Zika-Virus

Seit Mai 2015 hat sich das Zika-Virus auf spektakuläre Weise rund um den Globus ausgebreitet. Die Infektion mit normalerweise mildem Verlauf kann gelegentlich schwere neurologische Komplikationen verursachen (Mikrozephalie, Guillain-Barré Syndrom).

Lage

Bis 2014 war die Krankheit sporadisch in ca. 20 Ländern in Asien, Ozeani-en und Afrika aufgetreten. Seit die Epidemie im Mai 2015 in Brasilien ihren Anfang nahm, sind 60 Länder und Gebiete in Süd- und Mittelamerika, der Karibik, im Pazifik, Asien (Malaysia, Philippinen, Singapur, Thailand, etc.) und Afrika (Kapverden, Guinea-Bissau) davon betroffen. In den USA wur-den die ersten Fälle von Vektoren lokal übertragenen Zika-Fällen Ende Juli 2016 aus Florida (vor allem aus dem Miami-Dade County) gemeldet und die Zahl der Fälle ist bis Ende Oktober 2016 auf über 100 angestiegen. In Europa wurde bislang kein einziger lokal von Vektoren übertragener Fall beobachtet. Dagegen wurden seit November 2015 über 1700 Fälle aus den epidemischen und endemischen Gebieten nach Europa importiert.

Risiken und Massnahmen

Das Zika-Virus kann von der schwangeren Frau auf den Fötus übertragen werden und schwere neurologische Komplikationen verursachen (z.B. Mikrozephalie). In gut zwanzig Ländern (z.B. Brasilien, Kolumbien, etc.) wurde parallel zur Ausbreitung der Zika-Epidemie ein signifikanter Anstieg der Mikrozephalie Inzidenzen beobachtet. Gemäss vorläufiger Studien beträgt das Risiko für eine Mikrozephalie bei Säuglingen einer mit dem Zika-Virus infizierten schwangeren Frau 1 bis 29%. Ebenfalls wurde ein Anstieg der GBS-Raten in mehr als 13 von Zika betroffenen Ländern beobachtet.
Die Hauptmassnahmen, welche zur Eindämmung der Zika-Epidemie getroffen wurden, beinhalten die Vektorkontrolle mittels einer Kombination von chemischen (Einsatz von Larviziden oder Insektiziden), biologischen (Bakterien) und physikalischen (Insektensprays, etc.) Methoden.

Generelle Empfehlungen

Aktuell besteht die wichtigste Massnahme zum Schutz vor Infektionen darin, sich vor Mückenstichen zu schützen, sowohl in geschlossenen Räumen als auch draussen. Es wird empfohlen, weite, lange und mit Insektiziden behandelte Kleider zu tragen, tagsüber und nachts ein wirksames Repellens zu verwenden und unter einem Mückennetz zu schlafen (vor allem in nicht klimatisierten Räumen).

Schwangere Frauen, Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder anderen chronischen Krankheiten sowie Reisende mit Kleinkindern sollten einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, um sich über alle gesundheitlichen Gefahren im Zusammenhang mit Tropenkrankheiten zu informieren.

Weitere Informationen über den Erreger finden Sie auf der Seite „Infektionskrankheiten A-Z, Zika“.

Empfehlungen für schwangere Frauen

Das BAG rät schwangeren Frauen und solchen, die es werden möchten, ab, sich in Regionen mit aktiver Zika-Virus Übertragung zu begeben. Da die Lage sich sehr dynamisch entwickelt, bitten wir Sie, sich auf den folgenden Internetseiten (sieh Links unten) über jene Länder zu informieren, in denen derzeit Zika aktiv übertragen wird (WHO, PAHO, ECDC und CDC).

Eine schwangere Frau, die aus einem Epidemiegebiet zurückkehrt, sollte einen solchen Aufenthalt bei gynäkologischen Untersuchungen erwähnen, auch wenn sie keine Symptome hat.

Empfehlungen nach der Rückkehr

Reisende, die sich in einem Epidemiegebiet aufgehalten haben und bei denen innerhalb von zwei bis drei Wochen nach der Rückkehr Symptome (Hautausschläge, Kopfschmerzen, Müdigkeit, moderates Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, Bindehautentzündung) einer möglichen Infektion mit dem Zika-Virus auftreten sollten einen Arzt aufsuchen und die Reise erwähnen.

Die WHO empfiehlt Frauen nach der letzten möglichen Zika-Virus Exposition mindestens sechs Monate zu warten bevor sie schwanger werden. Das CDC und das ECDC empfehlen Frauen mit Schwangerschaftswunsch jedoch eine Wartezeit von nur acht Wochen. Das BAG empfiehlt Frauen, welche nach einer Zika-Virus Exposition ein Kind haben möchten, sich bei ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen über die Verhaltensregeln zu informieren. Männern wird empfohlen, nach der letzten Zika-Virus Exposition (symptomatisch oder asymptomatisch) während mindestens sechs Monaten und bei einer Schwangerschaft der Partnerin während der ganzen Schwangerschaft Safer Sex Praktiken anzuwenden (insbesondere die Verwendung von Kondomen).

Diagnostik

Gemäss der Anpassung der Epidemienverordnung vom 5. Mai 2016 müssen Proben von schwangeren Frauen an ein Nationales Referenzzentrum geschickt werden. Für das Zika-Virus ist dies das Referenzzentrum für Neuauftretende Virusinfektionen (NAVI) in Genf (Link siehe unten).

Letzte Änderung 16.12.2016

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