Tuberkulose

Tuberkulose

Die Tuberkulose ist eine durch hustende Erkrankte über die Raumluft übertragbare Krankheit. In der Schweiz gibt es pro Jahr rund 550 Erkrankungen, in der Mehrzahl bei Migranten.

Erreger und Übertragung

Die Tuberkulose wird durch bestimmte Arten von Mykobakterien verursacht, am häufigsten Mycobacterium tuberculosis. Die Übertragung erfolgt, indem eine an Lungentuberkulose erkrankte Person bakterienhaltige Tröpfchen aushustet, die dann von anderen Personen mit der Raumluft eingeatmet werden. Für eine Ansteckung ist meist ein Aufenthalt im gleichen Raum über Stunden erforderlich.

Eine Ansteckung ist erst nach 10 Wochen nachweisbar. Nur 5-10% der Personen mit einem positiven Test nach einer frischen Ansteckung erkranken später einmal, am ehesten innert 2 Jahren, aber durchaus auch noch nach Jahren. Gefährdet für eine frühe Erkrankung sind insbesondere Kleinkinder und Immungeschwächte (z.B. HIV-Infektion oder Medikamentengabe zur Unterdrückung des Immunsystems).

Krankheitsbild

Die Tuberkulose betrifft in 80 % der Fälle die Lunge, kann aber auch andere Organe befallen. Typische Symptome sind Husten, oft mit Auswurf, Fieber und Gewichtsabnahme. Die Tuberkulose ist mit speziellen Antibiotika (Antituberkulotika) über Monate meist gut behandelbar. Ohne Behandlung ist der Verlauf oft tödlich, nach einer meist längeren Erkrankung. In wenigen Prozent der Fälle sind die Bakterien gegen die wichtigsten Medikamente resistent, so dass die Behandlung länger dauert und komplizierter ist.

Verbreitung und Häufigkeit

Weltweit gibt es ca. 9 Millionen Erkrankungen pro Jahr. Der weltweite Rückgang der Tuberkulose wurde vielerorts durch die HIV-Epidemie verlangsamt. Die Tuberkulose nimmt bei der einheimischen Bevölkerung von hochentwickelten Ländern seit Jahrzehnten ab. In der Schweiz gibt es jährlich noch ca. 550 Erkrankungen an Tuberkulose. Die Mehrzahl der Erkrankungen in der Schweiz kommt bei Personen aus Ländern vor, in denen die Tuberkulose noch verbreitet ist (insbesondere Afrika und Asien). Die Hälfte der Fälle bei Einheimischen betrifft Personen im Pensionsalter, die sich noch als Kinder angesteckt hatten.

Vorbeugung

Die frühzeitige Diagnose und Behandlung von Erkrankten verhindert Übertragungen auf weitere Menschen. Da Tuberkulose in vielen Ländern noch verbreitet ist, werden Asylsuchende mit möglicher Tuberkulose in den Bundeszentren frühzeitig einer Arztkonsultation zugeführt (Grenzsanitarische Massnahmen, Programm Migration und Gesundheit).

Nach einer Ansteckung kann eine Erkrankung mit der Einnahme von Antituberkulotika über mehrere Monate verhindert werden. Deshalb werden Kontaktpersonen von Erkrankten und Immungeschwächte untersucht.

Die Impfung gegen Tuberkulose wird in Ländern mit hohen Tuberkuloseraten durchgeführt. Sie gibt einen gewissen Schutz in den ersten Lebensjahren. In der Schweiz soll nur ausnahmsweise geimpft werden, z.B. vor Auswanderung in ein Land mit hohen Tuberkuloseraten, und auch nur im ersten Lebensjahr.

Zahlen zu Tuberkulose

Datendetails zu Tuberkulose

Entwicklung der wöchentlichen Fallzahlen auf der Basis des obligatorischen Meldesystems, welches aufgrund von Meldungen der Ärzte erstellt wird.

Wöchentliche Fallzahlen

Basis: obligatorisches Meldesystem

Weiterführende Themen

Schweizerischer Impfplan

Die Informationen über die in der Schweiz empfohlenen Impfungen sind im Schweizerischen Impfplan enthalten. Ziel ist ein optimaler Impfschutz jeder Einzelperson und der Bevölkerung insgesamt.

Nationale Strategie zur Bekämpfung der Tuberkulose

Die Tuberkulose existiert weiterhin auch in der Schweiz. Dabei spielen Personen aus Ländern mit höheren Tuberkuloseraten eine wichtige Rolle.

Letzte Änderung 14.08.2018

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Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Abteilung Übertragbare Krankheiten
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