Aktionsplan zur radiologischen Sicherung «Radiss»

Der Bund will die Gefahren weiter vermindern, die von unkontrollierten radioaktiven Materialien ausgehen. Am 21. Oktober 2020 wurde dazu der Aktionsplan «Verstärkung der radiologischen Sicherung und Sicherheit Schweiz 2020–2025 (Radiss)» gutgeheissen.

 

Radioaktive Materialien werden zum Beispiel in der Strahlentherapie zur Behandlung von Krebs, bei Sterilisationsprozessen oder bei der Materialprüfung eingesetzt. Sind sie nicht oder nicht mehr unter Kontrolle, stellen sie eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar und können grossen Schaden verursachen. Aus diesem Grund dürfen radioaktive Materialien durch Missbrauch oder Fahrlässigkeit nicht ausser Kontrolle geraten.

 
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Prävention

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Detektion

Symbol Intervention

Intervention

Aktionsplan Radiss 2020–2025

Der Aktionsplan umfasst Massnahmen, um Diebstahl und Sabotage von radioaktivem Material zu verhindern:

  • Betriebe, die mit hoch radioaktiven Materialien arbeiten, müssen einen unbefugten Zugriff mit organisatorischen und technischen Massnahmen ausschliessen.
  • Der Einsatz von hoch radioaktiven Materialien soll nur noch dort bewilligt werden, wo keine alternativen Methoden (Methoden ohne radioaktive Quellen) zur Verfügung stehen.

Geraten radioaktive Materialien – zum Beispiel durch unsachgemässe Entsorgung – ausser Kontrolle, müssen diese sichergestellt werden, bevor Mensch und Umwelt dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird:

  • Der Aktionsplan sieht dazu Massnahmen vor, um radiologische Altlasten (z. B. radiumhaltige Gegenstände) oder illegal entsorgtes radioaktives Material, aufzufinden. Dafür sollen Kehrichtverbrennungsanlagen oder Verwertungsfirmen sämtliches Material auf Radioaktivität überprüfen.
  • Bei der Ein- und Ausfuhr von Waren sollen vermehrt Kontrollen durch die Behörden durchgeführt werden, damit eine illegale Ein-, Aus- oder Durchfuhr von radioaktivem Material verhindert werden kann.

Der Aktionsplan hat ausserdem zum Ziel, die Zusammenarbeit zwischen den Bundesstellen zu verstärken, welche sich mit der Bewältigung eines radiologischen Ereignisses befassen. Dazu gehören

  • die Bundestellen aus den Bereichen Strahlenschutz, nationaler Sicherheit, Strafverfolgung und Nachrichtendienst.

Zudem will der Bund die internationale Kooperation fördern.

Strategie und Aktionsfelder

Mit folgenden strategischen Zielen will der Bund die radiologische Sicherung und Sicherheit der Schweiz verstärken:

  • Missbrauch und Terror mit radioaktivem Material verhindern;
  • Unkontrollierte Verbreitung von radioaktivem Material verhindern;
  • Illegaler Ein-, Aus- und Durchfuhr von radioaktivem Material verhindern;
  • Schaden nach radiologischen Ereignissen begrenzen, respektive Verursacher strafrechtlich verfolgen.

Aus diesen strategischen Zielen ergeben sich für den Aktionsplan drei Aktionsfelder, acht Schwerpunkte (S) und 19 konkrete Massnahmen (M):

Aktionsfelder, Schwerpunkte und Massnahmen des Aktionsplans Radiss. Die nachfolgende Tabelle beschreibt den Inhalt des Bildes.
Übersicht über die Aktionsfelder, Schwerpunkte und Massnahmen des Aktionsplans Radiss

Detaillierte Informationen zu Radiss können Sie dem Dokument «Aktionsplan Radiss zur Verstärkung der radiologischen Sicherung und Sicherheit in der Schweiz 2020–2025» entnehmen. Das PDF können Sie unter «Dokumente» herunterladen.

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Letzte Änderung 02.11.2020

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