«Gemeinsam statt einsam» – Newsletter Sucht Nr. 3 - Dezember 2018

Newsletter Nationale Strategie Sucht

Liebe Leserin, lieber Leser

Wenn es mit Riesenschritten in Richtung Jahresende geht, dann ist dies vielerorts der Moment für Rückblicke. Auch ich tue dies im Rahmen des letzten Newsletters in diesem Jahr, wenn ich mich auch bewusst kurz halten möchte.

Die Umsetzung der Strategie Sucht hat im zweiten Jahr merklich Fahrt aufgenommen. In verschiedenen partizipativen Prozessen wurden Aktivitäten und Projekte vorangetrieben. Als Beispiele hierfür nenne ich das neue Rahmenkonzept zur Früherkennung und Frühintervention, die breite Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der Übertragbarkeit des schadenmindernden Ansatzes auf weitere Substanzen oder die Arbeiten der Expertengruppen Online-Sucht.

Mit Interesse blicke ich nun dem entgegen, was kommt. Mit dem Schwerpunktthema «gesund altern» setzen wir 2019 den Fokus auf ein Thema, das uns alle betrifft. Bezogen auf uns selbst, bezogen auf Menschen in unserem Umfeld, bezogen aber auch auf unsere Zielgruppen. Wir werden uns mit Altersbildern, mit den Bedürfnissen alternder Suchtbetroffener, aber auch mit geeigneten Präventionsprojekten für diese Zielgruppen auseinandersetzen.

«Wie werden Sie Weihnachten verbringen?» Diese Frage war nie eine unbeschwerte während meiner Tätigkeit in der Familien- und Suchtberatung. Und die Antworten darauf waren selten von Vorfreude auf die Festtage geprägt. Eine Zeit, in der familiäre Beziehungen an Wichtigkeit gewinnen oder Konflikte zunehmen, eine Zeit, in der Einsamkeit noch stärker wahrgenommen wird. Einsamkeit ist für viele ein Grund für den Konsum psychoaktiver Substanzen, Einsamkeit geht mit erhöhter psychischer Belastung einher. Gemäss der Schweizerischen Gesundheitsbefragung waren 2012 36 Prozent aller Schweizerinnen und Schweizer manchmal bis sehr häufig einsam.

Ich wünsche Ihnen frohe Festtage im Kreis von Ihnen lieben Menschen. Und vielleicht gelingt es Ihnen, da und dort Zeichen zu setzen, seien diese noch so klein, die die Einsamkeit anderer gerade in diesen Tagen verringern mögen.

Mirjam Weber

 

 

 

 

Herzliche Grüsse

Mirjam Weber, stellvertretende Leiterin Sektion Präventionsstrategien,
Leiterin Sucht-Strategie

Themenübersicht

Massnahmen

Dezember 2018 - Suchtpolitik ist ein dynamisches Feld, das sich ständig neuen Herausforderungen stellen muss, etwa veränderten Verhaltensmustern und Konsumtrends.

Die nachfolgende Zusammenstellung gibt einen Überblick über den Stand der Aktivitäten, die zur Umsetzung der Nationalen Strategie Sucht beitragen.

SafeZone

Weiterentwicklung mit Blick auf mHealth

Mit SafeZone.ch steht seit 2014 ein kostenloses und leicht zugängliches Online-Beratungsportal zur Verfügung, das ein thematisch breites Angebot umfasst und Betroffene und Angehörige anspricht. SafeZone.ch bietet Online-Beratungen für Suchtfragen an – anonym und kostenlos. Per Einzelchat oder gesichertem Mail können Betroffene und Angehörige mit Suchtexperten in direkten Kontakt treten oder sich in moderierten Gruppenchats mit anderen Betroffenen austauschen. Neben Informationen zu Substanzen, Suchtverhalten sowie Hilfe vor Ort stehen auf SafeZone.ch auch Online-Selbsttests und Selbsthilfetools zur Verfügung. Die Beratung wird durch verschiedene kantonale Institutionen wahrgenommen; das SafeZone.ch-Beratungsteam besteht zurzeit aus 41 ausgewiesenen Fachpersonen aus 24 Fachstellen.

Derzeit prüft das BAG Möglichkeiten zur Weiterentwicklung von SafeZone.ch, um neuen Ansätzen wie Blended Counseling, neuen Entwicklungen im Bereich mHealth und nicht zuletzt auch den Bedürfnissen der Praxispartner sowie den lokalen Fachstellen noch besser gerecht zu werden. Grosses Potenzial steckt zum Beispiel in Beratungsansätzen, welche eine Kombination von Präsenzberatung und Onlinehilfe oder eine Ergänzung der Suchtberatung mit Selbstmanagement-Tools ermöglichen.

Gerne möchten wir Sie an dieser Stelle darüber informieren, dass Corine Kibora am 1. November 2018 die Leitung von SafeZone übernommen hat. Corine Kibora war während 15 Jahren Mediensprecherin bei Sucht Schweiz für die französische Schweiz und Redaktorin für die Zeitschrift «Dépendances», herausgegeben von Sucht Schweiz und GREA. Als Beraterin und Suchtprävention Fachfrau war sie länger für www.ciao.ch und Sucht Schweiz tägig. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!


Frühe Kindheit  

Die frühe Kindheit beeinflusst die Gesundheit bis ins Erwachsenenleben

Die Förderung von Kindern, besonders von solchen aus sozioökonomisch benachteiligten Familien, lohnt sich. Diese Erkenntnis hat sich in der Bildung mittlerweile weitgehend durchgesetzt. Weniger bekannt ist, dass dasselbe auch für die Gesundheit gilt. Je früher die Familien Unterstützung erhalten, desto höher ist die Chance auf eine gesunde Entwicklung des Kindes.

Um auf die Bedeutung der frühen Kindheit für die gesundheitliche Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern hinzuweisen, hat das BAG einen Flyer realisiert. Dieser kann auf der Bundespublikationsseite (siehe Link weiter unten) bestellt werden. Wir freuen uns, wenn Sie weitere gesundheitspolitische Akteure, beispielsweise in Ihrer Gemeinde, auf den Flyer aufmerksam machen.

Gesundheitsfachpersonen spielen eine wichtige Rolle

Armut, häusliche Gewalt, Fluchterfahrung, Sucht oder Krankheiten in der Familie erfordern zusätzliche Unterstützung. Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Gesundheitsfachpersonen spielen bei der Früherkennung von schwierigen Familiensituationen eine wichtige Rolle. Oft sind sie die einzigen Personen, die im frühen Kindesalter, also noch vor der Einschulung, mit potenziell betroffenen Familien in Kontakt kommen. Es lohnt sich also, bei Kleinkindern genau hinzuschauen und den Kontakt zu Fachstellen zu suchen, die weitergehende Hilfe anbieten können. Das BAG hat dazu ein Konzept verfasst und konkrete Massnahmen formuliert. Beispielsweise unterstützt es gemeinsam mit Partnern die Vernetzung von Fachpersonen im Gesundheitswesen. Weiter hat das Amt eine Übersichtsstudie in Auftrag gegeben zur gesundheitlichen Situation von 0-4-Jährigen in der Schweiz und Einflussfaktoren wie Passivrauchen. Das Konzept lehnt sich an die Handlungsfelder der NCD-Strategie an. Damit trägt das BAG auch zur Umsetzung der Nationalen Strategie Sucht und zu Massnahmen aus dem Bericht «Psychische Gesundheit» bei.

Flyer Frühe Kindheit zum Bestellen oder Herunterladen

Konzept Gesundheitsförderung und Prävention in der frühen Kindheit


Prävention in der Gesundheitsversorgung

Neue und innovative Ansätze lohnen sich

Seit 2018 fördert die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz (GFCH) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit die Prävention in der Gesundheitsversorgung: Bis 2024 werden Projekte in den Bereichen nichtübertragbare Krankheiten, Sucht und psychische Gesundheit mit durchschnittlich rund 5 Millionen Franken pro Jahr finanziert. Die Projekte sollen neue Ansätze und Praktiken aufzeigen, um präventive Angebote in die Gesundheitsversorgung einzubauen.

Im Rahmen der Förderrunde 2018 wurden 14 Projektanträge genehmigt. Die ausgewählten Projekte werden mit insgesamt CHF 10,5 Mio. gefördert. Nähere Angaben zu den einzelnen Projekten finden Sie ab dem 20. Dezember 2018 auf dieser Seite. Die Förderrunde 2019 begann am 19. November 2018. 


Fähigkeitsausweis Abhängigkeitserkrankungen

Stärkung der Kompetenzen auf dem Gebiet der Abhängigkeitserkrankungen

Seit Anfang 2018 bietet die Schweizerische Gesellschaft für Suchtmedizin (SSAM) den Fähigkeitsausweis für Abhängigkeitserkrankungen an. Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen, die den Schwerpunkt Suchtmedizin anstreben, können den Titel erwerben. Ziel des Fähigkeitsausweises ist es, die Kompetenzen auf dem Gebiet der Abhängigkeitserkrankungen in allen medizinischen Disziplinen zu stärken. Weitere Informationen finden Sie hier und hier. Fachärzte und Fachärztinnen der Psychiatrie und Psychotherapie können zudem der Schwerpunkttitel «Psychiatrie & Psychotherapie der Abhängigkeitserkrankungen» erwerben. Weitere Informationen sind hier vorhanden.

Auf der Internetseite von Praxis Suchtmedizin stehen zudem für Hausärzte sowie weiteren Berufsgruppen der Gesundheitsversorgung konkrete Handlungsanleitungen zur Früherkennung und Behandlung von Personen mit problematischem Konsum oder Abhängigkeit von verschiedenen Substanzen zur Verfügung.


Selbstmanagement-Förderung

Rückblick auf das erste Forum SELF

Immer mehr Menschen in der Schweiz leiden an chronischen Krankheiten. Auch Suchtprobleme sind weit verbreitet. Die zumeist langjährige Belastung durch Krankheiten wie Diabetes, Herzkreislauf-Erkrankungen, Krebs, Depression oder Sucht stellt für die Betroffenen und ihr Umfeld eine grosse Herausforderung dar. Trotz erschwerten Umständen können Betroffene lernen, mit den Herausforderungen und Folgen ihrer Erkrankungen umzugehen und die Kontrolle über ihre Lebenssituation zu behalten.

90 Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen und Organisationen des Gesundheitswesens tauschten sich Ende Oktober 2018 erstmals intensiv im Rahmen von Workshops zu den Themen Finanzierung, Qualitätssicherung, Betroffenen-Einbezug / Chancengerechtigkeit sowie Sensibilisierung / Kommunikation aus. Über seine internationalen Erfahrungen berichtete der Arzt und Public-Health-Experte Rafael Bengoa. Er plädierte für eine Implementierung von Selbstmanagement-Förderung auf politischer Ebene und klare finanzielle Anreize gegenüber den Leistungserbringern. Wie Betroffene mit ihrer Krankheit mittels Selbstmanagement umgehen, davon erzählten der Diabetiker Sven von Ow und der ehemalige Suchterkrankte Reto Trost.

Künftig führt das BAG jährlich ein Forum SELF durch, das nächste findet am 29. Oktober 2019 statt.

Neues Leaflet verfügbar

Ein neues Leaflet fasst in informativer und ansprechender Form zusammen, was Selbstmanagement bei Menschen mit chronischen Krankheiten und Sucht bedeutet, wie es durch Fachpersonen, Angehörige und Peers gefördert werden kann und wieso diese Förderung in der Gesundheitsversorgung der Schweiz immer wichtiger wird. Das Leaflet richtet sich an Personen, die sich auf nationaler, kantonaler und kommunaler Ebene mit Fragen der Versorgung von Menschen mit chroni­schen nichtübertragbaren körperlichen und psychischen Krankheiten und Suchtbetroffenen befassen. Es basiert auf dem Referenzrahmen Selbstmanagementförderung, der in einem partizipativen Prozess mit den wichtigsten Akteuren erarbeitet wurde.

Das Leaflet kann in Deutsch, Französisch und Italienisch beim Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) bestellt werden:
Link zum  Bestellen oder Herunterladen des Leaflets

Weitere Informationen


Bildungsbericht 2018

Bildung als eine der wichtigsten Gesundheitsdeterminanten

Alle vier Jahre publiziert die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) den sogenannten Bildungsbericht. Die SKBF ist eine gemeinsame Institution der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).

Bildung wirkt sich direkt auf die Gesundheitskompetenz aus

Im Sommer 2018 erschien das Referenzwerk zum Bildungswesen Schweiz in der mittlerweile dritten Auflage. Für das BAG sind insbesondere die Implikationen der Bildung auf den Gesundheitszustand von grossem Interesse. Bildung eine der wichtigsten Gesundheitsdeterminanten. Sie wirkt sich direkt auf das Wissen und die Kompetenz von Menschen auf. Indirekt beeinflusst Bildung die Erwerbstätigkeit von Menschen, ihr Einkommen und somit auch die Wohnsituation – welche alle wiederum einen Einfluss auf die Gesundheit haben.

Bildungsziel noch nicht erreicht

Eines der bildungspolitischen Ziele von Bund und Kantonen lautete, dass 95 Prozent aller 25-Jährigen über einen Abschluss auf der Sekundarstufe II verfügen. Es ist mittlerweile bekannt, dass die Gesundheit einer erwachsenen Person mit einem postobligatorischen Abschluss (allgemeinbildend sowie Lehrabschluss) deutlich besser ist, als die Gesundheit einer Person mit einem obligatorischen Abschluss. So ist dieses Bildungsziel auch ein Ziel für die Öffentliche Gesundheit.

Der Bildungsbericht 2018 stellt fest, dass es schwierig sein wird, die Anzahl der Personen mit einem postobligatorischen Abschluss (aktuell knapp über 90 Prozent) ausschliesslich durch Bildungsmassnahmen weiter zu steigern. Gleichzeitig hält er fest, dass es für Personen mit lediglich einem obligatorischen Abschluss schwieriger werden wird, einen Job zu finden. Diese Informationen zeigen dem BAG Bereiche des Bildungssystems, in denen eine Kooperation mit anderen Sektoralpolitiken hilfreich sein könnte, um z.B. gefährdete Jugendliche nicht durch die Maschen des Netzes fallen zu lassen.

So wird im BAG zusammen mit den Akteuren aus dem Feld spezifisch an der Weiterentwicklung der Früherkennung und Frühintervention gearbeitet. Schulerfolg hat auch mit der Gesundheit von Lehrpersonen und mit den Räumlichkeiten, in denen sich Kinder und Erwachsene den ganzen Tag verbringen, zu tun. So unterstützt das BAG auch die Förderung von Massnahmen in Zusammenhang mit der Organisation im Schulhaus, wie das Schulnetz21 oder das Projekt «Lüften», welches Unterstützung für weniger CO2 in den Klassenzimmern bietet.

Zum Bildungsbericht 2018

Aus der Praxis

Im Jahr 2018 stellten wir verschiedene Projekte im Bereich Sucht und Prävention aus der Schweiz und dem Ausland vor, die darauf abzielen, die Chancengleichheit zu erhöhen. Mit dem vorliegenden Newsletter tun wir dies ein letztes Mal und danken an dieser Stelle allen für die spannenden Eingaben!

Wie im Editorial bereits erwähnt, lautet das Schwerpunktthema 2019 der Sucht-Strategie «gesund altern». Setzen Sie innovative, erfolgreiche Projekte im Bereich Sucht und Prävention um, die der älteren Bevölkerung zu Gute kommen? Wenn ja, dann freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.


Initiative «Housing first» made in Lausanne

«Housing first», eine Initiative aus Lausanne, orientiert sich am Projekt «Pathways housing first» in New York City (USA). Bei «Housing first» handelt es sich um eine Mischform zwischen aufsuchender Sozialarbeit und der Institution «Le Rôtillon». Im Zentrum steht die Absicht, obdachlose Menschen in ihrem Wunsch nach Freiheit zu unterstützen, jedoch gleichzeitig die sozialen Kontakte nicht zu vernachlässigen.

Weitere Informationen (Online-Artikel auf Französisch)


MUSUB - Multikulturelle Suchtberatungsstelle beider Basel

Seit 1998 bietet die MUSUB fremdsprachigen Suchtbetroffenen sowie deren Angehörigen Unterstützung bei Fragen rund um Sucht. Beratungen finden zurzeit in 11 Sprachen statt. Dieses Angebot richtet sich an Frauen, Männer, Paare, Familien und Junge mit Migrationshintergrund, an Fachleute und Institutionen. Fachleute stehen für Beratungsgespräche und Therapien im Zusammenhang mit problematischem Substanzkonsum zur Verfügung. Alle Informationen werden vertraulich behandelt.

Weitere Informationen.

Wissen

Dezember 2018 - In dieser Rubrik weisen wir auf relevante Studien oder anderes Wissenswertes hin.

MonAM

Neues Schweizer Monitoring-System für Sucht und nichtübertragbare Krankheiten (NCD)

Mit MonAM lanciert das Bundesamt für Gesundheit BAG ein neues Schweizer Monitoring-System für Sucht und nichtübertragbare Krankheiten (NCD). MonAM leitet sich aus der französischen Bezeichnung «Système de monitorage suisse des Addictions et des Maladies non transmissibles» ab.

Gestartet ist MonAM am 9. Oktober 2018 mit 27 Indikatoren. Weitere Indikatoren werden im Frühjahr 2019 folgen. MonAM erlaubt es, Risiko- und Schutzfaktoren für die Entstehung von Suchterkrankungen und NCDs in der Bevölkerung zu beobachten und passende Massnahmen zu entwickeln. Die dafür erforderlichen Daten stammen aus verschiedenen, bereits bestehenden Quellen und werden gebündelt dargestellt. Zahlreiche Partner haben das BAG beim Aufbau des MonAM unterstützt, indem sie Daten bereitgestellt oder Fachwissen geteilt haben.

Wir möchten Sie als Fachleute, Expertinnen und Experten ermuntern, die Datenbank auszuprobieren. Je mehr Menschen MonAM testen, desto besser können wir das Tool weiterentwickeln. Gerne nehmen wir Ihre Feedbacks und Anregungen entgegen.

Zum Eintrittsportal

Kontakt:

Wally Achtermann: wally.achtermann@bag.admin.ch , Telefon 058 465 90 41
Laure Curt, laure.curt@bag.admin.ch, Telefon 058 465 20 29


Informationsportal «Jugend und Medien»

Überarbeitete Website mit vielen Tipps für den Medienalltag

Seit sieben Jahren versorgt das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) über die Plattform www.jugendundmedien.ch Eltern, Lehrpersonen, Jugendarbeitende und Fachleute mit aktuellen Informationen rund um das Thema digitale Medien. Nun wurde die Website komplett überarbeitet und präsentiert sich mit neuen Inhalten und in neuem Look. Sie bietet viele nützliche Tipps für den Medienalltag und informiert Eltern, wie sie ihr Kind vor Risiken im Netz schützen können. Zudem bietet der Bereich «Medienkompetenz» spezifische Informationen, wie Lehrpersonen, Mitarbeitende von sonderpädagogischen Institutionen, Jugendarbeitende und Erziehende im Frühbereich die Medienkompetenzen im Berufsalltag fördern können. Für Fachpersonen gibt es einen separaten Einstieg über den Button «Experten und Fachwissen», wo Informationen zu den Schwerpunktthemen und Veranstaltungen, zu politischen Vorstössen, gesetzlichen Grundlagen und den kantonalen Strategien zu finden sind. Das BSV behandelt auch das Thema «Onlinesucht» und richtet sich mit Tipps und Informationen zu diesem spezifischen Bereich an die Eltern.


Beschaffung von Drogen über das Internet in der Schweiz

Gemäss der explorativen Studie der Daten zum Drogenmarkt im Internet «Drogen im Internet. Eine Bestandesaufnahme der Situation in der Schweiz.» macht das Internet lediglich einen kleinen Teil des gesamten Betäubungsmittelmarktes in der Schweiz aus. Dennoch gibt es Hinweise dafür, dass dieses Phänomen dabei ist, sich auszubreiten, jedoch deutlich langsamer als ursprünglich vermutet. In einem Faktenblatt sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammengefasst.

Zur Studie

Neues aus der Politik

Dezember 2018 - In der Herbstsession 2018 wurden verschiedene Geschäfte und politische Vorstösse im Bundesparlament zu den Themen NCD, Sucht und psychische Gesundheit behandelt. Nachfolgend folgt eine entsprechende unkommentierte Zusammenfassung (Quelle: SDA).

Geschäfte NCD/Sucht

Cannabis I:

Der Nationalrat hat die Motion 18.3389 der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates „Ärztliche Abgabe von Cannabis als Medikament an chronisch Kranke. Tiefere Gesundheitskosten und weniger Bürokratie“ angenommen. Das Verbot, Medizinalcannabis in den Verkehr zu bringen, soll aufgehoben werden. Damit wäre eine Ausnahmebewilligung in Zukunft nicht mehr nötig. Der Bundesrat sprach sich für die Motion aus. Sie geht nun an den Ständerat.

Cannabis II:

Der Nationalrat hat vier gleichlautende Vorstösse (u.a. Motion Sauter 17.4111 «Experimentierartikel als Grundlage für Studien zur regulierten Cannabis-Abgabe“) für eine Lockerung im Umgang mit Cannabis knapp angenommen. Damit vollzog der Nationalrat eine Kehrtwende. Noch im Juni hatte der Rat eine gleichlautende Motion abgelehnt. Die Vorstösse verlangen, dass ein Experimentierartikel im Betäubungsmittelgesetz verankert wird, um Versuche zur regulierten Abgabe von Cannabis zu ermöglichen. Der Bundesrat hat bereits eine Gesetzesänderung angestossen.

Cannabis III:

Am 4. Juli 2018 hat der Bundesrat die Vernehmlassung zur Änderung des Betäubungsmittelgesetzes (Pilotprojekte mit Cannabis) und der entsprechenden Verordnung eröffnet. Er schlägt vor, einen Artikel für Pilotversuche zum rekreativen Cannabiskonsum in das Betäubungsmittelgesetz aufzunehmen. Dieser Artikel gestattet wissenschaftliche Studien, ändert aber nichts am allgemeinen Verbot des Cannabiskonsums ausserhalb dieser Studien. Bis zum 25. Oktober 2018 konnten interessierte Organisationen und Personen zum Entwurf Stellung beziehen. In dieser Zeit gingen 124 Stellungnahmen von Parteien, Kantonen und Städten, aber auch von Seiten Gesundheitsorganisationen und Wissenschaft sowie Wirtschaftsverbänden und weiteren Organisationen ein. Die Stellungnahmen werden in den nächsten Wochen ausgewertet und im Anschluss ein Vernehmlassungsbericht publiziert. Der Bundesrat wird dem Parlament die Botschaft zum Gesetzesartikel voraussichtlich im nächsten Frühjahr überweisen.

Tabak:

Der Nationalrat will Tabakwerbung in Print- und Online-Medien nicht verbieten. Er hat die Motion Gugger 17.4268 «Kinder und Jugendliche vor der Tabakwerbung in den klassischen und digitalen Medien schützen» abgelehnt. Diese forderte ein Verbot für Werbung, die für Minderjährige leicht zugänglich ist, insbesondere in Gratismedien. Der Bundesrat unterstützt das Anliegen hingegen. Er hat im Tabakproduktegesetz entsprechende Vorschläge gemacht und wurde dafür in der Vernehmlassung kritisiert.

ADHS:

Der Ständerat will Diagnose und Therapie von ADHS nicht unter die Lupe nehmen lassen. Einstimmig hat er die Motion Herzog 15.4229 „ADHS ist keine Krankheit! Die wirklichen Ursachen müssen nun angepackt werden“ abgelehnt. Sie hatte die Verschreibungspraxis von Ritalin kritisiert und vom Bundesrat alternative Massnahmen verlangt. Der Ständerat lehnt es jedoch ab, in die Behandlungsfreiheit der Ärzte oder in die kantonalen Kompetenzen einzugreifen.

E-Zigaretten:

In seiner Antwort auf die Interpellation Eder 18.3454 «Dringliche Massnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor E-Zigaretten» verweist der Bundesrat auf die laufenden Arbeiten am Tabakproduktegesetz. In dieses sollen Regelungen aufgenommen werden, welche die Abgabe von nikotinhaltigen E-Zigaretten an Minderjährige sowie die Werbung, die sich speziell an Minderjährige richtet, verbieten bzw. einschränken. Im Sinne einer schnell umsetzbaren Massnahme regt der Bundesrat bis zum Inkrafttreten des neuen TabPG eine Selbstregulierung der Branche an. Diese steht einer Selbstregulierung grundsätzlich positiv gegenüber.


Fragen aus der Fragestunde

Frage Graf-Litscher. Nationale Richtlinien zur Verschreibung von Antibiotika. Curia vista

Frage Herzog. Widersprüche im Schweizer Recht bezüglich CBD. Curia vista


Neue Vorstösse aus der Session

Nichtübertragbare Krankheiten

Mo. Humbel. Elektronisches Patientendossier nutzen für Anreize zu gesundheitsbewusstem Verhalten (Umsetzung NCD-Strategie). Curia vista

Alkohol

Ip. Hadorn. Risiken des Alkoholkonsums. Folgen der erhöhten Risikoeinstufung? Curia vista


Tabak

Ip. Frehner. Vorreiter Grossbritannien. E-Zigaretten als Mittel zur Raucherentwöhnung. Folgt die Schweiz? Curia vista

Po. Fehlmann Rielle. Die Prävalenz des Tabakkonsums in der Schweiz wird unterschätzt. Der Moment, dies zu ändern, ist gekommen! Curia vista


BetmG / Drogen

Po. Flach. Cannabis legalisieren und Steuersubstrat zugunsten der AHV/IV generieren. Curia vista


Diverses NCD/Sucht

A Wasserfallen Flavia. WHO Dekade Healthy Ageing – Engagement des Bundes. Curia vista

Ip. Gysi. Gesundheitsversorgung bei Personen mit einer Behinderung. Curia vista

Dienstleistungen zu Gunsten der Kantone

Dezember 2018

Seit Mai 2018 wird viermal pro Jahr ein Newsletter an die Kantone versendet, der über Neuigkeiten zu den Themen Prävention von Sucht und NCD auf kantonaler und nationaler Ebene berichtet.  Der Newsletter kann hier abonniert werden.

Agenda / Veranstaltungen

Dezember 2018 - In dieser Rubrik weisen wir auf spannende Veranstaltungen in den kommenden Monaten hin. Tragen Sie sich die Daten in Ihrer Agenda ein.

  • Save the date gemeinsame Stakeholderkonferenz NCD und Sucht 2019
    Am 6. Mai 2019 findet die gemeinsame Stakeholderkonferenz der beiden nationalen Strategien NCD sowie Sucht zum Thema «gesundes Altern» statt.
Aus den Medien

Dezember 2018

13. «Der Bund»-Essay-Wettbewerb

«Der Traum von einer drogenfreien Welt - ein schlechter Trip?»

Der 13. «Der Bund»-Essay-Wettbewerb stellt das Thema Drogen zur Diskussion. Die Zeitung lädt Sie damit dazu ein, das Thema Drogen zu erörtern und freut sich sowohl auf nüchternen Analysen als auch auf berauschende Beiträge.

Weitere Informationen


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Kommunikation im Gesundheitswesen

Eine gute Kommunikation zwischen Gesundheitsfachperson und Patient ist die Basis einer erfolgreichen Behandlung. Doch noch immer wird dieser Tatsache zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Es lohnt sich, hier zu investieren, wie die aktuelle spectra-Ausgabe zeigt.

Letzte Änderung 04.12.2018

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Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
Schwarzenburgstrasse 157
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Tel. +41 58 463 88 24
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