«Gesund altern – ein Widerspruch?» – Newsletter Sucht Nr. 5 – Sonderausgabe zum Jahresschwerpunkt 2019

Newsletter Nationale Strategie Sucht

Liebe Leserin, lieber Leser

Bei der Umsetzung der beiden nationalen Strategien Sucht und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten stellen wir den Lebensabschnitt «Alter» dieses Jahr ins Zentrum. Sucht und nichtübertragbare Krankheiten sind in der Lebensphase Alter oft eng verwoben: Begleiterscheinungen von nichtübertragbaren Krankheiten können Risikofaktoren für Sucht sein, so beispielsweise die Medikation oder starke Schmerzen. Umgekehrt begünstigt Sucht nichtübertragbare Krankheiten.

Mit beiden Strategien streben wir an, dass Menschen im Alter möglichst gesund, beschwerdefrei und selbstbestimmt leben können. Neben diesem Ziel teilen wir Herausforderungen: Wie erreichen wir alternde Menschen mit Präventions- und Unterstützungsangeboten? Wie unterstützen wir ältere Menschen, die an einer nichtübertragbaren Krankheit oder an Sucht erkrankt sind?

Einige Herausforderungen unterscheiden sich allerdings zwischen den beiden Strategien: Die Zahl der Seniorinnen und Senioren, die an einer nichtübertragbaren Krankheit leiden, ist enorm hoch – zwei Drittel der über 75-Jährigen leben mit mindestens einer nichtübertragbaren Krankheit. Bei Sucht hingegen geht es stärker als bei NCD immer auch um Fragen der sozialen Integration und der Teilhabe.

Die enge Zusammenarbeit bei den beiden Strategien bleibt auch nach der gemeinsamen Konferenz am 6. Mai 2019 wichtig. Mit vereinten Kräften können wir uns unserer Vision von gesundem und selbstbestimmtem Altern nähern.  

Herzliche Grüsse

Eva Bruhin und Mirjam Weber, Bundesamt für Gesundheit

Eva Bruhin,
Leiterin NCD-Strategie

Mirjam Weber,
Leiterin Nationale Strategie Sucht

Themenübersicht

Massnahmen

Mai 2019 - Das BAG setzt die Strategie Sucht gemeinsam mit vielen verschiedenen Partnern um.

Die nachfolgende Übersicht gibt einen Überblick über den Umsetzungsstand der Massnahmen der jeweiligen Handlungsfelder respektive Massnahmenbereiche.

Kurzfilm zur Stakeholderkonferenz «Gesund altern – ein Widerspruch?»

Am 6. Mai 2019 hat die gemeinsame Konferenz der Nationalen Strategie Prävention nichtübertragbarer Krankheiten und der Nationalen Strategie Sucht stattgefunden. Unser Kurzfilm vermittelt einige Eindrücke und Botschaften des Anlasses.

Zum Kurzfilm

 


Neue Broschüre «Gesund altern»

Gesundheitsförderung kennt kein Alter – sie lohnt sich immer. Wie und warum zeigt unsere neue Broschüre. Sie liefert auch Daten zum Gesundheitszustand der älteren Schweizer Bevölkerung und lässt die Zielgruppe selbst zu Wort kommen.

Zum PDF «Gesund altern»

Broschüre «Gesund altern» bestellen

 

Psychische Gesundheit von betreuenden Angehörigen älterer Menschen

Betreuende und pflegende Angehörige ermöglichen, dass Menschen mit altersbedingten und gesundheitlichen Einschränkungen so lange wie möglich zuhause leben können. Damit die Betreuungssituation für die Angehörigen tragbar bleibt, müssen ihre Ressourcen und ihre psychische Gesundheit gestärkt werden.

Gesundheitsförderung Schweiz zeigt in einer neuen Broschüre mögliche Massnahmen.

Zur Broschüre «Förderung der psychischen Gesundheit von betreuenden Angehörigen älterer Menschen»


Wissensplattform für Alter und Sucht

Die kürzlich aktualisierte Plattform AlterundSucht.ch vermittelt Wissen für ältere Menschen, die Alkohol und Medikamente konsumieren. Die Plattform richtet sich zudem an Angehörige und Fachleute, die ältere Menschen betreuen.

Wissensplattform AlterundSucht.ch

Aus der Praxis

Mai 2019 - Dieses Jahr stellen wir Projekte vor, welche die Gesundheit bei älteren Menschen fördern und zur Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten bei Seniorinnen und Senioren beitragen.

Zwäg ins Alter im Kanton Bern

Das Programm leistet einen Beitrag zur Förderung der Lebensqualität und der selbständigen Lebensführung der älteren Menschen und hilft, die Risiken einer Pflegebedürftigkeit zu reduzieren. Dadurch können öffentliche und private Gelder eingespart werden. Beratungs- und Veranstaltungsangebote stehen flächendeckend und in gleicher Qualität zur Verfügung. Zwäg ins Alter verbessert die gesundheitliche Chancengerechtigkeit im Kanton, da insbesondere auch vulnerable und schwer erreichbare ältere Menschen mit niederschwelligen und aufsuchenden Angeboten erreicht werden.

Das Programm beinhaltet bevölkerungsbezogene Massnahmen und Prävention in der Gesundheitsversorgung. Themen sind Bewegung, Ernährung, psychische Gesundheit, Umgang mit Schmerzen, Schlaf, allgemeine und spezifische Sturzprävention, Gedächtnis, Sinne, Umgang mit Medikamenten und Alkohol, medizinische Prävention etc.

Zum Projekt «Zwäg ins Alter»


Förderung von Generationenbeziehungen und Generationenprojekte

Die Plattform Intergeneration verbindet Generationen in der Schweiz, macht Generationenprojekte sichtbar und vernetzt Akteure und Interessierte.

Diese interaktive Plattform gibt auch älteren Menschen (und ihren Angehörigen) die Möglichkeit, sich über generationenverbindende Aktivitäten und Projekte lokal und thematisch aus einer Hand zu informieren und in einem freiwilligen Engagement in einem der Projekte teilzunehmen oder sichfür eigene Projekte inspirieren zu lassen. Die Projekte sprechen nicht nur jüngere Senioren, sondern auch Hochbetagte an.

Intergeneration ist ein Programm der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft SGG.

www.intergeneration.ch  


Machen Sie Ihr Projekt bekannt!

Haben oder kennen Sie innovative Projekte aus der Praxis im Zusammenhang mit Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Menschen? Gerne stellen wir diese in einem der nächsten Newsletter vor.

Mail an ncd-mnt@bag.admin.ch

Wissen

Mai 2019 – In dieser Rubrik weisen wir auf relevante Studien oder anderes Wissenswertes hin.

Gesundheit der älteren Bevölkerung in der Schweiz

Mit der Studie wurde die Lebensqualität und Alltagsautonomie, die Prävalenz von nicht-übertragbaren Krankheiten (NCD) sowie der Einfluss von NCD auf den Gesundheitszustand der Schweizer Bevölkerung ab 55 Jahren untersucht. Basis für die Studie waren Daten des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE).

Im Jahr 2016 waren 31 % der Schweizer Bevölkerung 55 Jahre alt oder älter. Rund die Hälfte dieser Personen lebt mit mindestens einer chronischen Krankheit, bei den Personen ab 75 Jahren sind es sogar zwei Drittel. NCD haben in aller Regel negative Auswirkungen auf die Lebensqualität und die Alltagsautonomie der Betroffenen. Dennoch führen chronische Erkrankungen dank wirksamer Therapien oft auch langfristig zu keiner oder einer nur geringen Verminderung der Lebensqualität und Alltagsautonomie. Die Lebensqualität nimmt mit steigendem Alter keineswegs stetig ab.

Faktenblatt Gesundheit der älteren Bevölkerung in der Schweiz

Studie Gesundheit der älteren Bevölkerung in der Schweiz

 

Gesundheitsindikatoren zur älteren Bevölkerung in der Schweiz

Wie steht es um die Gesundheit im Alter? Seit 1992 steigt die Lebenserwartung und die gesunden Lebensjahre nehmen zu. Demgegenüber lässt aufhorchen, dass immer mehr Personen verschiedene Depressionssymptome angeben.

Erfreulich ist: 75-jährige und ältere Personen in Privathaushalten bekunden deutlich seltener grosse Schwierigkeiten bei alltäglichen Aktivitäten als noch vor zehn Jahren. Positiv entwickelt hat sich in den letzten 15 Jahre die körperliche Aktivität. Das Körpergewicht inklusive Adipositas hat bei den über 65-Jährigen in der gleichen Zeit zugenommen.

Im Bericht finden sich folgende 18 Indikatoren, Quelle ist bei den meisten die Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB):

  • Lebenserwartung / Lebenserwartung in guter Gesundheit im Alter von 65 Jahren
  • Selbst wahrgenommener Gesundheitszustand
  • Depressionen
  • Lebensqualität
  • Todesursachen
  • Krebserkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • Herz-Kreislauf-Krankheiten
  • Lungenkrankheiten
  • Osteoporose
  • Rückenschmerzen
  • Stürze
  • Schwierigkeiten bei alltäglichen Aktivitäten
  • Körpergewicht
  • Körperliche Aktivität
  • Rauchen
  • Alkoholkonsum
  • Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln  

Faktenblatt «Gesundheitsindikatoren zur älteren Bevölkerung in der Schweiz»

Zum Bericht «Gesundheitsindikatoren zur älteren Bevölkerung in der Schweiz»


Daten zu älteren Menschen auf MonAM

Wie hat sich in den vergangenen Jahren die chronische Medikamenteneinnahme von älteren Menschen entwickelt? Wie ihr chronisch risikoreicher Alkoholkonsum? Diese und weitere Angaben für die Gruppe «ältere Menschen» finden Sie beim Schweizer Monitoring-System Sucht und nichtübertragbare Krankheiten.

Website MonAM Ältere Menschen

Aus den Medien

Mai 2019

Agenda / Veranstaltungen

Mai 2019 - In dieser Rubrik weisen wir auf spannende Veranstaltungen in den kommenden Monaten hin. Tragen Sie sich die Daten in Ihrer Agenda ein.  


Kantonale Austauschtreffen NCD und Sucht

RIL: 9. September 2019 in Lausanne zum Thema Psychische Gesundheit und Alter.

KAD : 16. September in Zürich zum Thema Psychische Gesundheit und Alter.  

Mehr erfahren über das Austauschtreffen

 

Forum SELF

29. Oktober 2019, Campus Liebefeld, Bern, Anmeldung ab Juli 2019 unter www.bag.admin.ch/self

Letzte Änderung 14.08.2020

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Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
Schwarzenburgstrasse 157
3003 Bern
Schweiz
Tel. +41 58 463 88 24
E-Mail

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