Datenlage zu Suiziden und Suizidversuchen in der Schweiz

Damit Suizidprävention zielführend weiterentwickelt und evaluiert werden kann, benötigen die Akteure wissenschaftliche Grundlagen und Daten.  

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Foto: Kim Culetto

Ziel 9 des Nationalen Aktionsplans Suizidprävention lautet: «Den Akteuren stehen für die Steuerung und die Evaluation ihrer Arbeit die relevanten wissenschaftlichen Grundlagen und Daten zur Verfügung». Der Bund beteiligt sich an der Zielerreichung. Er erhebt zentrale Daten und vergibt punktuell Forschungsaufträge.   

Daten

Das Bundesamt für Statistik BFS erfasst Suizide im Rahmen der Todesursachenstatistik und publiziert diese jährlich. Die verfügbaren Informationen sind allerdings rudimentär. Manche Kantone verfügen über kantonale Suizidstatistiken, die detailliertere Informationen enthalten.

Die Suizidrate ist Teil von diversen Indikatorensystemen der Schweiz:

Suizidversuche werden in der Schweiz nicht routinemässig erfasst. Im Rahmen von WHO-Multicenter-Studien beteiligten sich die Universitätsspitäler Bern und Basel an Erhebungen zu Suizidversuchen (2004 bis 2010). Seit 2016 erfasst das Observatoire Romand des Tentatives de Suicide ORTS im Auftrag des BAG Suizidversuche in mehreren Westschweizer Spitäler systematisch. Als Basis dient das entsprechende Manual der WHO (vgl. Dokumente). Publikationen mit den Daten finden sich unter «Dokumente».

Über die Schweizerische Gesundheitsbefragung werden selbstberichtete Daten zu Suizidversuchen (seit 2017) und Suizidgedanken (seit 2012) erfasst (für Personen ab 15 Jahren). Diese erstmals vorliegenden Ergebnisse sind im Obsan-Bulletin 7/2019 «Suizidgedanken und Suizidversuche in der Schweizer Bevölkerung» im Auftrag des BAG veröffentlicht (siehe Dokument unten).

Im Auftrag des BAG führte die Hochschule Luzern – Soziale Arbeit eine Machbarkeitsstudie durch, die klärt, wie eine qualitative Studie zu Suizidversuchen bei Jugendlichen (Fokus LGBT) konzipiert sein müsste. Der Schlussbbericht liegt vor und zeigt die Machbarkeit auf (siehe Dokument unten). Die Realisierung der Studie wird über den Schweizerischen Nationalfonds gefördert (2021 – 2024).

Interface erarbeitete im Auftrag des BAG einen technischen Bericht zur Datenlage zu Suiziden und Suizidversuchen in der Schweiz. Der Bericht enthält eine Beschreibung des Ist-Zustandes hinsichtlich verfügbarer Routinedaten zu Suiziden und Suizidversuchen, Hinweise auf Optimierungspotenzial und entsprechende Empfehlungen (siehe Dokument unten).

Im Auftrag des BAG führte demoSCOPE im November 2020 Wiederholungsmessungen der Bevölkerungsbefragung 2016 sowie der Jugendbefragung 2017 zum Thema «Umgang mit Krisen und Hilfsangeboten» durch. Der Synthesebericht fasst die Ergebnisse zusammen (siehe Dokument unten).  Die Befragungen stehen im Kontext der Ziele II und III des Nationalen Aktionsplans Suizidprävention:

Ziel II:  Die Bevölkerung ist über das Thema Suizidalität und über Möglichkeiten der Prävention informiert.
Ziel III: Suizidgefährdete Personen und ihr Umfeld kennen und nutzen Beratungs- und Notfallangebote.

Aus den Erkenntnissen können diverse Akteure ihre Massnahmen und Angebote weiterentwickeln. Dies gilt insbesondere für die Dargebotene Hand und Pro Juventute, die an den Befragungen mitgewirkt hatten.

Forschung

Wissenschaftliche Schweizer-Studien zum Thema Suizid und Suizidalität gibt es eine Vielzahl.

Dokumente

Im Rahmen der Umsetzung des Aktionsplans Suizidprävention entstanden:  

Weitere Grundlagen:

Letzte Änderung 07.04.2021

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