Heilmittelfälschungen und illegaler Handel

Der Handel mit gefälschten Heilmitteln nimmt weltweit zu und stellt eine Gefahr für die Gesundheit dar. Die Bekämpfung der Heilmittelfälschungen erfordert ein international koordiniertes Vorgehen.

Weltweit nimmt der Handel mit gefälschten Heilmitteln zu. Die Gewinne aus diesem illegalen Handel sind hoch, und das Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung ist derzeit gering, weil der Handel mit solchen Produkten oft grenzüberschreitend über das Internet abgewickelt wird. Auch die Schweiz ist von illegalen Arzneimittelimporten betroffen. Jedes Jahr gelangen schätzungsweise rund 20 000 illegale Sendungen in die Schweiz.

Gefälschte und illegal verkaufte Medikamente und Medizinprodukte bergen grosse Risiken für die Gesundheit. Gefälschte Arzneimittel enthalten nicht immer die richtigen Inhaltsstoffe in der korrekten Dosierung. Sie können den Genesungsprozess verzögern oder gar verunmöglichen. Zudem können Verunreinigungen oder nicht deklarierte Inhaltsstoffe zusätzliche Beschwerden oder sogar Vergiftungserscheinungen auslösen.

Bekämpfung von Heilmittelfälschungen

Die Bekämpfung von Arzneimittel- und Medizinproduktefälschungen erfordert ein international koordiniertes Vorgehen.

Die Medicrime-Konvention des Europarates (SEV Nr. 211) ist das erste internationale Übereinkommen, das die Unterbindung des illegalen Heilmittelhandels zum Ziel hat. Die Vertragsstaaten, darunter die Schweiz, verpflichten sich unter anderem, die Straftatbestände für Herstellung, Angebot und Handel mit gefälschten Heilmitteln zu erweitern. Die Konvention regelt zudem die nationale und internationale Zusammenarbeit der betroffenen Behörden. Die Schweiz hat die Konvention am 28. Oktober 2011 unterzeichnet. Am 29. September 2017 hat das Parlament die Vorlage zur Genehmigung und Umsetzung der Medicrime-Konvention in der Schweiz angenommen. Da die Referendumsfrist am 18. Januar 2018 abgelaufen ist, kann die Schweiz nun die Ratifikationsurkunden hinterlegen.

Um das Eindringen von gefälschten Arzneimitteln in die legale Lieferkette zu verhindern, hat die Europäische Union (EU) 2011 die Richtlinie 2011/62/EU, auch Falsified Medicines Directive genannt, in Kraft gesetzt. Diese Richtlinie sieht unter anderem die Anbringung von Sicherheitsmerkmalen auf den Verpackungen verschreibungspflichtiger Arzneimittel vor, so dass ein gefälschtes Medikament spätestens zum Zeitpunkt seiner Abgabe an den Patienten oder die Patientin erkannt werden kann. Zusätzlich zu den Gesetzesänderungen in Zusammenhang mit der Ratifizierung der Medicrime-Konvention genehmigte das Parlament am 29. September 2017 auch die Möglichkeit der Anbringung von Sicherheitsmerkmalen und -vorrichtungen auf Arzneimittelverpackungen (ähnlich wie die vorgesehenen Sicherheitsmerkmale und -vorrichtungen in der EU-Richtlinie 2011/62/EU).

Nach der Inkraftsetzung der Richtlinie 2011/62/EU traten im September 2013 in der EU neue Leitlinien für die Gute Vertriebspraxis von Humanarzneimitteln (2013/C 343/01) in Kraft, welche die Anwendung strengerer Anforderungen an den Vertrieb von Arzneimitteln vorsehen. Um jedes Handelshemmnis zwischen der Schweiz und der EU zu vermeiden, hat die Schweiz diese Leitlinien im Juli 2015 übernommen.

Letzte Änderung 13.03.2018

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