Referenzrahmen Selbstmanagement-Förderung

In einem Kooperationsprojekt von BAG und GELIKO wurde in einem partizipativen Prozess ein Referenzrahmen zur Selbstmanagement-Förderung bei chronischen Krankheiten als Grundlagendokument erstellt. Dadurch soll u.a. ein gemeinsames konzeptionelles Verständnis unter den Akteuren gefördert werden.

Das Dokument umfasst drei Teile:

  • Teil A: konzeptionelle Grundlagen
  • Teil B: Situationsanalyse, Handlungsbedarf, Empfehlungen
  • Teil C: ausgewählte Praxisbeispiele

Ausgewählte Inhalte des Berichts

Definition Selbstmanagement

Selbstmanagement ist ein Aspekt der Gesundheitskompetenz. Bei Vorliegen einer chronischen Krankheit oder Sucht bezeichnet Selbstmanagement auch einen dynamischen Prozess, welcher die Fähigkeiten eines Individuums umfasst, adäquat und aktiv mit den Symptomen, körperlichen und psychosozialen Auswirkungen, Behandlungen der chronischen Krankheit oder Sucht umzugehen und seinen Lebensstil entsprechend anzupassen.

Die Begriffe «Selbstmanagement» (Ebene Betroffene) und «Selbstmanagement-Förderung» (Ebene unterstützendes Umfeld) sind auseinanderzuhalten und konsistent anzuwenden:

Abgrenzung «Selbstmanagement-Förderung» gegen «Selbstmanagement»

Ein Angebot gemäss der Arbeitsdefinition wird nur dann als Selbstmanagement-Förderungsmassnahme bezeichnet, wenn es folgende Kriterien erfüllt:

  1. aktive Rolle und Beteiligung der Betroffenen und partnerschaftliches Rollenverständnis zwischen Fachleuten und Betroffenen
  2. die Dimensionen Wissen, Motivation und Kompetenzen werden gefördert
  3. der betroffene Mensch steht im Mittelpunkt, nicht seine Krankheit
  4. kein einmaliges, punktuelles Angebot

Die Selbstmanagement-Förderung bei chronischen Krankheiten und Sucht in der Schweiz entwickelt sich gemäss Situationsanalyse positiv. Insbesondere bei Modellen der integrierten/koordinierten Versorgung stellen die patientenzentrierte Versorgung und die Förderung der Selbstmanagement-Kompetenzen wichtige Elemente dar. Allerdings sind die Angebote im Gesundheitswesen noch unzureichend strukturell verankert. Den stärksten Handlungsbedarf sehen die beteiligten Akteure deshalb darin, nachhaltige Finanzierungslösungen zu schaffen, die Akteure (Fachpersonen, Angehörige und Peers) zu befähigen und Betroffene auf allen Ebenen einzubeziehen.

Letzte Änderung 07.06.2018

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Kontakt

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Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
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