Über Suizid berichten

Eine verantwortungsvolle Berichterstattung über Suizid ist eine wichtige Zielsetzung des Aktionsplans Suizidprävention. Mit der vorliegenden Studie will das BAG die Akteure unterstützen, die sich in diesem Bereich engagieren.  

Empfehlungen für Medienschaffende

Empfehlungen für Medienschaffende zur Berichterstattung über Suizid stellen eine wichtige Sensibilisierungsmassnahme dar. Sie informieren Medienschaffende, wie über das Thema Suizid adäquat berichtet wird und zeigen positive sowie negative Auswirkungen der medialen Berichterstattung auf. Leitfäden mit Empfehlungen wurden in der Schweiz von diversen Akteuren herausgegeben.

Analyse der Medienberichterstattung

In der Medienanalyse von argus data insights (2021) im Auftrag des BAG wird dargestellt, ob die Berichterstattung in der Schweiz den Empfehlungen entspricht und ob sich die Situation in den Vergleichsperioden verändert hat. Die Analyse orientiert sich an der Checkliste für Medienschaffende «Über Suizid berichten», die 2017 von Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich, im Rahmen des kantonalen Schwerpunktprogramms Suizidprävention, veröffentlicht wurde.

In der Analyse überprüfte Empfehlungen

1.    Hilfsangebote erwähnen
2.    Bewältigungsmöglichkeiten / Alternativen aufzeigen
3.    Suizidmethode / Suizidort nicht beschreiben
4.    keine Bilder zu Suizidmethoden / Suizidorten
5.    keine Beschreibung / Bild der Person
       keine Spekulation Beweggründe
6.    keine Idealisierung
7.    Tonalität sachlich
8.    Kriterien Presserat erfüllen  

Hauptergebnisse

Die Analyse zeigt, dass bezüglich der Empfehlungen in den deutsch- und französischsprachigen Print- und Onlinemedien eine leicht positive Entwicklung stattgefunden hat. Gleichwohl ist bei allen untersuchten Empfehlungen Optimierungspotenzial vorhanden. Insbesondere fehlt in vielen (Folge-)Berichten der Hinweis auf Hilfsangebote und alternative Bewältigungsmethoden werden zu wenig dargelegt. Weitere Informationen finden Sie im Schlussbericht.

Fazit

Es ist ein Ziel des Nationalen Aktionsplans Suizidprävention, eine verantwortungs- und respektvolle Berichterstattung zu fördern und damit die Prävention zu stärken sowie Nachahmungstaten zu reduzieren. Die Ergebnisse der Analyse unterstützen Akteure bei ihrer Präventionsarbeit im Austausch mit Medienschaffenden. Nur durch eine kontinuierliche Sensibilisierung von Journalistinnen und Journalisten sowie den Redaktionen kann dies erreicht werden.

Letzte Änderung 12.07.2021

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