Scoping-Berichte

Im Scoping-Bericht wird die Fragestellung konkretisiert und die Methodik für das Assessment erarbeitet.

Die abgeschlossenen Scoping-Berichte sind unten aufgeführt.

Vorgehen

Das BAG führt ein Pre-scoping im Sinne einer Voranalyse und Eingrenzung der Fragestellung für die ausgewählten Themen durch. Darauf basierend erstellt der Auftragnehmende den eigentlichen Scoping-Bericht. Der Scoping-Bericht wird einer Review-Gruppe unterbreitet. Diese besteht aus 4-5 unabhängigen Expert*innen, die den Bericht auf ihre wissenschaftliche Qualität überprüfen. Danach wird der Bericht den Stakeholdern unterbreitet und finalisiert.

Infliximab Referenzprodukt versus Biosimilar für die Behandlung von rheumatoider Arthritis

Infliximab ist ein monoklonaler Antikörper zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten wie rheumatoide Arthritis. In 2016 war Infliximab der kostenintensivste Wirkstoff in der Schweiz und verursachte direkte Medikamentenkosten von über 128 Mio. CHF. Für biologische Arzneimittel wie Infliximab sind Biosimilars verfügbar, welche eine genügende Ähnlichkeit mit einem zugelassen biologischen Arzneimittel (Referenzpräparat) aufweisen und die zu einem günstigeren Preis als das Referenzpräparat erhältlich sind. Das Ziel des HTA ist die Überprüfung der Wirksamkeit, Sicherheit, Kosteneffizienz und der budgetären Auswirkungen von

  1. einer Behandlung von Patienten mit rheumatoider Arthritis mit einem Infliximab Biosimilar anstelle des Infliximab Referenzpräparats,
  2. einer Umstellung der Patienten mit rheumatoider Arthritis von einer Behandlung mit dem Infliximab Referenzpräparat auf eine Behandlung mit einem Infliximab Biosimilar (oder auch umgekehrt).

Vitamin D Tests

Das Health Technology Assessment (HTA) hat zum Ziel die Wirksamkeit, Sicherheit, Kosteneffizienz und die budgetären Auswirkungen des Einsatzes von Vitamin D Tests in Risikogruppen gemäss Definition der Eidgenössischen Ernährungskommission (Personen mit Knochenerkrankungen, ältere Erwachsene, adipöse Personen, Schwangere, Menschen mit dunkler Haut sowie Sportlerinnen und Sportler) zu überprüfen. Ferner wird die Evidenz zur klinischen Wirkung einer Vitamin-D-Supplementierung bei denselben Risikogruppen analysiert.
Aufgrund des Scoping-Berichts wurde die Durchführbarkeit eines vollständigen HTA ermittelt. Ein vollständiges HTA wäre derzeit nicht gerechtfertigt, da es keine klinischen Studien zur Bewertung von Vitamin D Tests gibt. Erst nach Vorliegen solcher Studien könnte das Thema neu behandelt werden.

Medizinalcannabis zur Behandlung verschiedener Symptome in der Schweiz

Das Health Technology Assessment (HTA) hat zum Ziel die Wirksamkeit, Sicherheit, Kosteneffizienz und die budgetären Auswirkungen einer Therapie mit Cannabisarzneimittel im Vergleich zu Placebo, keine Therapie oder Standard of Care in Patienten mit verschiedenen Symptomen (Schmerz, Spastik, Erbrechen und Übelkeit bei Krebspatienten, unbeabsichtigter Gewichtsverlust) zu überprüfen.
Mit Hilfe des Scoping-Berichts wird die Durchführbarkeit eines HTAs ermittelt.

Palbociclib (Ibrance®) zur Behandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs

CDK4/6 Inhibitoren wie Palbociclib, Ribociclib und Abemaciclib sind eine neue Wirkstoffklasse, die in Kombination mit einer endokrinen Therapie zur Behandlung von fortgeschrittenem Hormonrezeptor-positiven, HER2-Rezeptor-negativen Brustkrebs eingesetzt werden. Resultate aus klinischen Studien deuten darauf hin, dass diese neuen Wirkstoffe teilweise starke Nebenwirkungen verursachen können. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass nicht alle CDK4/6 Inhibitoren gleichermassen dazu beitragen, das Überleben von Burstkrebspatientinnen zu verlängern und deren Lebensqualität zu verbessern. Das Ziel des HTA ist deshalb die Überprüfung der Wirksamkeit, Sicherheit, Kosteneffizienz und budgetären Auswirkung der Behandlung mittels CDK4/6 Inhibitoren im Vergleich untereinander sowie im Vergleich zu einer Behandlung mittels Standardtherapie.

Chirurgische Eingriffe beim Engpasssyndrom (Impingementsyndrom) der Schulter

Das Bundesamt für Gesundheit reevaluiert die subakromiale Dekompression aufgrund kürzlich veröffentlichter Erkenntnisse, die auf eine begrenzte Wirksamkeit des Verfahrens hindeuten. Dieser Scoping-Bericht soll die Literatur zu Sicherheit, Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und budgetären Auswirkungen der subakromialen Dekompression bei Patientinnen und Patienten mit subakromialen Schmerzen identifizieren, um die Durchführbarkeit eines Health Technology Assessment (HTA) der subakromialen Dekompression zu ermitteln.

Ezetimib-haltige Medikamente zur Behandlung der primären Hypercholesterinämie und der gemischten/kombinierten Hyperlipidämie

Das Health Technology Assessment (HTA) hat zum Ziel die Wirksamkeit, Sicherheit, Kosteneffizienz und die budgetären Auswirkungen einer Therapie mit Ezetimib-haltigen Medikamenten im Vergleich mit Statinen oder Fenofibrat in Patienten mit primärer Hypercholesterinämie oder gemischter/kombinierter Hyperlipidämie zu überprüfen.
Mit Hilfe des Scoping-Berichts wird die Durchführbarkeit eines HTAs ermittelt.

Statine zur Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse und der Mortalität in der Schweiz

Der Scoping Bericht hat zum Ziel, die Durchführbarkeit eines Health Technology Assessment (HTA) Berichtes zu Statinen zur Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse und der Mortalität in der Schweiz zu ermitteln. Dies erfolgt aufgrund der identifizierten Anzahl und Qualität der Primärliteratur.
Im HTA Bericht wird basierend auf dem Scoping Bericht die Wirksamkeit, Sicherheit, Kosteneffizienz und die budgetäre Auswirkung einer Statintherapie bei Erwachsenen ohne nachgewiesene Herz-Kreislauf-Erkrankung mit geringem, mittlerem oder (sehr) hohem kardiovaskulärem Risiko im Vergleich zu keiner Behandlung und/oder einer Anpassung des Lebensstils überprüft werden.

Vertebroplastie und Kyphoplastie bei Patienten mit symptomatischen, osteoporotischen vertebralen Wirbelkompressionsfracturen

Das Ziel des HTA ist die Überprüfung der Wirksamkeit, Sicherheit, Kosteneffizienz und budgetären Auswirkung von perkutane Vertebroplastie und perkutane Ballonkyphoplastie bei Patienten mit symptomatischen osteoporotischen Wirbelkompressionsfrakturen, die nicht auf eine nicht-chirurgische Behandlung ansprechen.

Olmesartan Mono-und Kombinationstherapien bei Patienten mit essentieller Hypertonie

Das Ziel des HTA ist die Überprüfung der Wirksamkeit, Sicherheit, Kosteneffizienz und budgetären Auswirkung von Olmesartan-Mono- und Kombinationstherapien im Vergleich zu allen anderen in der Schweiz verfügbaren Sartan-Mono- und Kombinationstherapien bei Patientinnen und Patienten mit essentieller Hypertonie.

Behandlung einer nicht-erosiven gastroösophagealen Refluxerkrankung mit Protonenpumpeninhibitoren

Das Ziel des HTA ist die Überprüfung der Wirksamkeit, Sicherheit, Kosteneffizienz und budgetären Auswirkung einer kontinuierlichen Langzeittherapie mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) im Vergleich zu einer PPI-Langzeittherapie nach Bedarf bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit einer nicht-erosiven Refluxerkrankung (NERD) oder einer nicht endoskopisch untersuchten gastroösophagealen Refluxerkrankung (GERD).

Chondroitinsulfat bei Osteoarthrose

Das Ziel des HTA ist die Sicherheit und Wirksamkeit von Chondroitinsulfat zu vergleichen mit jenen der Placebo, Schmerzmitteln nach Bedarf und entzündungshemmenden Medikamenten in der Behandlung von Patienten mit Hand-, Knie und Hüftosteoarthrose. Darüber hinaus werden auch die Wirtschaftlichkeit und die budgetären Auswirkungen von Chondroitinsulfat untersucht.

Entfernung von Osteosynthesematerialien (z.B. Schrauben, Platten, Nägel, Drähte), die zur Behandlung von Knochenbrüchen eingesetzt werden

Fragestellung: Wie wirkt sich die Entfernung von Osteosynthesematerial bei Patienten ohne medizinische Indikation (elektive oder Routineentfernung) auf Komplikationen, klinische Endpunkte, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Kosteneffektivität aus, im Vergleich zum Belassen des Osteosynthesematerials?

Blutzuckerselbstmessung bei nicht insulin-pflichtigem Diabetes mellitus Typ 2

Fragestellung: Welchen Einfluss auf den HbA1c-Verlauf hat die Blutzuckerselbstmessung bei nicht insulinpflichtigen Patienten mit Typ-2-Diabetes? Wie wirkt sich eine Senkung vom HbA1c-Wert auf klinische Endpunkte aus? Wie ist das Sicherheitsprofil der Blutzuckerselbstmessung? Wie gestaltet sich das Kosten-/Nutzen-Verhältnis für verschiedene Formen der Blutzuckerselbstmessung?

Kniearthroskopie zur Behandlung von degenerativen Veränderungen

Fragestellung: Welchen Nutzen hat ein arthroskopischer Eingriff am Knie bei Patienten mit Beschwerden aufgrund degenerativer Veränderungen am Meniskus und angrenzenden Strukturen im Vergleich zu nicht invasiven Therapieformen?

Eisentherapie bei Eisenmangel ohne Anämie

Fragestellung:

  1. Zusammenhang zwischen Eisenmangel ohne Anämie und nicht-hämatologischen klinischen Störungen
  2. Therapiebedarf und Wirksamkeit einer Eisentherapie bei Eisenmangel ohne Anämie

Letzte Änderung 02.10.2020

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