Angebotsstrukturen in der psychiatrischen Versorgung

Im Rahmen der Umsetzung des Postulatsberichts «Zukunft der Psychiatrie» sollen psychiatrische Angebote besser koordiniert und die Angebotsqualität weiterentwickelt werden.  

Im Rahmen der Umsetzung des Postulatsberichts «Zukunft der Psychiatrie» sollen psychiatrische Angebote besser koordiniert und die Angebotsqualität weiterentwickelt werden. Der Fokus liegt auf dem Setting der intermediären Angebotsstrukturen und deren nachhaltigen Finanzierung.

Ambulant, intermediär und stationär

In der Gesundheitsversorgung psychisch erkrankter Personen werden folgende Strukturen unterschieden:

  • ambulante Sprechstunden: Sprechstunden bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten der Grundversorgung sowie ärztlichen und psychologischen Psychotherapeutinnen und -therapeuten
  • intermediäre Strukturen: Angebote, die zwischen den ambulanten Sprechstunden und stationären Versorgungsstrukturen anzusiedeln sind (Tageskliniken, Ambulatorien und aufsuchende Angebote)
  • stationäre Strukturen: Breites therapeutisches Angebot an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr, das in psychiatrischen Kliniken, somatischen Spitälern sowie sozialmedizinischen Institutionen durchgeführt wird

Intermediäre Angebotsstrukturen

Intermediäre Angebotsstrukturen stellen eine wichtige Angebotsform für die psychiatrische Versorgung dar. Sie bieten anstelle von stationären Behandlungen oder im Nachgang zu einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik koordinierte und integrierte Behandlungen (meist) in Wohnortsnähe der Patientinnen und Patienten an. Bei der Förderung dieser Strukturen gemäss der im Postulatsbericht «Zukunft der Psychiatrie» definierten Massnahmen ist die Schweizerische Gesundheitsdirektorenkonferenz GDK für den Bereich der Tageskliniken zuständig, das BAG für den Bereich der sogenannten «mobilen Dienste».

Mobile Dienste im Bereich der Psychiatrie

Mobile Dienste in der Psychiatrie sind aufsuchende Angebote zur Unterstützung psychisch erkrankter Personen, d.h. die Betroffenen werden in ihrem (häuslichen) Umfeld von Fachpersonen behandelt. In Zusammenarbeit mit der GDK gab das BAG ein Projekt in Auftrag, welches sich auf mobile Dienste als eine Form intermediärer Angebote konzentriert. Der Schlussbericht (PDF, 1 MB, 02.07.2018) dazu wurde 2018 vom Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS publiziert. Er bietet einen Überblick zu vorhandenen Angebotstypen mobiler psychiatrischer Dienste in der Schweiz. Ausserdem wurden in Diskussion mit Kantonen, Anbietern und weiteren Stakeholdern vier Schlüsselfaktoren erarbeitet, die zum Erfolg von mobilen Diensten beitragen: Vernetzung, Finanzierung, Fachpersonen und Niederschwelligkeit. Der Bericht kommt zum Schluss, dass mobile Dienste stationäre Behandlungstage und die damit verbundenen Kosten reduzieren und bestehende Versorgungslücken schliessen können.

Letzte Änderung 30.07.2020

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