Aktionsplan «Mehr Organe für Transplantationen»

Der Aktionsplan «Mehr Organe für Transplantationen» wurde bis 2021 verlängert. Mit aktualisierten Massnahmen soll die Zahl der Organspenden weiter erhöht werden.

Mit dem Aktionsplan «Mehr Organe für Transplantationen» 2013–2018 wurden verschiedene Massnahmen in der Schweiz eingeführt, um die Zahl der Organspenden zu erhöhen. Spendeten 2013 noch 13.7 Personen pro Million Einwohnerinnen und Einwohner (pmp = per million people) nach dem Tod ihre Organe, so waren es Ende 2018 18.6. Das ursprünglich gesteckte Ziel von 20 pmp wurde damit nicht ganz erreicht. Klar ist aber, dass die eingeführten Massnahmen positive Effekte zeigten. Seit dem Start des Aktionsplans gab es in der Schweiz durchschnittlich mehr Organspenderinnen und -spender als in den Jahren zuvor. Heute sind die Spitäler für Organspenden besser gerüstet als noch vor dem Aktionsplan. Sie sind besser organisiert und setzen mehr spezialisiertes und besser ausgebildetes Fachpersonal ein.

Trotz dieser positiven Entwicklung zeigte sich Anfang 2018, dass einige der Massnahmen noch mehr Zeit benötigen, um wirken zu können, oder Anpassungen oder Ergänzungen notwendig sind. Der «Dialog Nationale Gesundheitspolitik» von Bund und Kantonen hat daher im Mai 2018 eine Verlängerung beschlossen und den Aktionsplan 2019–2021 lanciert.

Verlängerung mit neuem Ziel

Für den Aktionsplan 2019–2021 hat das Steuerungsgremium die Ziele und die Massnahmen überarbeitet und ein neues Wirkungsmodell erarbeitet. Es ist vorgesehen, in der Schweiz einheitliche Abläufe zu etablieren für Organspenden durch Personen, die infolge einer sekundären Hirnschädigung nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand verstorben sind, wie auch für die Spende von Geweben. Solche Abläufe wurden von 2013 bis 2018 bereits erfolgreich umgesetzt für die Organspende von Personen, die wegen einer direkten Hirnschädigung verstorben sind. Weiter soll eine strukturierte Befragung von Angehörigen zeigen, wie optimale Bedingungen für das Angehörigengespräch im Spital geschaffen werden können und wie die Gesprächsführung verbessert werden kann. Auch die Informationskampagne für die Bevölkerung, die Teil des Massnahmenpaketes bleibt, tritt mit einer leicht angepassten Botschaft und neuen Spots auf. Mit den neuen und ergänzten Massnahmen erhofft man sich bis 2021 eine Spenderate von 22 pmp zu erreichen.
Die definierten Ziele und Massnahmen sind im neuen Wirkungsmodell festgehalten:

 

Der Aktionsplan «Mehr Organe für Transplantationen» umfasst vier Handlungsfelder, die in jeweils einem Teilprojekt umgesetzt werden:

Projektorganisation

Der Aktionsplan «Mehr Organe für Transplantationen» steht unter dem Patronat des «Dialogs Nationale Gesundheitspolitik», der ständigen Plattform von Bund und Kantonen. Die Gesamtprojektleitung liegt beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), das auch Koordinationsstelle ist. Ein Steuerungsgremium hat Entscheidkompetenz. Im Aktionsplan 2019–2021 nehmen neu alle Netzwerkleitenden Einsitz im Steuerungsgremium. Ein Begleitgremium wurde bis 2018 für die Fachexpertise beigezogen. Für den Aktionsplan 2019–2021 wird auf ein Begleitgremium verzichtet, weil es hier hauptsächlich um die Umsetzung von Massnahmen geht und der Bedarf an strategischer und beratender Unterstützung minimal sein wird. Das folgende Organigramm führt die beteiligten Akteure auf:

Wie kam es zum Aktionsplan?

Die Rate der Organspenden durch Verstorbene lag in der Schweiz auch nach Einführung des Transplantationsgesetzes im Jahre 2007 lange auf tiefem Niveau, verglichen mit vielen Nachbarländern. Die Gründe dafür wurden mit verschiedenen Mitteln untersucht. Vor allem die Ergebnisse aus den folgenden Untersuchungen flossen in die Ausgestaltung des Aktionsplans ein: 

Die formative Evaluation zum Vollzug des Transplantationsgesetzes basiert auf Daten, die zwischen Oktober 2007 und September 2009 erhoben wurden (siehe «Links»). Die Auswertung der Daten deutete darauf hin, dass das Potenzial an Spenderinnen und Spendern in der Schweiz nicht optimal ausgeschöpft wird. Dies führte auf Initiative des BAG zur Studie «Swiss Monitoring of Potential Donors».

Die Studie «Swiss Monitoring of Potential Donors» (siehe unter «Dokumente» den SwissPOD-Studienbericht) ist eine prospektive Kohortenstudie, die 2013 gestartet wurde und bis Mitte 2014 dauerte. Die Datenerfassung läuft weiter und dient als Grundlage für permanente Optimierungen. Die Kernaussagen der Studie waren:

  • Neben guten organisatorischen und strukturellen Ansätzen gibt es in der Schweiz zahlreiche Lücken im Organspendeprozess. Gemäss der Studie gehen 66% der potenziellen Spenderinnen und Spender verloren, weil diese nicht als solche erkannt werden oder weil sie mangels Personal und/oder Betten gar nicht betreut werden können.
  • Im Vergleich mit dem Ausland lehnen überdurchschnittlich viele Angehörige eine Spende ab. Zudem bestehen innerhalb der Schweiz grosse regionale Unterschiede auf organisatorischer Ebene.
  • Die Schweiz hat theoretisch ein Potenzial von 290 Spenderinnen und Spendern pro Jahr (dies entspricht einer Spenderate von 36.5 Spenderinnen und Spender pro Million Einwohnerinnen und Einwohner).

2013 stellte der Bundesrat einen Postulatsbericht vor (siehe unter «Dokumente» den Bericht in Erfüllung der Postulate Gutzwiller [10.3703], Amherd [10.3701] und Favre [10.3711]). Darin prüfte er im Auftrag des Parlaments verschiedene Massnahmen, die zu einer Erhöhung der Anzahl verfügbarer Organe führen könnten. Diese Analyse der Situation anhand wissenschaftlicher Literatur und anhand der Erfahrungen in anderen Ländern führte direkt zur Empfehlung verschiedener Massnahmen und damit zum Aktionsplan.

Gesetze

Gesetzgebung Transplantationsmedizin

Das Transplantationsgesetz schafft die rechtlichen Grundlagen für die Transplantationsmedizin in der Schweiz. Es basiert auf dem Verfassungsartikel 119a und wird ergänzt durch sechs Ausführungsverordnungen.

Medien

Zur Darstellung der Medienmitteilungen wird Java Script benötigt. Sollten Sie Java Script nicht aktivieren können oder wollen, dann haben sie mit unten stehendem Link die Möglichkeit auf die Seite News Service Bund zu gelangen und dort die Mitteilungen zu lesen.

Zur externen NSB Seite

Letzte Änderung 16.01.2019

Zum Seitenanfang

Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Abteilung Biomedizin
Sektion Transplantation
Schwarzenburgstrasse 157
3003 Bern
Schweiz
Tel. +41 58 463 51 54
E-Mail

Kontaktinformationen drucken

https://www.bag.admin.ch/content/bag/de/home/strategie-und-politik/politische-auftraege-und-aktionsplaene/aktionsplan-transplantationsmedizin.html