Krankenversicherung: Kostendämpfung

Im Gesundheitswesen muss auch in Zukunft mit einem steten Kostenwachstum gerechnet werden. Gründe dafür sind die demographische Entwicklung (die Zahl der über 80-jährigen Menschen in der Schweiz wird sich bis 2045 mehr als verdoppeln) und der medizinisch-technische Fortschritt. Darüber hinaus ist die Kostenzunahme aber auch auf ein Mengenwachstum zurückzuführen, das sich medizinisch kaum begründen lässt.

Der Bundesrat hat im Rahmen seiner Strategie „Gesundheit2020“ eine Reihe von Massnahmen eingeleitet und umgesetzt, welche die Gesundheitskosten bereits um mehrere hundert Millionen Franken pro Jahr gesenkt haben.

Darüber hinaus analysiert das EDI Modelle, die in anderen europäischen Ländern zur Steuerung des Mengenwachstums eingesetzt werden. Dabei stehen Deutschland und die Niederlande im Vordergrund, die ähnliche Gesundheitssysteme haben. Sie wenden im stationären wie auch im ambulanten Bereich Steuerungsinstrumente bei den Budgets oder der Menge der zu erbringenden Leistungen an.

Ende 2016 hat das EDI eine Gruppe von 14 Expertinnen und Experten aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz mit medizinischem und gesundheitsökonomischen Hintergrund aus Forschung und Verwaltung eingesetzt. Ihr Auftrag war, nationale und internationale Erfahrungen zur Steuerung des Mengenwachstums auszuwerten und möglichst rasch umsetzbare kostendämpfende Massnahmen zur Entlastung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vorzuschlagen. Die Gruppe wurde geleitet von Verena Diener, Alt Ständerätin und Alt Regierungsrätin des Kantons Zürich. Mitglieder der Expertengruppe waren:

  • Verena Diener, Alt Ständerätin und Alt Regierungsrätin, Zürich. Vorsitz der Expertengruppe
  • Prof. Dr. Rudolf Blankart, Hamburg Center for Health Economics, Universität Hamburg (DE) [seit Frühling 2017 Professor für Regulatory Affairs an der Universität Bern und Geschäftsleitungsmitglied der sitem-insel AG]
  • Prof. Dr. Reinhard Busse, Technische Universität Berlin und European Observatory on Health Systems and Policies (DE)
  • Dr. med. Brida von Castelberg, Vizepräsidentin Schweizerische Stiftung SPO Patientenschutz, Emeritierte Chefärztin Gynäkologie Triemlispital Zürich
  • Prof. Dr. med. Dieter Conen, Präsident Stiftung für Patientensicherheit, Arzt
  • Dr. med. Yves Eggli, Institut universitaire de médecine social et préventive, Centre hospitalier universitaire vaudois CHUV et Université de Lausanne
  • Serge Gaillard, Direktor Eidgenössische Finanzverwaltung EFV
  • Prof. Dr. Patrick Jeurissen, Radboud University Medical School (NL)
  • Michael Jordi, Zentralsekretär der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren GDK
  • Dr. Heinz Locher, Gesundheitsökonom, Bern
  • Stefan Meierhans, Preisüberwacher PUE
  • Dr. Zeynep Or, Institut de recherche et documentation en économie de la santé IRDES, Université Paris Panthéon-Sorbonne (FR)
  • Eric Scheidegger, Stv. Direktor Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
  • Prof. Dr. Tilman Slembeck, School of Management and Law, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Die Expertengruppe hat sich seit Februar 2017 zu sechs Sitzungen getroffen und einen breiten Massnahmenkatalog ausgearbeitet. Davon hat ein Zusammentreffen unter Beisein der internationalen Expertin und Experten stattgefunden. Sie haben Ende August 2017 ihren Bericht einstimmig verabschiedet und dem Vorsteher des EDI übergeben.

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 25. Oktober 2017 vom Bericht Kenntnis genommen.

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Letzte Änderung 25.10.2017

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