«Wie konsumieren Schülerinnen und Schüler Suchtmittel?» – Newsletter Sucht Nr. 4 – März 2019

Newsletter Nationale Strategie Sucht

Liebe Leserin, lieber Leser

Die länger werdenden Tage und spriessenden Blumen wecken da und dort Frühlingsgefühle. Nicht nur erste Verliebtheit gehört zur Adoleszenz, sondern oftmals auch erste Kontakte mit Suchtmitteln: Heute hat Sucht Schweiz die neuen Zahlen der Schülerinnen- und Schülerbefragung (HBSC) bekannt gegeben. Sucht Schweiz erhebt diese Zahlen alle vier Jahre im Auftrag des BAG. Vor vier Jahren verkündeten wir ein Rekordtief: Schülerinnen und Schüler tranken viel weniger Alkohol als in den Vorjahren, sie rauchten und kifften auch weniger. Die gute Nachricht heute: die Konsumzahlen sind so tief geblieben wie vor vier Jahren.

Die befragten Schülerinnen und Schüler sind allerdings in einem Alter, in dem sie Suchtmittel noch gar nicht erhalten sollten – zu ihrem Schutz. Wie so oft in der Sucht- und Präventionsarbeit zeigt sich hier, dass unsere Strategien sich an den tatsächlichen Gegebenheiten, am realen Leben orientieren müssen.

Die Zahlen interessieren mich aus professioneller Perspektive: Mit der Nationalen Strategie Sucht 2017-2024 stärken wir die Gesundheitsförderung und Prävention bei Kindern. Die neuen Zahlen der Schülerinnen- und Schülerbefragung liefern uns eine wertvolle Grundlage für diese Arbeit.

Die Ergebnisse der Befragung interessieren mich aber auch als Mutter. Die Adoleszenz ist ein prägender, für Eltern wie Kinder durchaus auch herausfordernder Lebensabschnitt. Ausprobieren, die Welt entdecken, Grenzen ausloten – all dies gehört zum Jugendalter. Wie bleibe ich nahe an der Lebenswelt meiner Kinder und lasse sie trotzdem fliegen? Ihnen einen beschwingten Frühlingsbeginn und viel Spass bei der Lektüre unseres Newsletters!

Mirjam Weber

 

 

 

 

Herzliche Grüsse

Mirjam Weber, stellvertretende Leiterin Sektion Präventionsstrategien,
Leiterin Sucht-Strategie

Themenübersicht

Wissen

März 2019 – In dieser Rubrik weisen wir auf relevante Studien oder anderes Wissenswertes hin.

Ergebnisse der Schülerinnen- und Schülerbefragung HBSC

Alle vier Jahre befragt Sucht Schweiz 11-15-jährige Schülerinnen und Schüler, ob und wie sie Alkohol, Tabak und andere psychoaktive Substanzen konsumieren. 2018 gaben die Befragten erstmals an, ob sie neue Produkte wie E-Zigaretten nutzen.

Zum Spectra-Artikel über die HBSC-Ergebnisse


Zahlen und Grafiken zu HBSC ab sofort auf dem Monitoringsystem MonAM

Die neuen Zahlen der Schülerinnen- und Schülerbefragung HBSC können Sie ab heute auf der Website von MonAM abrufen. Grafiken zeigen beispielsweise auf, wie sich der Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabis bei Schülerinnen und Schüler seit 1994 entwickelt hat.

MonAM


Studie zu CBD (Cannabidiol)

Die kürzlich publizierte Übersichtsstudie zu CBD (Cannabidiol) liefert einen Überblick über die CBD-Produkte in der Schweiz, schliesst Wissenslücken zur Wirkung von CBD und zeigt auf, wer warum CBD konsumiert.

  • Die Palette an CBD-Produkten in der Schweiz ist breit. Am häufigsten verkaufen Shops die rauchbaren Produkte, allen voran Cannabisblüten. Oft bieten Shops auch CBD-Öl und CBD-Liquids für E-Zigaretten an.
  • Aufgrund einer Literaturrecherche kommen die Studienverantwortlichen zum Schluss, dass betreffend Wirksamkeit von CBD zu viel versprochen wird. Bei gewissen Symptomen und Störungen dürfte CBD allerdings wirksam sein, wie beispielsweise zur Verminderung von psychischen Beschwerden oder bei chronischen Schmerzen.
  • Die Studie zeigt, dass kranke Personen CBD zur Selbstmedikation nutzen. Andere CBD-Konsumenten möchten ihr allgemeines Wohlbefinden verbessern oder ihren illegalen Cannabiskonsum mässigen.

Zur Übersichtsstudie CBD

Zum Faktenblatt CBD


Gleichzeitiger Konsum von Arzneimitteln und Alkohol bei älteren Personen

Ältere Menschen nehmen oft mehrere Medikamente ein. Diese können sich gegenseitig beeinflussen und vertragen sich oft nicht mit Alkohol. Alkoholkonsum kann die Nebenwirkungen von Medikamenten verstärken.

Die Wahrscheinlichkeit von Wechselwirkungen steigt exponentiell mit der Anzahl der eingenommenen Medikamente. Deshalb ist bei älteren Personen, die oft drei oder mehr Arzneimittel gleichzeitig einnehmen, besondere Vorsicht geboten. Die Arzneimitteltherapie sollte in regelmässigen Abständen evaluiert werden.

Für eine optimale Therapie hat eine Fach- oder Betreuungsperson idealerweise den Überblick über das gesamte Krankheitsbild und die Lebenssituation der älteren Person.

Zur Studie «Gleichzeitiger Konsum von Arzneimitteln und Alkohol bei älteren Personen»

Zum Faktenblatt «Gleichzeitiger Konsum von Arzneimitteln und Alkohol bei älteren Personen»

Massnahmen

März 2019 – Suchtpolitik ist ein dynamisches Feld, das sich ständig neuen Herausforderungen stellen muss, etwa veränderten Verhaltensmustern und Konsumtrends.

Die nachfolgende Zusammenstellung gibt einen Überblick über den Stand der Aktivitäten, die zur Umsetzung der Nationalen Strategie Sucht beitragen.

Richtlinien Hepatitis C bei Drogenkonsumierenden

Hepatitis C gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen von Drogenkonsumierenden. Schweizweit sind zwischen 7700 und 15400 Drogenkonsumierende mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert. In der Schweiz sterben jährlich fünfmal mehr Personen an den Folgen von Hepatitis C als an jenen von HIV.

Um Hepatitis C bei Drogenkonsumierenden vorzubeugen und die Krankheit zu bekämpfen, hat das BAG Richtlinien mit Setting-spezifischen Factsheets für die verschiedenen Betreuungs- und Behandlungssettings erarbeiten lassen. Ziel dieser Richtlinien ist es, in sämtlichen Settings Minimalstandards zur Vorbeugung und Bekämpfung von Hepatitis C zu etablieren und die Zusammenarbeit der gesamten Versorgungskette zu stärken. «Prävention und Information», «Beratung und Testung» sowie «Behandlung» und «Begleitung und Betreuung von Infizierten» bilden die Grundlage für effektive und zielgruppenorientierte Interventionen.

Richtlinien und Factsheets Hepatitis C


Selbstmanagement-Förderung


Leaflet Selbstmanagement fördern

Fachpersonen können das Selbstmanagement bei Suchtkranken fördern. Wie das gelingt und welche Ansätze es dafür gibt, zeigt die BAG-Broschüre «Selbstmanagement-Förderung bei chronischen Krankheiten und Sucht». 

Forum SELF 2018

Am Forum SELF tauschen sich verschiedene Vertreterinnen und Vertreter von Organisationen und Institutionen aus, die sich mit der Selbstmanagement-Förderung auseinandersetzen. Der Ergebnisbericht zum Forum SELF, das im Oktober 2018 stattgefunden hat, liegt nun vor. Auf der Grundlage der Workshop-Diskussionen hat das Kernteam SELF für 2019 Massnahmen in den vier Handlungsfeldern Finanzierung, Qualität, Betroffenen-Einbezug und Kommunikation abgeleitet (S. 13 des Ergebnisberichts).

 

Neues aus der Politik

März 2019 – Der Bundesrat hat die Botschaft zu Pilotversuchen mit Cannabis an seiner Sitzung vom 27. Februar 2019 an das Parlament überwiesen.

Die Vorlage schafft die Voraussetzungen für die Durchführung von befristeten und streng reglementierten wissenschaftlichen Studien über den Cannabiskonsum zu Genusszwecken.

Video der Medienkonferenz

Medienmitteilung

Agenda / Veranstaltungen

März 2019 – In dieser Rubrik weisen wir auf spannende Veranstaltungen in den kommenden Monaten hin. Tragen Sie sich die Daten in Ihrer Agenda ein.

  • Gemeinsame Stakeholderkonferenz NCD und Sucht 2019

Am 6. Mai 2019 findet in Bern die gemeinsame Stakeholderkonferenz der beiden nationalen Strategien NCD sowie Sucht zum Thema «gesundes Altern» statt.

Website der Stakeholderkonferenz

 

  • Nationale Fachtagung SRK «Projekt Alter. Den Aufbruch gemeinsam gestalten»

14. Mai 2019 in Bern: Was braucht es, damit ältere Menschen gesellschaftlich integriert bleiben? Wie gelingt es, Altern nicht nur als individuellen Prozess gut zu begleiten, sondern auch als Verantwortung einer «Caring Community» umzusetzen?

Website Schweizerisches Rotes Kreuz

 

  • Kantonale Austauschtreffen NCD und Sucht

KAD : 16. September 2019  in Zürich zum Thema Psychische Gesundheit und Alter.  

RIL: 9. September 2019 in Lausanne zum Thema Psychische Gesundheit und Alter.

Website Kantonale Austauschtreffen NCD und Sucht


Unterlagen zu vergangenen Anlässen

  • Nightlife- und Freizeitdrogenkonsum

Am 24. Januar 2019 hat die Nationale Konferenz Nightlife- und Freizeit­drogenkonsum 2019 stattgefunden. Die Präsentationen zur Tagung finden Sie auf der Website von Infodrog

  • Onlineberatung – neue Entwicklungen und Herausforderungen

Am 31. Januar 2019 hat die Veranstaltung des Expertennetzwerks SafeZone.ch zum Thema «Onlineberatung – neue Entwicklungen und Herausforderungen» stattgefunden. Die Präsentationen zur Tagung finden Sie auf der Website von Infodrog

Aus den Medien

März 2019 – In dieser Rubrik informieren wir über Medienartikel aus dem Suchtbereich.

BAG-Medienspiegel

Wollen Sie wissen, was die Medien in Ihrer Region über Suchtmittel oder über Präventionsarbeit berichten? Stellen Sie einen Medienspiegel nach Ihren eigenen Bedürfnissen zusammen und bleiben sie auf dem Laufenden – gratis.

Jetzt den BAG-Medienspiegel abonnieren


Suchtpanorama

Welches sind die aktuellen Konsumtrends bei Alkohol, Tabak und illegalen Drogen in der Schweiz? Welche Probleme manifestieren sich beim Konsum von Medikamenten, beim Geldspiel und beim Internetgebrauch? Antworten dazu lieferte Sucht Schweiz am 5. Februar 2019:

Schweizer Suchtpanorama 2019


Ein Fixerstübli am Schwarzen Meer

Die ukrainische Grossstadt Odessa will ihre HIV-Epidemie nach schweizerischem Vorbild überwinden. Die Präventions- und Schadenminderungsoffensive der Stadt orientiert sich an der nicht repressiven Drogenpolitik der Stadt Bern.

Zum Artikel der WOZ

Letzte Änderung 03.06.2020

Zum Seitenanfang

Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
Schwarzenburgstrasse 157
3003 Bern
Schweiz
Tel. +41 58 463 88 24
E-Mail

Kontaktinformationen drucken

https://www.bag.admin.ch/content/bag/de/home/strategie-und-politik/nationale-gesundheitsstrategien/strategie-sucht/newsletter-sucht/gesamtansichten-newsletter-sucht/gesamtansicht-newsletter-sucht-4-2019.html