Substitutionsgestützte Behandlung mit Diacetylmorphin (Heroin)

In der Schweiz erhalten rund 8 Prozent der Abhängigen eine substitutionsgestützte Behandlung mit Diacetylmorphin (pharmazeutisch hergestelltes Heroin). Die Behandlung richtet sich an Personen mit schwerer Heroinabhängigkeit und erfolgt in Fachzentren.

Allgemeines

Die diacetylmorphingestützte Behandlung (heroingestützte Behandlung, kurz HeGeBe) beinhaltet eine strikt reglementierte und kontrollierte Verabreichung von Diacetylmorphin, eingebettet in eine ärztliche und psychosoziale Betreuung. Sie wurde in der Schweiz 1994 im Rahmen einer Kohortenstudie erstmals durchgeführt. Nach positiven Ergebnissen etablierte sie sich als therapeutische Massnahme und wurde bei der Revision von 2011 im Betäubungsmittelgesetz verankert. 2016 wurden rund 1’600 Abhängige in 21 ambulanten Fachzentren und 1 Strafvollzugsanstalt behandelt.

Bewilligungen, Aufsicht, Kontrolle und Information zu dieser Behandlung sind Sache des BAG.

Zielsetzungen

Die Ziele der diacetylmorphingestützten Behandlung entsprechen jenen anderer substitutionsgestützter Behandlungen:

  • Dauerhafte therapeutische Einbindung
  • Verbesserung des physischen und psychischen Gesundheitszustandes und der sozialen Integration der Betroffenen
  • Herbeiführung eines risikoarmen Konsums und Schaffung von Bedingungen für eine dauerhafte Abstinenz
  • Distanzierung der Betroffenen von der Drogenszene und Verhinderung der Beschaffungskriminalität

Behandlungsergebnisse

Die diacetylmorphingestützte Behandlung wird seit 1994 wissenschaftlich überwacht und evaluiert. Die Ergebnisse sprechen für sich: Sie zeigen konstant eine Verbesserung der psychischen und körperlichen Gesundheit sowie der sozialen Situation der Abhängigen. Die Kriminalität hat sehr deutlich abgenommen.

Aufnahmekriterien

Die Kriterien für die diacetylmorphingestützte Behandlung sind:

  • Mindestalter 18 Jahre
  • Schwere Heroinabhängigkeit seit mindestens zwei Jahren
  • Mindestens zwei erfolglose Behandlungsversuche (unbefriedigende Ergebnisse oder abgebrochen)
  • Physische, psychische oder soziale Auswirkungen, die auf den Drogenkonsum zurückzuführen sind

Aufgaben des BAG

Das BAG erfüllt im Rahmen der diacetylmorphingestützten Behandlung folgende Aufgaben:

  • Erteilung von Institutions-, Ärzte- und Patientenbewilligungen
  • Aufsicht über die Institutionen und Durchführung entsprechender Kontrollen in Zusammenarbeit mit den zuständigen kantonalen Behörden
  • Koordination des HeGeBe-Netzwerks zur Förderung des Erfahrungs- und Wissensaustausches
  • Laufende Aktualisierung und Publikation des Handbuchs zur diacetylmorphingestützten Behandlung (siehe rechtliche Grundlagen)
  • Erarbeitung des Jahresberichts zur diacetylmorphingestützten Behandlung (HeGeBe-Jahresbericht)

Letzte Änderung 07.02.2018

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Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
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