Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Für den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sind beim Einsatz von synthetischen Nanomaterialien die gleichen Präventionsgrundsätze relevant, wie sie für alle anderen Stoffe mit noch unbekannten Gesundheitsgefahren gelten.

Gesundheitsrisiken, die von synthetischen Nanomaterialien ausgehen, können nach heutigem Wissensstand noch nicht abschliessend beurteilt werden.

Der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist im Arbeitsgesetz und im Unfallversicherungsgesetz sowie in den entsprechenden Verordnungen geregelt. Diese Regelungen gehen heute noch nicht spezifisch auf Nanomaterialien ein. Die Suva hat jedoch in einem Merkblatt konkrete Empfehlungen für den Umgang mit Nanomaterialien festgehalten. Als Grundlage für diese Empfehlungen dient die „Verfügung zur Verhütung von Berufskrankheiten mit chemischen Stoffen“ die unter dem Namen „STOP-Prinzip“ zusammengefasst ist.

Das STOP-Prinzip beschreibt das schrittweise Vorgehen zum Schutz der Arbeitenden vor gesundheitsgefährdenden Stoffen:

  • Substitution: Gesundheitsgefährdende Stoffe sind durch harmlosere zu ersetzen. Dies betrifft speziell den frühzeitigen Einbezug von Arbeitssicherheits-Aspekten in der Forschung und bei der Entwicklung von Produkten und Produktionsverfahren.
  • Technische Massnahmen: Kollektive, technische Massnahmen zum Erfassen, Begrenzen und Abführen gefährlicher Gase, Dämpfe und Aerosole.
  • Organisatorische Massnahmen: Der Aufenthalt im Arbeitsbereich mit potenzieller Exposition ist zeitlich und personell zu beschränken. Das Personal ist spezifisch zu schulen.
  • Persönliche Schutzmassnahmen: Es ist eine adäquate Schutzausrüstung zu wählen. Die Verwendung einer persönlicher Schutzausrüstung (PSA) ist oft anstrengend und individuelle Fehler führen rasch zum Versagen des Schutzes. Darum ist die
    Verwendung der PSA prinzipiell nur als ergänzende Massnahme zu obigen Kollektivschutzmassnahmen zu betrachten.

Bewährtes Vorsorgeprinzip

Gesundheitsrisiken werden aufgrund der Gefährlichkeit einer Chemikalie sowie der Belastungssituation berechnet. Für die meisten Nanomaterialien gibt es heute jedoch noch zu wenig Daten, um Grenzwerte abzuleiten.

Das Vorsorgeprinzip verlangt, dass Stoffe mit unbekanntem Gefahrenpotenzial gleich wie gesundheitsgefährdende Stoffe behandelt werden. Dieses Vorgehen hat sich bewährt und sollte auch im Fall von Nanomaterialien zur Anwendung kommen.

Der Arbeitgeber muss unter Umständen Arbeitshygieniker, Arbeitsärztinnen oder andere Spezialisten der Arbeitssicherheit beiziehen (Art. 11a, Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten VUV), damit Gefahren im Betrieb ermittelt und entsprechende Massnahmen  ergriffen werden können. Dieses Vorgehen kann auch bei Nanomaterialien helfen,
auftretende Gefahren zu ermitteln.

Fokus auf luftgetragenen Nanomaterialien

Nanomaterialien können über verschiedene Wege in den menschlichen Körper gelangen (Atemwege, Magen/Darm, Haut). Nach heutigen Erkenntnissen ist die Aufnahme über die Lunge am bedeutendsten. Der Fokus der Schutzmassnahmen sollte deshalb in erster Linie auf dem Schutz der Atemwege liegen. Je nach Arbeitssituation dürfen jedoch die anderen Aufnahmewege nicht vernachlässigt werden.

Forschung zur Arbeitssicherheit

Weltweit beschäftigen sich viele Institutionen mit der Erforschung möglicher Gesundheitsrisiken von Nanomaterialien und den entsprechenden Grundlagen zum Schutz der Gesundheit am Arbeitsplatz. Eine ausführliche Beschreibung aktueller europäischer
Forschungsprojekte bietet das Compendium 2011 des NanoSafetyCluster.  

Letzte Änderung 09.08.2018

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