende der Versicherung

Personen mit einem Ausweis L, der länger als 3 Monate gültig ist, sind ab dem Tag ihrer Anmeldung bei der Einwohnerkontrolle versicherungspflichtig. Sie haben 3 Monate Zeit, um einer schweizerischen Krankenkasse beizutreten. Wird diese Frist nicht eingehalten, so können sie – bei nicht entschuldbarer Verspätung mit einem Prämienzuschlag für verspäteten Beitritt – von Amtes wegen einer Krankenkasse zugewiesen werden und haben für die medizinische Behandlung vor dem Beitrittsdatum selber aufzukommen.

Personen mit einem Ausweises L, der weniger als 3 Monate gültig ist, sind ab dem Tag ihrer Einreise in die Schweiz versicherungspflichtig. Treten sie keiner Versicherung bei, so können sie von Amtes wegen einer Krankenkasse zugewiesen werden.

Die Versicherung endet an dem der Einwohnerkontrolle gemeldeten Abreisedatum, in jedem Fall aber am Tag der tatsächlichen Ausreise aus der Schweiz oder mit dem Tod der versicherten Person.

Mehrfachbeschäftigte (Tätigkeiten in mehreren Ländern)

Staatsangehörige der Schweiz oder von EU-Mitgliedstaaten, die als Selbstständigerwerbende oder als Angestellte gleichzeitig entweder in mehreren EU-/EFTA-Mitgliedstaaten oder in der Schweiz und in einem oder mehreren EU-/EFTA-Mitgliedstaaten arbeiten, sind der Gesetzgebung eines einzigen Staates unterstellt. Für weitere Informationen siehe Rubrik «Arbeitnehmende in der EU oder der EFTA – Gleichzeitige Erwerbstätigkeit in der EU/EFTA oder der Schweiz».

In der Schweiz entscheiden die AHV-Ausgleichskassen über die Versicherungspflicht bei den Sozialversicherungen, und ihre Verfügungen gelten auch für die Krankenversicherung. Deshalb haben sich Mehrfachbeschäftigte an die zuständige AHV-Ausgleichskasse zu wenden.

Weiterführende Themen

Krankenversicherung: Grenzgängerinnen und Grenzgänger in der Schweiz

Grenzgängerinnen und Grenzgänger müssen grundsätzlich eine Krankenversicherung in der Schweiz abschliessen. Ausnahmen sind je nach Wohnsitzstaat und Nationalität der Arbeitnehmenden möglich.

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Krankenversicherungsrechtliche Zuordnung von Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, die in einem EU-/EFTA-Staat arbeiten oder in mehreren Staaten gleichzeitig erwerbstätig sind

Krankenversicherung: Prämien und Prämienverbilligung EU/EFTA

Die in der Schweiz versicherten Personen bezahlen die EU-/EFTA-Prämien, die für ihren Wohnsitzstaat gelten. Versicherte, die in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen leben, haben Anrecht auf Prämienverbilligung.

Leistungen im Ausland für Versicherte mit Wohnsitz im Ausland

In der Schweiz versicherte Personen, die im Ausland leben, haben das Recht, sich in ihrem Aufenthalts- oder Wohnsitzland sowie in der Schweiz behandeln zu lassen.

Letzte Änderung 04.10.2019

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