Suizidprävention in der psychiatrischen Versorgung

Patientinnen und Patienten während eines  Psychiatrieaufenthalts sowie unmittelbar nach Austritt haben ein hohes Suizidrisiko. Das BAG hat deshalb 2018 zusammen mit der GDK das Projekt «Suizidprävention während und nach Psychiatrieaufenthalt» initiiert.

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Foto: BAG

Fünf Prozent der Suizide ereignen sich während eines stationären Psychiatrieaufenthaltes. Das BAG und die GDK wollen mit dem Projekt «Suizidprävention während und nach Psychiatrieaufenthalt» den Wissensaustausch unter Fachpersonen der psychiatrischen Versorgung fördern. Das Projekt ist Ziel 5 des Aktionsplans zugeordnet: «Suizidgefährdete Menschen und Menschen nach Suizidversuchen sollen bedarfsgerecht, zeitnah und spezifisch betreut und behandelt werden».

Umsetzung

Gemeinsam mit den mitwirkenden Organisationen wurden drei erste Teilaktivitäten definiert:

  1. Der internationale Wissensstand soll durch eine Literaturrecherche festgehalten werden
  2. Ein Überblick zu bestehenden Konzepten und Leitlinien im Umgang mit Suizidalität in psychiatrischen Kliniken soll erstellt werden
  3. Empfehlungen für die Suizidprävention im stationär-ambulanten Übergang sollen erarbeitet werden

Aktueller Hinweis:

Im Rahmen der Projektförderung «Prävention in der Gesundheitsversorgung» der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz sind  im Förderbereich III explizit Projekte gesucht, die suizidgefährdete Patientinnen und Patienten und deren Angehörige beim stationären Austritt unterstützen, um Suizid(versuche) und Rehospitalisierungen zu reduzieren. Projektskizzen sind bis am 24. Januar 2020 einzureichen. Projekte zur Suizidprävention können auch in den Förderbereichen I, II und IV eingereicht werden. Zusätzliche Informationen finden Sie hier

1. Literaturrecherche: Suizide und Suizidversuche während und nach Psychiatrieaufenthalten

Die Stiftung Dialog Ethik führte im Jahr 2018 im Auftrag des BAG eine systematische Literaturrecherche zu Suiziden und Suizidversuchen während und nach Klinikaufenthalt durch (siehe Dokument unten). Der Fokus lag auf folgenden Aspekten:

  • Herausforderungen in der psychiatrischen Arbeit im Zusammenhang mit Suiziden bzw. Suizidversuchen während und nach Psychiatrieaufenthalten,
  • Ursachen und Risikofaktoren,
  • Einschätzung des Suizidrisikos, Präventionsmassnahmen sowie
  • ethische Aspekte

2. Ist-Analyse: Suizidprävention in psychiatrischen Kliniken

Das BAG hat 2018 eine Ist-Analyse zu bestehenden Konzepten und Leitlinien im Umgang mit Suizidalität bei den Mitgliedern von SwissMental Healthcare SMHC, dem Dachverband der psychiatrischen Kliniken in der Schweiz, durchgeführt (siehe Dokument unten). Die Umfrage zeigt, dass viele psychiatrische Kliniken in jüngster Zeit Konzepte und Leitlinien im Umgang mit Suizidalität erarbeitet haben. Die Wirkung dieser Arbeiten auf die Suizidprävention während eines stationären Aufenthalts gilt es zu beobachten.

3. Empfehlungen: Suizidprävention bei Klinikaustritten  

Die mitwirkenden Organisationen haben 2018 mit der Erarbeitung von Empfehlungen zur Suizidprävention im stationär-ambulanten Übergang begonnen. Die Empfehlungen sollen dazu beitragen, dass Patientinnen und Patienten den stationär-ambulanten Übergang als verzahnten Behandlungspfad erleben und «sicher» in ihrem individuellen Alltag ankommen. Sie richten sich in erster Linie an Leitungsgremien und Führungskräfte in psychiatrischen Kliniken sowie an Fachpersonen, die Patientinnen und Patienten nach einem Psychiatrieaufenthalt weiterbehandeln und -betreuen. Die sieben Empfehlungen wurden im August 2019 als Broschüre «Suizidprävention bei Klinikaustritten» veröffentlicht (siehe Dokumente unten). Zu Finanzierungsaspekten der Empfehlungen liegt im Auftrag des BAG ein Bericht von socialdesign vor (siehe Dokumente unten).  

Im Auftrag des BAG wird ECOPLAN ergänzend zum Teilprojekt 3 in einem Forschungsprojekt im Rahmen des Förderprogramms «betreuende Angehörige» die Rolle der Angehörigen (Möglichkeiten und Grenzen) von suizidgefährdeten Personen untersuchen. Die Ergebnisse werden bis zum Frühjahr 2020 vorliegen. Das Projekt ist qualitativer Natur.

Letzte Änderung 16.10.2019

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